Widerstandskomitee Audi Neckarsulm

Widerstandskomitee Audi Neckarsulm

Jetzt ist volle Solidarität und aktiver Widerstand der ganzen Region gefragt

Folgende Presseerklärung veröffentlichte heute das "Widerstandskomitee gegen die Werksschließung bei Audi und gegen die Kriminalisierung der Arbeitersolidarität":

Widerstandskomitee gegen die Werksschließung bei Audi und gegen die Kriminalisierung der Arbeitersolidarität

VW-Vorstand beschließt das Produktionsende und damit das Aus von Audi Neckarsulm - Jetzt ist die volle Solidarität und der aktive Widerstand der ganzen Region gefragt

 

Was der Vorwärtsgang, Zeitung von Kollegen für Kollegen bei VW, schon vor Wochen aufgedeckt und breit bekannt gemacht hat, ist jetzt offiziell: Der VW-Vorstand hat das Produktionsende von 4 Werken, darunter das Werk in Neckarsulm, beschlossen.

 

Für die Region Heilbronn-Neckarsulm bedeutet das die Vernichtung von 15.000 Arbeitsplätzen. An diesen hängen weitere Tausende bei Zulieferern und Gewerbetreibenden. Die ganze Region ist betroffen. Mit dem Beschluss des VW-Vorstands, die Werke "leer laufen zu lassen", soll der Aufsichtsrat mit der bisherigen "Mitbestimmung" durch Gewerkschaft und Betriebsrat übergangen werden. So geht Diktatur der Monopole. Für die Beschäftigten gilt jetzt die Parole: Mitbestimmung durch Streik.

 

Die Verteilerinnen und Verteiler des Vorwärtsgang wurden als Panikmacher und Unruhestifter seitens der Werksführung diffamiert, und die Verbreitung der Wahrheit sollte sogar mit Polizeigewalt unterdrückt werden. Inzwischen sind circa 60 Anzeigen wegen angeblichen Hausfriedensbruchs bei den Verteilern eingegangen. Damit soll die Arbeitersolidarität eingeschüchtert und die Aufnahme des berechtigten Kampfs der Kolleginnen und Kollegen verhindert werden. Klar machen sich die Kolleginnen und Kollegen Sorgen um ihren Arbeitsplatz und die Zukunft ihrer Familien. Viele fragen sich, ob es überhaupt noch was bringt, gegen die Schließung zu kämpfen, oder andere, ob es vielleicht doch nicht so schlimm kommen wird, oder ob ein Streik nicht erst recht zur Schließung des Werks führen wird. Aber: Solange die Produktion läuft, haben die Kolleginnen und Kollegen die Druckmittel in der Hand. Das gilt es jetzt auszuspielen.

 

Für das „Widerstandskomitee gegen die Werksschließung bei Audi und gegen die Kriminalisierung der Arbeitersolidarität“ ist seit der Gründung im Juli klar: Es steht fest hinter den Audi-Kolleginnen und -Kollegen in ihrem Kampf gegen die Werksschließung, so wie es bei der Kundgebung vor Tor 6 letzte Woche mit einem Spruchband erklärt wurde: „Unsere ganze Region steht auf!“. Sie können auf volle Unterstützung zählen. Inzwischen wurden auch in anderen Städten wie in Hannover Widerstandskomitees gegen die Schließungspläne gegründet, um die Kraft zu bündeln und gemeinsam die Schließungspläne der 4 betroffenen Werke zu Fall zu bringen.

 

Das Widerstandskomitee trifft sich wieder am 11. September um 19 Uhr in den Frauenräumen, Achtungstraße 37, Heilbronn. Da werden weitere Schritte beraten. Über ggf. vorher stattfindende Aktivitäten werden wir über den E-Mail-Verteiler und Presseerklärungen informieren.