Rotterdam

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Wichtige Impulse für die internationale Arbeitereinheit der Hafenarbeiter an der Nordseeküste

Am gestrigen Freitag, dem 4. September, kamen Früh- und Spätschicht der Häfen Rotterdam, Amsterdam und Vlissingen zu Streikversammlungen gegen die massiven Programme der Krisen- und Kriegslastenabwälzung der Regierung der Niederlande zusammen.

Von Jürgen Bader
Wichtige Impulse für die internationale Arbeitereinheit der Hafenarbeiter an der Nordseeküste
Aufmerksam hörten die Kollegen auf der gestrigen Streikversammlung in Rotterdam den Reden und Solidaritätsbotschaften zu (rf-foto)

Rote Fahne News berichtete am 6. August über die Hintergründe des Streiktags.

 

Die Stimmung unter den Kollegen in Rotterdam war sehr kämpferisch. Als ein Redner ausrief „Union!“ kam aus tausend Kehlen „Power“!

 

Mit einer kleinem Delegation aus Hamburg und Lübeck überbrachten wir in Rotterdam Grüße von den streikenden Hafenarbeitern in Deutschland. Die Versammlung fand auf einer Landzunge bei der Maassluis statt, leider viel zu weit entfernt von der Stadt Rotterdam. Immerhin war das niederländische Fernsehen vor Ort. Man konnte die Maasflakte I und II in der Ferne sehen. Die Containerbrücken waren oben. Auch an den umliegenden Kohleterminals rührte sich nichts. Es wurde die beschlossene Solidaritätsresolution von verdi in Hamburg vorgetragen. Sie lag beim Streikposten am Terminal der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) in Altenwerder, verbunden mit einem Solidaritätsbuch aus, wo die Kollegen aus Hamburg aufgefordert wurden, ihre Solidaritätsgrüße einzutragen.

 

Die versammelten Kollegen hörten aufmerksam zu, nachdem Bruis, der Kollege der lokalen Streikleitung von FNV Havens (Niederländische Einheitsgewerkschaft - Gegenstück zu ver.di), den Beitrag angekündigt hatte. Sie waren einerseits erstaunt, aber auch erfreut, dass ihr Streik bis nach Deutschland bekannt war. Besonders wunderte sie, dass in Deutschland die Gewerkschaft nicht zu politischen Streiks aufrufen kann. Gründe dazu haben wir ja genug. Das kam in der Erklärung raus. Es kam viel Applaus und Anerkennung, obwohl das Wetter gerade zu diesem Zeitpunkt mit heftigem Regenguß die Standfestigkeit auf die Probe stellte.

 

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Unter den Kollegen warb die Gruppe Rode Morgen für ihre Arbeit. Zur gewerkschaftlichen Aktionswoche, an der sich auch andere Branchen beteiligen, riefen sie auf: „Gewerkschaftskraft entfalten - Vom Protest zum landesweiten Streik! Gemeinsam mit anderen Branchen in Bewegung zu kommen, das gibt Kraft - es zeigt die Macht der Arbeiterklasse.“ Sie stellten als Forderungen auf:

Weg mit den Regierungsplänen:

  • Das Renteneintrittsalter muss gesenkt statt angehoben werden!
  • Hände weg vom Gesundheitswesen und den Sozialleistungen!
  • Mindeststundenlohn von 18 Euro!
  • Schluss mit den Milliardensubventionen für die Reichen und die großen Unternehmen!
  • Abschaffung der Selbstbeteiligung im Gesundheitswesen!
  • Schluss mit den Kriegsvorbereitungen!
  • Lasst die Umweltverschmutzer zahlen!
  • Gesetzlich uneingeschränktes Streikrecht!
  • Uneingeschränktes Demonstrationsrecht!
  • Verbot faschistischer Organisationen und ihrer Propaganda
  • Eine Zukunft für die Arbeiter und ihre Kinder - den Kapitalismus revolutionär überwinden!

 

Auch der Internationale Hafenarbeitererfahrungsaustausch verteilte seine Solidaritätserklärung. In verschiedenen Gesprächen wurden neue Verbindungen hergestellt.