Heilbronn
Rote-Fahne-Verkauf zum Schichtwechsel bei Audi Neckarsulm
Die Kollegen haben eine anstrengende Woche hinter sich. Ein Wechselbad der Meldungen zur Schließung und bis gestern die mit Spannung erwartete Aufsichtsratssitzung bei VW, die dann schon einen Tag früher stattfand.
Jetzt die Ernüchterung: "Die ziehen ihr Programm durch.“ Die Kollegen werden weiter vertröstet mit: „Die nächsten sechs bis zwölf Monate entscheiden“. Sprich: Mach mit, arbeite, das "Sparpotenzial" ist noch größer.
Viele sind noch verdattert vom vorgezogenen einstimmigen Aufsichtsratsbeschluss. Wir haben die Kollegen angesprochen: "Durch Aufsichtsbeschluss nichts geklärt für Arbeiter – vorbereiten vom Streik und Aktionstag am 21.September." Die Reaktionen reichen von „Gut, dass ihr da seid“, ernsthafte Gedanken wie denn jetzt ein Streik vorbereitet werden muss: "Es wäre gut, aber ob die Leute da mitziehen“ bis „das ist gelaufen“. Oder sarkastische Reaktionen: Dann krieg ich erstmal Bürgergeld
Der 21. September als Aktions- und Streiktag der Beschäftigten in der Auto- und Zuliefererindustrie bis hin zum Generalstreik ist noch nicht richtig Thema. Viele Kollegen und Vertrauensleute sind nicht informiert. Aber dann: „Klar, da sind wir dabei!": Die IG Metall ruft ja auf: Alle Beschäftigten, alle Schichten!
Einzelne setzen auch auf die AfD. Wie immer kommt vor Audi der Werkschutz. Neu ist, dass sie geduldig neben den Verteilern stehen. Für jeden einer. Ein persönlicher „Bodyguard“ zeichnete sich durch besondere Klebrigkeit aus. Trotzdem haben sich Kollegen nicht einschüchtern lassen und mit uns gesprochen. Es bestätigt sich, wie dringend die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus verstanden werden müssen. Aufklärungsarbeit und Streikvorbereitung sind jetzt Trumpf.