Alle Nachrichten von gestern



Auf den griechischen Mittelmeerinseln Lesbos, Samos und Chios haben am Mittwoch,22. Januar, Tausende Menschen gegen die katastrophale Überfüllung der Flüchtlingslager protestiert. Die Menschen forderten bei Kundgebungen in den Häfen der Inseln, dass die Flüchtlinge sofort in anderen Landesteilen untergebracht werden. Öffentliche Einrichtungen und Behörden wurden bestreikt, Geschäfte blieben geschlossen. Offiziell haben die sogenannten Registrierungslager auf den Inseln Plätze für 9000 Menschen, tatsächlich leben dort derzeit fast 42.000.




Mehrere Tausend Menschen, vor allem Schülerinnen und Schüler, Studentinnen und Studenten, demonstrierten vergangenen Samstag, 18. Januar, in Melbourne gegen die australische Regierung und ihren Umgang mit den schweren Feuern. Erneut forderten die Demonstrantinnen und Demonstranten den Rücktritt des ultrarechten Premierministers Scott Morrison wegen seines Festhaltens an der Kohleförderung und -verbrennung. Auch einige Gewerkschaften hatten zum Protest aufgerufen. Die Brände wüten weiter, aktuell müssen Teile der Hauptstadt Canberra evakuiert werden.


In seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Januar, lehnte der Bundestag einen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gemeinsam vorgelegten Gesetzesentwurf ab, der die sogenannte Widerspruchslösung bei Organtransplantationen einführen wollte.



Bei Verabschiedung des Gesetzes wäre jeder Bürger über 16 potentieller Organspender geworden - es sei denn, er hätte vorher ausdrücklich der Organentnahme im Falle seines Hirntodes widersprochen. Eine solche Regelung gilt in praktisch allen anderen europäischen Staaten.

 

Stattdessen sprach sich mit 432 Abgeordneten eine deutliche Mehrheit für den Entwurf einer Abgeordnetengruppe um die Grünen-Chefin Annalena Baerbock und Linken-Chefin Katja Kipping aus. Nach dieser "erweiterten Entscheidungsregelung" ist eine Organentnahme nur möglich, wenn der Spender zu Lebzeiten ausdrücklich zugestimmt hat.

Münchner Kirchenradio frohlockt

Damit folgte die Bundestagsmehrheit der reaktionären Auffassung der Amtskirchen. So frohlockt das Münchner Kirchenradio über ein "... wichtiges Zeichen für den Erhalt und Schutz grundlegender (medizin)ethischer und grundrechtlicher Prinzipien, auf denen das Wertefundament unserer Gesellschaft fußt".

 

Der kirchlich gelobte angebliche "Schutz des Lebens" ist im Kapitalismus eine Heuchelei und Lebenslüge, das zeigt unter anderem, dass 40.000 Menschen jährlich in Deutschland an Folgen einer Sepsis durch Krankenhauskeime sterben. Spenderorgane, die über Eurotransplant aus den Nachbarländern nach Deutschland vermittelt werden, werden gerne genommen - trotz der dort geltenden Widerspruchslösung.

Unsägliche Debatte

Dass viele Menschen gegenüber Organtransplantationen misstrauisch sind, hat gute Gründe. So ist aktenkundig, dass in Ländern wie Indien armen Menschen - gegen Geld zum Beispiel - eine Spenderniere entnommen wird. In gewissen Privatkliniken gibt es dann keine Warteliste. Wer bezahlt, bekommt ein Organ.

 

Die ganze weltanschauliche Debatte, ob der Mensch tot ist, wenn er sicher hirntot ist, oder ob er dann doch noch irgendwie "lebt", ist reaktionärer Mief der bürgerlichen Ideologie. Das "Leben" des restlichen Organismus ist ja bei Hirntod nur durch den Einsatz von Maschinen künstlich möglich.

Selbstverständlichkeit in einer solidarischen Gesellschaft

Das Recht auf Entscheidung über die Verwendung des eigenen Körpers nach dem Tod muss respektiert werden, was aber bei einer Widerspruchslösung gewahrt worden wäre. Ansonsten wäre es in einer solidarischen Gesellschaft (die der Kapitalismus eben nicht ist) eine Selbstverständlichkeit, anderen Menschen lebenserhaltend zu helfen, wenn das eigene Leben unwiderruflich zu Ende ist.


Das Buch "Gewerkschaften und Klassenkampf" von Willi Dickhut, das jetzt auch auf Spanisch erschienen ist, passt wunderbar in die Vorbereitung und Durchführung der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika und ist ausgezeichnet für die Arbeit unter Migrantinnen und Migranten geeignet.



Im Klappentext heißt es "El presente libro es un manual de la teoría y práctica de la lucha de clases en la empresa y en la calle. Muestra el surgimiento y desarrollo de los sindicatos, su importancia y rol en las luchas de la clase obrera.

