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Klassenkämpferischer Geist und zahlreiche "Merz muss weg"-Rufe

Nach DGB-Angaben nahmen 16.500 Menschen am Aktionstag in Stuttgart teil. Sie kamen aus vielen Städten Baden-Württembergs.

Korrespondenz
Klassenkämpferischer Geist und zahlreiche "Merz muss weg"-Rufe
Kampfbereite Kolleginnen und Kollegen von Mercedes in Stuttgart-Untertürkheim (Foto: RF)

Geprägt waren Kundgebung und Demonstration vor allem von kämpferischen Industriearbeiterinnen und -arbeitern. Hier wirkte sich auch der Kampf- und Streiktag der Automobilarbeiter am 21. September positiv aus, indem er den Gedanken bestärkte, auch auf die Regierungspolitik Einfluss zu nehmen. Die Rufe "Merz muss weg" gingen nicht nur vom starken Block der Mercedes-Vertrauensleute aus Stuttgart-Untertürkheim aus, sondern wurden auch von anderen Demonstrationsblöcken wie dem der Gewerkschaftsjugend und der antifaschistischen Jugendlichen aufgegriffen. Ebenso die Parole "Ohne Streik wird sich nichts ändern". Passend dazu das gleichlautende Transparent der Mercedes-Kollegen aus Sindelfingen, das schon während der Demonstrationen im Juli entstand und mit dazu beitrug, diese Losung bekanntzumachen.

 

Auch viele Jugendliche waren dabei. Sie bewegte vor allem der Zusammenhang zu Militarismus und Kriegsgefahr, zur faschistischen Gefahr und zur Kritik am gesamten Kapitalismus. Dazu passte auch der Auftritt der Rap-Band "Junge Arbeiter" bei der Auftaktkundgebung. Sie bezeichneten sich stolz als Angehörige der Arbeiterklasse, die die Werte schafft, und positionierten sich klar für die Palästina-Solidarität sowie gegen Rassismus und Faschismus.

 

Die Arbeitereinheit von Jung und Alt und der Schulterschluss mit der Frauen-, antimilitaristischen und antifaschistischen Bewegung zeigte sich in der Breite und im solidarischen Umgang auf der Kundgebung und der anschließenden Demonstrationen. Der klassenkämpferische Geist kam auch in den großen und die Demonstration beherrschenden Plakaten der Mercedes-Arbeiter aus Stuttgart-Untertürkheim zum Ausdruck. Zusammengesetzt bildeten sie das Wort "Streik". Sie skandierten auch immer wieder: "35 Stunden, 35 Stunden! Noch besser: 30 Stunden!"

 

Großen Beifall gab es immer für Redner, die den sich verschärfenden Klassenwiderspruch anprangerten. Deutlich weniger Beifall kam, als zum Beispiel die IG-Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch sagte, nicht immer könne man Personalabbau verhindern. Deshalb bräuchte man die Altersteilzeit als "Beschäftigungsbrücke". Eine schöne Beschreibung der Arbeitsplatzvernichtung ohne Kampf.

 

Der Block der MLPD, des REBELL und befreundeter Kräfte mit dem offenen Mikrofon und seiner kämpferischen Demokultur stärkte auch viele andere Demonstranten. Die sozialistische Perspektive stößt auf immer mehr Offenheit und Zustimmung. Verschiedene Leute wollen weiter im Kontakt mit der MLPD oder dem REBELL bleiben. In Gesprächen wurde deutlich, dass es noch Illusionen in den Sozialstaat und Kapitalismus gibt, und viele Fragen, wie wir zum echten Sozialismus kommen.