Rote Fahne News berichtete fortlaufend - mit Resümee
Aktionstag in Magdeburg: "Wer AfD wählt, wählt Faschismus - Make Socialism great again!"
In Magdeburg ist der große antifaschistische Aktionstag mit Infoständen, Kundgebung, Demonstration und massenhafter Überzeugungsarbeit inzwischen beendet. Rote Fahne News hat fortlaufend berichtet, das Neueste immer oben. Teilnehmerzahlen, Spendenergebnisse und Zahlen zum Literaturverkauf liefern wir nach.
20:30 Uhr NTV: ""AfD im Höhenflug - doch Gegenbewegung nimmt Fahrt auf"
Das heute Abend veröffentlichte Video geht v.a. am Ende auch auf die Gegenbewegung vor allem in Magdebrg ein. Mit Aufnahmen von den Demonstrationen heute.
16.30 Uhr: Heute in Magdeburg - ein Höhepunkt der Überzeugungsarbeit!
Dieses Resümee beruht auf dem Schlusswort, das die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner am Ende des Aktionstag gehalten hat.
Wir hatten heute mitten in Magdeburg einen Höhepunkt der Überzeugungsarbeit und zwar nicht nur gegen die akute faschistische Gefahr. Wir haben besonderen Wert darauf gelegt, die positive Alternative des organisierten Kampfes lebendig werden zu lassen: der Kampf gegen den Kapitalismus und für die grundsätzliche Alternative des Sozialismus auf Grundlage der Lehre von der Denkweise. Gabi Fechtner hat in ihrem Schlusswort hervorgehoben, dass wir diese Überzeugungsarbeit auch schon im Wahlkampf in Thüringen gemacht haben, dass wir aber damals noch relativ alleine standen. Heute haben sich sehr viele antifaschistische Initiativen daran gemacht, Überzeugungsarbeit zu leisten, von Tür zu Tür zu gehen, mit den Menschen zu diskutieren. Es ist eine Bewegung der Antifaschisten zur Überzeugungsarbeit entstanden und ein Mosaik aus verschiedenen Kräften, die sich daran beteiligen.
Es war uns heute sehr wichtig, zu zeigen, wie die Arbeiterbewegung wie die Marxisten-Leninisten zu dieser Situation stehen, welche Antworten sie haben. Wir waren ja nicht das erste Mal hier. Das Sommercamp des Jugendverband REBELL und der Rotfüchse war schon mit 100 Leuten in Halle, hat an 1500 Türen geklingelt. Und wir bleiben nicht dabei stehen, diese Überzeugungsarbeit der Antifaschisten gegen die AfD zu unterstützen, sondern machen vor allem unsere Alternative sichtbar, weil das den Menschen Mut gibt, positiv aktiv zu werden. Wir zeigen, dass die Arbeiterklasse, wenn sie ihre Kraft erkennt, die Gesellschaft verändern kann. Demnächst gibt es die Aktionstage gegen die Generaloffensive von Staat und Monopolen, die im September vor den Arbeitern stehen. Die wir fördern. Am 21. und auch am 26. September wird sich die Kraft der Arbeiterklasse weiter entfalten.
Wir haben heute wieder tausende Gespräche geführt. Man konnte sehr gut diskutieren und die Menschen haben zugehört. Sie waren sehr interessiert. Natürlich ist viel zu klären. Aber oft ist auch in kurzen Gesprächen doch einiges in Bewegung geraten. Wir haben vor allem gezeigt, wo der Weg positiv hingeht, wie sich die Denkweise der Menschen verändern kann. Jeder oder fast jeder auf der Straße, findet Solidarität oder Zusammenhalt richtig.,Aber es ist noch ein harter Kampf und ein weiterer Weg und nicht jedem ist klar, wie eine sozialistische Gesellschaft Wirklichkeit werden kann, wie sie aussehen kann, ob es überhaupt möglich ist. Dazu war unser Beitrag zu diesem antifaschistischen Mosaik heute unverzichtbar. Wir haben trotz einiger Probleme eine gute Kundgebung gemacht. Wir waren vielleicht 200 Menschen und sehr viele weitere, die zugehört haben, die sich am Rande dazu gestellt haben. Wir verkörpern eine Kraft, die im Gegenwind stärker wird. Die Rückgrat zeigt, weil es härter werden wird. Unsere Solidarität wird in Zukunft noch stärker gebraucht und wir haben auch die Erfahrung und die Klarheit, diesen Weg erfolgreich zu gehen und wir sind überzeugt, dass wir damit Erfolg haben.
