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Wie Mercedes Arbeiterrechte in den USA mit Füßen tritt

Mit der Erpressung einer angedrohten Werksschließung in Deutschland soll der Betriebsrat zur Kapitulation vor dem umfassenden Kürzungsplan zur Steigerung des Maximalprofits von Mercedes gezwungen werden.

Korrespondenz

(Siehe Artikel zu diesem Vorgang hier)

 

In den USA, wo die Gewerkschaften geringere Rechte haben, ist solche Erpressungspolitik schon Praxis. Vor der Betriebsratswahl 2024 im US-Werk Tuscaloosa warf der Chef von Mercedes in USA, Michael Göbel, der Gewerkschaft UAW allen Ernstes vor, dass sie für die Beschäftigten spricht. Eine Gewerkschaft soll also nicht für die Mitglieder sprechen, weil sie damit ein Gegensatz zwischen Kapitalisten und Arbeitern künstlich erzeuge.

 

In verkappter Form vertritt diese reaktionäre Illusion einer angeblichen Betriebsgemeinschaft bei uns die AfD. So heißt das Positionspapier der AfD zur Gewerkschaftsarbeit vom Juni 2026 „Deutsche Arbeiternehmerinteressen zuerst“, wobei die Autoren feige verschweigen, was das angesichts der internationalen Zusammensetzung der Arbeiterklasse in Deutschland bedeuten soll. Zugleich wurden von Mercedes USA aktive Gewerkschafter in dem Werk und einer großen Filiale in New York gemaßregelt und sogar entlassen.

 

Im Rechtsstreit dagegen zwischen Mercedes und der Gewerkschaft UAW wurde im März 2026 ein Vergleich erzwungen. Zwar musste Mercedes zusichern, Mitarbeiter weder zu überwachen noch mit Werksschließungen zu drohen. Zugleich wurde aber der Geschäftsleitung bescheinigt, sie habe sich kein Fehlverhalten zuschulden kommen lassen. Diesen Vergleich akzeptiert die UAW nicht und setzt das Verfahren zur Wiederholung der Betriebsratswahl von 2024 fort.

 

Aus Protest gegen die Praxis, »systematisch grundlegende Arbeiterrechte im Werk Tuscaloos zu verletzen«, hat der globale Gewerkschaftslverband IndustriALL im März 2026 die Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz gekündigt. Eine notwendige Schlussfolgerung, denn statt illusionäre Klassenzusammenarbeit zu predigen, müssen Gewerkschaften Kampforganisationen sein. Internationale Solidarität mit den Kollegen der UAW gegen die Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivsten!