"Schulstreiks"

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Schulboykott gegen Wehrpflicht in 100 Städten: „Jugend – Zukunft – Sozialismus“

Tausende, überwiegend Jugendliche, gingen heute während der Schulzeit auf die Straße, um gegen die drohende Wehrpflicht und gegen Krieg zu demonstrieren.

Von gos
Schulboykott gegen Wehrpflicht in 100 Städten: „Jugend – Zukunft – Sozialismus“
Bild von der Aktion in Rostock (rf-foto)

Hier erste Korrespondenzen:

Stuttgart: „Etwa 250 Jugendliche und einige Erwachsene demonstrierten heute durch die Stuttgarter Innenstadt. Etwa gleich viele wie beim letzten Mal im Mai. Der Jugendverband REBELL war mittendrin und warb offensiv für seine Party heute Abend im ABZ-Süd und gewann Mitgliedswünsche.

 

Dabei waren auch IG Metall, Ver.di, SDAJ, KJ, Friedensaktivisten mit Fahnen und viele mit eigenen Plakaten. Die Losungen ‚Ohne Streik wird sich nichts verändern‘ und ‚Jugend – Zukunft – Sozialismus‘ wurden in großer Einigkeit gerufen.“

 

Duisburg: „In Duisburg kamen ca. 50, großteils Jugendliche, zur Schulstreik-Aktion und Demo gegen die Wehrpflicht, aber auch einige Erwachsene. Eine Schülerin berichtete, dass die Schulleitung bei Teilnahme Repressalien angekündigt hat, u. a. die Jugendlichen von der bereits bezahlten Klassenfahrt nach Berlin auszuschließen.

 

Von einer anderen Schule kam eine kleine Gruppe Jugendlicher, aber auch Azubis haben wir getroffen. Zu Beginn sprachen der Ver.di-Jugendsekretär und eine Vertreterin der DGB-Jugend. Sie sprachen klar ihre Unterstützung und Haltung gegen die Wehrpflicht aus und mobilisierten dann für morgen zur großen Gewerkschaftsdemo nach Essen. Wir mobilisierten ebenfalls mit dem REBELL- und MLPD-Flugblatt dafür. Einige wollen mitkommen. Von den Jugendorganisationen waren SDAJ, REBELL und Young Struggle vertreten. Neben Parolen gegen die Wehrpflicht wurde bei der kämpferischen Demo auch ‚Jugend – Zukunft – Sozialismus‘ gerufen. Wir haben auch Werbung für das neue Buch ‚Die Lehre von der Denkweise‘ und Lesegruppen dazu gemacht. Dafür gab es Interesse und ein Buch wurde verkauft.“

 

Rostock: „Start des Schulstreiks gegen Wehrpflicht in Rostock war um 11 Uhr. Es kamen 400 bis 500 Menschen, mehrheitlich Jugendliche. Die Demoroute geht einmal um die Innenstadt herum. Die Auftaktkundgebung begann mit kämpferischen Reden, die auch klar den Kapitalismus angreifen.

 

Es wurde gegen ‚Argumente‘ der Regierung zur Wehrpflicht gesprochen.

 

Dass die ‚Freiheit‘ verteidigt werden muss, stimmt nicht, wenn man sich ansieht, mit welchen Maßnahmen die Regierung die Jugendlichen unterdrückt und zur Musterung zwingt. Auch in der Ukraine sieht man, dass im Kriegsfall nicht die Freiheit verteidigt wird. Stattdessen wird die Demokratie eingeschränkt und Männer werden gezwungen, an die Front zu gehen. Von der Rüstungsindustrie profitieren auch nur die Reichen. Wir erleben stattdessen einen Sozialabbau. Deswegen ist es auch gut, dass der DGB morgen eine Demo dazu macht.“

 

Hagen: Hier demonstrierten 30 jugendliche und ältere Teilnehmer gegen die Wehrpflicht.

Wir werden weiter berichten.

Folgende Termine hat die Aktionseinheit angekündigt:

Um der Wehrpflicht etwas entgegenzusetzen, werden wir

  • an der Demonstration „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“ am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart teilnehmen.
  • am 2. Oktober  beteiligen wir uns an der Konzertkundgebung „Unzwingbar – Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“ in Berlin!
  • danach wollen wir am 4. Oktober beim Jugendkongress gegen Krieg in Berlin voneinander lernen und gemeinsam Perspektiven entwickeln.
  • wir stören Bundeswehrauftritte und schaffen Schulen ohne Bundeswehr!
  • den Kampf gegen die Kriegsvorbereitung mit den sozialen Kürzungen in Verbindung stellen! Deshalb beteiligen wir uns an den bundesweit stattfindenden Demonstrationen und Protestaktionen gegen die Sozialkürzungen. Zu unserem nächsten Streiktag laden wir darum Redner aus den Gewerkschaften des DGB ein und solidarisieren uns mit den bundesweit geplanten Aktionstagen gegen die Sozialkürzungen am 26. September.
  • am 20. November führen wir einen Aktionstag in Deutschland durch, weil dort auch Organisationen aus anderen Ländern gegen Aufrüstung, Krieg und Wehrpflicht aktiv werden.
  • am 14./15. November  führen wir (bspw. in Bonn) die IV. Schulstreikkonferenz durch, um weitere Schulstreiktage, Aktionen und Orientierungen zu diskutieren, zu beschließen und uns weiter zu vernetzen.