Sachsens Ministerpräsident zu VW-Zwickau

Sachsens Ministerpräsident zu VW-Zwickau

Von wegen keine Lohnsenkung!

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erklärt im ZDF-„Morgenmagazin“ zur weiteren Zukunft des VW-Werks in Zwickau lauthals „Wir sind zu teuer“.

hs

Eine Lösung müsse für ihn aber nicht damit einhergehen, dass Löhne sinken. Es bräuchte vielmehr ein „Mix an Maßnahmen“, zu dem auch „längere Arbeitszeiten wie die 40-Stunden-Woche“ gehören.

 

Doch mit dem „Wir“ bei „zu teuer“ meint er nicht sich selbst, der als Ministerpräsident mit Besoldungsgruppe B11 ein monatliches Grundgehalt von 17.415,98 Euro erhält¹ und dem nach acht Jahren Amtszeit bereits ein monatlicher Pensionsanspruch von über 11.000 Euro garantiert ist. Sondern die Kolleginnen und Kollegen bei VW und ihre Familien, die gerade mal ein Vielfaches weniger erhalten.

 

Und von wegen keine Lohnsenkung. Das ist doch glatt gelogen. Bei seinem Vorschlag einer 40-Stunden-Woche geht er ausdrücklich von einem gleichbleibenden Lohn aus. Laut Berechnung der IG Metall würde dies aber eine effektive Lohnkürzung um gleich 12,5 Prozent bedeuten!²

 

Was für ein Widersinn: Der VW-Vorstand bejammert eine mangelnde Auslastung der VW-Werke und Herr Kretschmer kommt daher und schreit nach Arbeitszeitverlängerung als scheinbare grandiose Lösung. Nach der herrschenden kapitalistischen Profitlogik des Vorstands würden damit aber sogar noch mehr Beschäftigte auf die Abschussliste genommen. Noch weniger Beschäftigte, die aber länger arbeiten sollen, für weniger Lohn!

 

Der VW-Vorstand und Ministerpräsident Kretschmer arbeiten so Hand in Hand an der verschärften Ausbeutungsoffensive. Die passende Antwort darauf kann nur sein: Mitbestimmung durch Streik!