Umweltbewusstsein hat sich deutlich belebt
Auswirkungen von Hitze und Dürre auf die Landwirtschaft in Frankreich
Dieser Sommer mit seiner extremen Hitze und Trockenheit hat verheerende Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Frankreich. Milliarden von Euro an Nothilfen wären notwendig, um die Verluste auszugleichen.
Hart betroffen sind die Viehzüchter. Viele Weiden sind komplett vertrocknet und für die Ernährung des Viehs unbrauchbar. Die Bauern müssen jetzt das Futter verwenden, das als Vorrat für den Winter gelagert wurde. Das fehlt dann im Winter. Es wird geschätzt, dass die Maisproduktion dieses Jahr um 35 % geringer ausfällt. Auf unserer Reise durch Frankreich fuhren wir durch regelrechte Wüsten verbrannter Mais-, Sonnenblumen- und anderer Felder. Teilweise wurden Felder auch wegen gestiegener Produktionskosten, vor allem durch die gestiegenen Energiepreise, nicht mehr bestellt. (Wobei die Maismonokulturen mit ihrem hohen Wasserverbrauch auch umweltpolitisch problematisch sind.)
Am Montag, dem 24. August, haben Kartoffelbauern Alarm geschlagen. Sie beklagen Ernterückgänge von 23% und Ertragsverluste von 400 Millionen Euro. Der Ertrag ist auf 23,4 Tonnen pro ha gesunken, gegenüber 43,1 Tonnen im Schnitt der letzten fünf Jahre.
Im Juli beschloss die Regierung ein Notprogramm für die Landwirtschaft. Dieses wird von der „Confederation paysanne“, die für eine umweltverträgliche landwirtschaftliche Produktion eintritt, kritisiert. Es gebe keine Antwort auf die drängenden Fragen der Masse der Bauern nach einem würdevollen Auskommen, auch für kommende Generationen. Mit seiner Leitlinie einer Produktionssteigerung um jeden Preis sei es ein Gesetz im Interesse der großen Agraroligarchen.
Die derzeitige Diskussion um die „Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel“ ist allerdings kritisch zu sehen. Die Verlegung des Weinanbaus von der Provence in die Bretagne und der Anbau tropischer Früchte in Südfrankreich sind nicht die notwendige Antwort auf die beschleunigte Entwicklung der globalen Umweltkatastrophe. Diese erfordert dringende Sofortmaßnahmen. Die Entwicklung in diesem Sommer ist auch eine schallende Ohrfeige für die Le Pen- Faschisten, die den Massen weismachen wollten, mit der Anschaffung von ein paar Klimaanlagen sei alles kein Problem.
Das Bewusstsein über die Bedeutung der Umweltfrage hat sich deutlich belebt. Und die Feuer haben auch die politische Krisenhaftigkeit befeuert. Die Kritik am Krisenmanagement des Staates nimmt zu. Im Südwesten protestierten Menschen in einer Petition dagegen, dass vorrangig die Anwesen der Reichen geschützt wurden.