Argument

Argument

"Lieber verzichte ich auf Lohn, Hauptsache mein Job ist sicher …"

Solche Gedanken machen sich etliche Kollegen und das wird auch kräftig gefördert, zum Beispiel in Neckarsulm, wo der Werksleiter tönte: „Wir haben gemeinsam schon so viel erreicht und können gemeinsam mit Opfern den Karren wieder aus dem Dreck ziehen“.

Korrespondenz

Er hat wohl nur vergessen, zu sagen, dass der Vorstand und die Aktionäre auf dem Karren sitzen und mit der Peitsche die Ackergäule antreiben, die die Drecksarbeit machen sollen. Diese Rolle hat er natürlich uns zugedacht.

 

Das ganze liegt voll auf der Linie der bisherigen Verzichtsprogramme und dient nur der Profitsteigerung. Es wird weiter versucht uns in Konkurrenz gegen die Belegschaften anderer Werke zu treiben und uns einander zu unterbieten. Obwohl der Aufsichtsrat ein Produktionsende für Neckarsulm zur Kenntnis genommen hat, wird uns gleichzeitig vage Hoffnung gemacht, wenn VW bis 2027 1,5 Milliarden Euro mehr aus uns auspresst. Diese Masche, bis zum Schluss alles aus den Leuten herauszupressen, bevor der Deckel drauf kommt, kennen viele Belegschaften, die den Tod auf Raten erlebt haben.

 

Nicht genug damit haben wir durch die aktuelle Umverteilung von unten nach oben durch die Beschlüsse der Regierung hunderte Euro weniger in unseren Haushaltskassen. Nach einem Kaufkraftverlust von 30 Prozent in den letzten Jahren hat die offizielle Inflation recht wenig mit der für uns realen Inflation von gut 10 Prozent zu tun.

 

Zu Recht schreibt die IG Metall NRW unter der Überschrift „Das Märchen von den zu hohen Löhnen“, dass die Lohnkosten in der Automobilindustrie im Jahr 2025 lediglich rund 10,7 Prozent des Umsatzes ausmachten, 2020 noch 13,8 Prozent.

 

Kurzum: Wir können uns weder einen Lohnverzicht leisten noch dadurch auch nur einen einzigen Arbeitsplatz erhalten. Die einzigen, die davon profitieren, sind die Konzerne!