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Pero también se señala que la clase obrera, para liberarse de la explotación y opresión, debe romper el marco estrecho de la lucha exclusivamente sindical y pasar a luchas autónomas, económicas y políticas. Esto es aún más necesario porque actualmente todo el sistema imperialista mundial, está marcado por un general carácter de crisis que se profundiza. El libro muestra la única salida posible de la barbarie capitalista: realizar el socialismo tal como lo enseñaron Marx y Engels."

 

Mehr Informationen über die Reihe REVOLUTIONÄRER WEG erhalten Sie unter www.revolutionaererweg.de


„Wir freuen uns auf die 2. Internationale Automobilarbeiterkonferenz in Südafrika“, schreibt die Internationale Automobilarbeiterkoordinierung in ihrem neunten Infobrief, und gibt weiter wichtige Informationen bekannt (Auszüge):



„Brigadisten und Teilnehmer haben verschiedene Fragen zum Flug und zum Aufenthalt gestellt. Es war ein Fehler von uns, dazu nicht sofort zu antworten, auch wenn ein Teil der Fragen wie der Transfer erst mit unseren Freunden in Südafrika geklärt werden musste.

Visum

Deutsche Staatsbürger erhalten das Visum bei der Einreise (Pass-Stempel). Teilnehmer aus Deutschland mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit sollten sich bei ihrem Konsulat erkundigen. Türkische Staatsangehörige zum Beispiel benötigen ein Visum.

Anreise und Abholung vom Flughafen

Vom Flughafen Johannesburg zum Konferenzort (Zirka 80 Kilometer südlich von Johannesburg) und den Unterkünften wird gegen eine Gebühr ein Shuttleservice organisiert. Der Fahrer der Lodge wartet in der Empfangshalle des Flughafens mit einem Schild: „ICOG SEMA-Lodge“.

 

Ein Transfer in der Nacht findet aus Sicherheitsgründen nicht statt. Wer abends ankommt, muss in einem Hotel beim Flughafen übernachten und wird am nächsten Tag am Flughafen abgeholt. Wer bei People to People gebucht hat, für denjenigen bzw. diejenige organisiert People to People das Hotel und den Transfer (Flughafen – Hotel und zurück). Wer woanders den Flug gebucht hat, muss die Hotelübernachtung selbst organisieren.

 

Unbedingt erforderlich für die Konferenz und vorher ist die Anmeldung mit dem Formular unter Beachtung der Hinweise vom Infobrief 9 der ICOG beim Anmelde- und Anreiseteam der ICOG an contact@iawc.info Das Team braucht zusätzlich eure genauen Ankunfts- und Abflugdaten mit Uhrzeit und möglichst Flugnummer.

Klima

Im Februar ist in Südafrika Sommer/Spätsommer. Die Sonne steht hoch, die Dämmerung ist kurz und es wird um 19 Uhr Nacht. Wir erwarten tagsüber 25 Grad Celsius. Also leichte Kleidung mitnehmen, auf Sonnenschutz achten, Kopfbedeckung ..."

 

Hier gibt es den kompletten Infobrief mit allen Infos!




Der Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE), eine bundesweite Kooperation von Forschungsinstituten, kritisiert, dass der Bundestag im Haushalt 2020 die Verpflichtungsermächtigungen für die Energieforschung des Wirtschaftsministeriums stark gekürzt hat. „Dies wird bereits im laufenden Jahr zu massiven Problemen führen. Wichtige neue Forschungsprojekte werden nicht starten können und in den Folgejahren wird die deutsche Energieforschung substanziell geschwächt“, warnt der Sprecher des FVEE, Prof. Dr. Rolf Brendel vom niedersächsischen Institut für Solarenergieforschung (ISFH). Die Forschungsinstitute fordern, die Projektforschung für die Energiewende nachhaltig zu sichern.




Björn Höcke, AfD-Vorsitzender in Thüringen, der nach einem vom Internationalistischen Bündnis erstrittenen Gerichtsurteil als "Faschist" bezeichnet werden kann, will Hans-Georg Maaßen (CDU) für den Posten des Ministerpräsidenten in Thüringen vorschlagen. Maaßen ist über seine Verstrickung in faschistische und faschistoide Seilschaften aus dem Amt als Chef des Inlandsgeheimdiensts, genannt "Verfassungsschutz", gestolpert. Höckes Vorschlag ist ein Beispiel dafür, wie die faschistische Tendenz organisiert wird.


Die Familien der hungerstreikenden Mitglieder der türkischen linken Musikgruppe „Grup Yorum“ rufen vor dem Hintergrund der bestehenden Lebensgefahr ihrer Kinder zu Solidarität der Fans auf.



