Dokumentiert aus Rode Morgen
8. September 2026: 4.000 Kolleginnen und Kollegen gegen die Regierung
In der Zeitung der niederländischen ICOR-Organisation Rode Morgen erschien der Artikel "8. September 2026: 4.000 Kolleginnen und Kollegen gegen die Regierung". Ein Kollege vom Internationalen Hafenarbeitererfahrungsaustausch hat den Artikel übersetzt; Rote Fahne News dokzumentiert ihn.
Am 8. September demonstrieren 4.000 Kolleginnen und Kollegen vom De Koekamp aus – wo ebenfalls eine Kundgebung stattfand – durch die Innenstadt von Den Haag.
Es handelt sich um Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, darunter Mitarbeiter von Behörden, Kommunen, Müllabfuhr- und Abfallentsorgungsbetrieben sowie von sozialen Einrichtungen und Pflegepersonal. Am 8. September wurde auch in vielen Branchen wie dem Bildungswesen, der Reinigungsbranche und in Krankenhäusern gestreikt. Landesweite Streiks in der Metall- und Baubranche finden am 10. und 11. September statt. Am 9. September streikt der öffentliche Nahverkehr landesweit für 24 Stunden. Mitarbeiter der NS, des Regionalverkehrs und des Stadtverkehrs legen den öffentlichen Nahverkehr in den Niederlanden für 24 Stunden lahm.
Am 1. September wurde bekannt, dass die Regierung „Zugeständnisse gemacht" habe, doch die meisten Kürzungsmaßnahmen werden lediglich aufgeschoben. Nach Angaben von Ökonomen der Gewerkschaft FNV bleiben 70 Prozent dieser Maßnahmen bestehen. Nicht nur müssen alle Sparpläne im Bereich der sozialen Sicherheit vom Tisch, auch die Kürzungen im Gesundheitswesen (10 Milliarden) müssen gestoppt werden.
Am Dienstag, dem 8. September, überreichen Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen in Den Haag die Petition „Ohne uns keine Pflege". Tausende Menschen haben deutlich gemacht, dass die Streichung der häuslichen Pflege inakzeptabel ist. FNV, CNV und VCP fordern, dass die Kürzungen unter anderem bei der Arbeitslosenunterstützung (WW), der Erwerbsunfähigkeitsrente (WIA) und der Altersrente (AOW) unverzüglich vom Tisch genommen werden. Die Milliarden, die die Regierung aus der Sozialversicherung und dem Gesundheitswesen abziehen will, fließen fast unmittelbar in die Aufstockung des Kriegsbudgets (19 Milliarden), weshalb diese Pläne und auch der sogenannte „Freiheitsbeitrag" (Kriegssteuer) gestrichen werden müssen.
De Rode Morgen verteilt Flugblätter, die bei den Demonstranten großen Anklang fanden. In dem Flugblatt mit dem Titel: „Gewerkschaftsmacht entfalten – vom Protest zum landesweiten Streik!" heißt es unter anderem: „Gemeinsam mit anderen Branchen in Bewegung zu kommen, daraus entsteht Kraft – es zeigt die Macht der Arbeiterklasse. Ein Generalstreik entspricht am ehesten der Schwere der Lage und dem Willen der arbeitenden Menschen, der Regierung Paroli zu bieten."