15.00 Uhr: Demonstration setzt sich in Bewegung - Alle zusammen gegen den Faschismus!
Hoch die internationale Solidarität! Die Demonstration hat sich durch die Innenstadt von Magdeburg in Bewegung gesetzt mit Schildern und einem großen Transparent "Keinen Fußbreit den Faschisten", mit Musik und Kurzreden. Alle zusammen gegen den Faschismus. In einer Kurzansprache fragt Jörg Weidemann, was soll man davon halten, wenn Menschen meinen, man soll die AfD mal machen lassen, man soll das mal ausprobieren. Das ist ja, wie wenn jemand sagt, ich springe mal vom Hochhaus, um mal auszuprobieren, wie es mir danach geht. Die Demonstration begegnet am Bahnhofsvorplatz der "Zusammen gegen Rassismus!"-Demo. Wir hören deren Rednerinnen und Rednern zu. Auf diese Weise kommen die Antifaschistinnen und Antifaschisten in Magdeburg doch noch zusammen, auch wenn manche vorher verhindern wollten, dass Parteisymbole der MLPD zu sehen sind. Es ist eine solidarische und friedliche Atmosphäre.
Die Redner sprechen Ängste von Migrantinnen und Migranten an, die hier in Sachsen-Anhalt leben oder auch bundesweit befürchten, dass bei einer Regierungsbeteiligung der AfD ihre Rechte komplett beschnitten werden, dass sie abgeschoben werden, dass ihre Existenz bedroht ist. Die Menschen müssen widersprechen, sich zusammenschließen gegen rassistische Hetze. Migranten halten das Land zusammen mit der einheimischen Bevölkerung am Laufen! Viele von ihnen haben schon Angst, dass sie wieder ihre Koffer packen müssen. Die Polizei schikaniert uns. Sie will, dass wir den Rest der Demonstration auf dem Gehsteig verbringen. Das wäre der längste Gänsemarsch aller Zeiten geworden. Das machen wir natürlich nicht. Sie kommen mit ihren Schikanen sowieso nicht durch. Gabi Fechtner hat auch gesagt: Bürokratismus hat noch kein Problem gelöst. Also setzen wir uns durch und demonstrieren wieder auf der Straße gegen Faschismus.
14.00 Uhr: Fortsetzung mit Musik und Redebeiträgen
Die Kundgebung wird jetzt fortgesetzt - Musik und Redebeiträge, viele von Betriebsarbeitern aus der Automobilindustrie und auch aus Magdeburg. Eine Arbeiterin berichtet, wie das ehemalige SKET-Werk Ernst Thälmann - einer der bedeutendsten Betriebe der DDR - von über 30.000 Beschäftigten auf heute nur noch wenige Arbeiter heruntergewirtschaftet, dafür aber die Ausbeutung gesteigert wurde. Nach der Wiedervereinigung wurde die DDR-Industrie zerschlagen. Die Arbeiter waren richtig rechtlos, es gab noch nicht mal sanitäre Versorgung in manchen Betrieben. Das war früher Standard. Die Kapitalisten wollten die Betriebe am liebsten gewerkschaftsfrei halten! Aber die Arbeiterinnen und Arbeiter haben sich organisiert, haben Gewerkschaften aufgebaut, sie haben Verbesserungen erreicht. Und jetzt kommt die AfD und will zurück in die Neunzigerjahre. Schönen Dank auch, sagt die Kollegin, das wollen wir aber nicht. Wir wollen nach vorne!
Jetzt geht es zu den Demos. Es gibt eine relativ kleine antirassistische Demonstration, so 150, 200 Leute, da geht eine Delegation von uns mit. Aber wir machen auch eine eigene Demonstration in der Innenstadt von Magdeburg. Die stellt sich jetzt gleich auf und wird unsere Antworten populär unter den Menschen verbreiten, die Leute einbeziehen. Es wird eine Arbeiterdemonstration sein und wir werden gleich berichten.
13.30 Uhr - Fulminante Rede von Gabi Fechtner und Jörg Weidemann
Wir haben eine fulminante Rede von Gabi Fechtner und Jörg Weidemann gehört. Gabi hat gleich den Kapitalismus frontal angegriffen, zu dessen DNA vor allem die Ausbeutung gehört. Wenn ein System die DNA Ausbeutung hat, dann tut es alles dafür, diese Ausbeutung auf die Spitze zu treiben, durch Faschismus, durch Kriege, durch Umweltzerstörung. Das ist nicht aus der Welt zu schaffen, indem die Regierenden und die bürgerlichen Parteien Versprechungen machen, diese oder jene Partei, dieser oder jener Politiker würde etwas anderes machen. Das ist im Kapitalismus gesetzmäßig. Deswegen braucht es eine revolutionäre Partei, die nicht nach Wählerstimmen schielt, sondern die Arbeiter organisiert. Und da macht uns, da macht der MLPD niemand etwas vor. Wir sind in den Betrieben mit unseren Betriebsgruppen die einzige Kraft, die bundesweit aktiv diese Arbeiterkämpfe organisiert und führt und beeinflusst - bei VW, bei Mercedes, in den Automobilbetrieben. Die den gemeinsamen Streiktag am 21. September als Generalstreik der Automobilarbeiter vorbereitet. Die in den Gewerkschaften Einfluss nimmt, die aber auch in der Frauenbewegung aktiv ist.
