Aktualisiert 20 Uhr: Frankfurt/Main
30.000 Teilnehmer und großes Interesse am Sozialismus
Mit 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war Frankfurt heute eine der größten Aktionen, zu denen der DGB unter dem Motto "Hart verdient" aufgerufen hatte. Es waren sehr viele Gewerkschaftsfahnen zu sehen, die Jugend war stark vertreten.
Das Widerstandskomitee Rüsselsheim gegen den Generalangriff von Monopolen und Staat begrüßte die Teilnehmer mit einer Warm-up-Kundgebung und ließ später mit offenem Mikrofon Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Betrieben zu Wort kommen.
Kollegen von Opel Rüsselsheim berichteten vom Kampf- und Streiktag am 21. September und machten klar, dass diese Kampftage erst der Anfang sein können, dass sich der begonnene Geist der Arbeiteroffensive verbreiten wird. Sie kritisierten, wie sich die AfD als Kümmerer aufspielt, aber dann die Arbeiter spaltet, die Gewerkschaften zersetzen will und die Kämpfe hintertreibt. Die MLPD brachte ein, dass es nicht wir sind, die "zu teuer" sind, sondern es ist dieses Profitsystem, das wir uns nicht mehr leisten können. Eine der meistgerufenen Parolen war "Ohne Streik wird sich nichts verändern". Auch "Jugend, Zukunft, Sozialismus" war immer wieder zu hören.

Ein riesiger Gewerkschaftsblock prägte die Demo. Neben den Angriffen in der Autoindustrie fühlten sich besonders Kollegen aus dem sozialen Bereich von den Kürzungen herausgefordert. Ein Kollege brachte auf den Punkt: "Die Gewerkschaften müssen sich mehr trauen." Immer wieder gab es Rufe "Merz muss weg". Außer der großen Wut auf die Regierung kam in Gesprächen breite Kapitalismuskritik zum Ausdruck. Das Interesse, über den Sozialismus zu diskutieren, war groß. Ist die MLPD stalinistisch? Was ist in der DDR oder der Sowjetunion schiefgegangen? Ist der Mensch egoistisch? Diese Fragen wurden nicht als Vorbehalt, sondern mit echtem Interesse diskutiert.
Das neue Buch "Die Lehre von der Denkweise" weckt großes Interesse. Eine Reihe Leute nahm sich vor, zur Buchvorstellung mit Gabi Fechtner am 9. Oktober kommen. Auch eine Sprecherin der Ver.di-Jugend wurde eingeladen, die in ihrer Rede gesagt hatte: "Wir wollen nicht nur ein Kuchenstück, wir wollen die Bäckerei." Wie wir dahinkommen, wird dort sicher weiter diskutiert.
Ein Highlight waren die "Arbeitsplätzchen", die die Rotfüchse gebacken hatten. Sie waren noch vor Start der Demo ausverkauft.