Ein Highlight der Rede von Gabi Fechtner war, wie sie den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund auf die Hörner genommen hat. Ulrich Siegmund ist ja gelernter Wirtschaftspsychologe. Er hat sein Studium damit bestritten, wie man Menschen manipulieren kann, dass sie irgendeinen Schrott kaufen mit Düften oder mit Wohlfühlargumenten, dass sie belogen und betrogen werden, um etwas zu kaufen, was sie eigentlich gar nicht wollen. Einen solchen Menschen an die Spitze zu stellen , das ist ein echtes Armutszeugnis für die AfD, die nur manipuliert. Gabi Fechtner: "Das ist ein Blender, ein armseliger Blender. Die Menschen werden das durchschauen. Das ist ein Mensch, der schon korrupt ist, bevor er überhaupt an die Macht kommt." Er hat seinen Vater für tausende Euro in seinem Abgeordnetenbüro beschäftigt. Das mit der AfD ist kein Neuanfang! Die AfD bekommt 12,8 Millionen Euro vom Bund und noch jeden Monat 170.000 für die Landtagsfraktion. Wir von der MLPD lehnen staatliche Parteienfinanzierung ab und finanzieren unsere gesamte Arbeit komplett aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden der Arbeiter!
Jörg Weidemann sprach unter anderem über die globale Umweltkatastrophe. "Wir erleben im aktuellen Hitzesommer, dass täglich in Deutschland 160 Menschen an der Hitze sterben - täglich! Wir erleben, wie beim katastrophalen Erdrutsch in Nepal tausende Menschen sterben und Abertausende all ihr bescheidenes Hab und Gut verloren haben. Diese Katastrophen kommen immer häufiger vor. Das alles leugnet die AfD! Kein Wort zu den Toten dieses Hitzesommers - es sei ein völlig normaler Sommer, sagt Chrupalla. Windräder sind für die ein größeres Problem als 160 Tote am Tag. Sie stellen sich hin und ignorieren, dass Hamburg demnächst unter Wasser stehen könnte. Sie tun so, als würde Deutschland auf einem Hügel liegen und bräuchte sich um nichts zu kümmern." Stattdessen hetzen sie über Flüchtlinge, die angeblichen Wohlstandsflüchtlinge, die rundum versorgt werden. Jörg belegte mit Zahlen, dass die Flüchtlingsunterstützung in Deutschland zur Zeit 24 Milliarden € beträgt, während Migranten 704 Milliarden jährlich zur Wirtschaftsleistung beitragen. Es ist einfach erbärmlich, Lüge und Hetze. Statt gegen die DAX-Konzerne, die kaum noch Steuern bezahlen und Subventionen ohne Ende bekommen, zu agitieren, trampeln sie auf den Ärmsten und Elenden herum, die vor Kriegen und Hunger und Umweltzerstörung geflohen sind.
11.30 Uhr - Musikalisches Warmup und jede Menge Gespräche
Auf dem LKW spielt und singt die Band, u.a. das Lied "Geisterstunde". Es ist 11.30 Uhr, mitten in Magdeburg, bei schönstem Sonnenschein. Mitten im Fußgängerstrom, unter Bäumen und viel Grün haben wir unsere Kundgebung begonnen mit einem musikalischen Warm-Up, Redebeiträgen und Gesprächen. Viele Leute sind hier in Diskussionen - über den echten Sozialismus, über den faschistischen Charakter der AfD, warum die AfD nicht gewählt werden kann, über unsere Alternativen. Dabei haben wir in den Gesprächen stets im Blick, nicht nur die AfD, sondern ebenso die Ausbeutungsoffensive durch Monopole und Staat anzugreifen. Immer wieder kurbeln Leute ihre Autofenster runter, sprechen mit uns, decken sich mit Literatur ein und: Daumen hoch! In Kürze wird die MLPD-Vorsitzende Gabi Fechtner auf der Kundgebung sprechen.
Infostände bereits ab 10 Uhr, hier am Bahnhof

An sechs Info-Ständen in der Innenstadt führen Genossinnen und Genossen der MLPD intensive Diskussionen mit Menschen aller Altersklassen und verschiedener Herkunft. Dass es so nicht weitergehen kann, da war man sich schnell einig. Mit der Mehrzahl der Leute auch darüber, dass die Wahl der AfD die Lage nur noch verschlimmern würde. Warum nur der echte Sozialismus die Lösung sein kann, da stießen wir auf Fragen und Diskussionsbereitschaft. Dass die MLPD die Erfolge des sozialistischen Aufbaus und die Fehler dabei intensiv auswertet, damit der nächste Anlauf zum Sozialismus erfolgreich wird, stieß auf Anerkennung. Da konnten wir auch Broschüren, Rote Fahnen etc. verkaufen und Werbung für unsere Bücher machen. Und natürlich luden wir zur Kundgebung und zur Zusammenarbeit ein.