Seit 218 Tagen sind einige Mitglieder der Musikgruppe „Grup Yorum“ im Hungerstreik ... Der in der Strafvollzugsanstalt von Silivri in Istanbul inhaftierte Ibrahim Gökçek ist seit dem 199. Tag seines seit 218 Tagen andauernden Hungerstreiks in das sogenannte Todesfasten übergangen. Auch Helin Bölek befindet sich seit dem 213. Tag im Todesfasten, im Hungerstreik ist sie seit insgesamt 215 Tagen ...

„Künstler des Volkes“

… Von dem Gespräch mit seinem Sohn berichtend gibt Ahmet Gökçek an: „Mein Sohn vermisst die schönen Tage, an denen er Tausenden Menschen Konzerte gegeben hat und wünscht sich, dass er wieder solche Erfahrungen machen kann. Dieser Wunsch schenkt ihm Hoffnung, aus der er Kraft für den Widerstand schöpft.“ ...

Kritische Überlegungen zum Hungerstreik

Anlässlich des Hungerstreiks kurdischer Aktivistinnen und Aktivisten im letzten Jahr brachten die Vorsitzende der MLPD, Gabi Fechtner, und die Internationalismusverantwortliche der MLPD, Monika Gärtner-Engel, die folgenden kritischen Überlegungen zum Hungerstreik zum Ausdruck: „Bezüglich der Kampfform Hungerstreik als allgemeines und massenhaftes Mittel möchten wir unsere kritischen Überlegungen einbringen: Die revolutionäre Bewegung braucht all ihre Lebenskräfte, jeden einzelnen Kämpfer und jede Kämpferin mit größtmöglicher Kraft, ihren Erfahrungen, ihrer Kultur, Gesundheit und Kampfmoral. Deshalb hat Willi Dickhut, unser Vorkämpfer und Vordenker, im KZ auch immer die Genossen aufgefordert, alles für den Erhalt ihres Lebens und ihrer Kräfte zu tun ... So sorgt es uns sehr, wenn verdiente Kräfte und Repräsentanten … ihre Gesundheit, und das möglicherweise auf Dauer, verlieren würden. Diese kritischen Hinweise unterstreichen aber nur unsere Solidarität mit Eurem Kampf und werden sie nicht schwächen! ...“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Hier geht es zum kompletten Bericht über den Solidaritätsaufruf der Eltern der hungerstreikenden Grup-Yorum-Mitglieder!

 

Hier geht es zur Solidaritätserklärung von Gabi Fechtner und Monika Gärtner-Engel für die kurdischen Hungerstreikenden 2018 mit der entsprechenden Passage zur Kampfform Hungerstreik!


Für diesen Freitag, den 24. Januar, haben erstmals sogenannte „Fridays gegen Altersarmut“ zu Demonstrationen im ganzen Bundesgebiet aufgerufen.



Der Paritätische Gesamtverband schätzt das als "rechtsextremes" Tarnnetzwerk ein. Die Gruppe und die Veranstaltungen am 24. Januar werden stark durch faschistische, faschistoide, nationalistische Kräfte beworben. Laut Frankfurter Rundschau sind das unter anderem „HAGIDA“ (Hannoveraner „Pegida“-Ableger), die Kreml-nahe Partei „Deutsche Mitte“, die AfD Heidelberg und einschlägige Telegram-Kanäle wie der „Kandel-Kanal“. Allein 100 Termine sowie der Aufruf sind auf der Homepage von „Die Rechte“ veröffentlicht.

 

Seit dem Oktober 2019 wurde eine Facebook-Gruppe inszeniert, die sich „Fridays gegen Altersarmut“ nennt, angelehnt an die Fridays-for-Future-Bewegung. Es sind bislang an 210 Orten Mahnwachen angekündigt. Inwiefern diese tatsächlich stattfinden und in welchem Umfang ist derzeit nicht klar. Faschistoide und faschistische Kräfte wollen damit an der Sorge und dem berechtigten Kampf gegen Altersarmut demagogisch ansetzen. Ausdrücklich wird auf einen möglichen „linken Gegenprotest“ ausgerichtet.

 

Die Versuche von faschistoiden und faschistischen Kräften, auf diesem Wege in der Öffentlichkeit aufzutreten und Anhänger zu werben, muss auf den entschiedenen Widerstand und Protest stoßen.


Der Journalist und Palästina-Experte Arn Strohmeyer hat „Rote Fahne News“ einen Kommentar zum Gedenken an den Holocaust zur Verfügung gestellt. Wir bedanken uns dafür und veröffentlichen ihn gerne.



Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz an das Menschheitsverbrechen Holocaust zu erinnern, ist eigentlich ein selbstverständliches moralisches Gebot, allerdings sollte das Gedenken an dieses Menschheitsverbrechen nicht routinemäßig ausschließlich an Jahrestage gebunden sein ... Deshalb kann es keinen Schlussstrich geben. Nur eine offene und schonungslose Betrachtung der eigenen Geschichte kann von ihr frei und zukunftsfähig machen.

 

Ist das aber die Absicht der über 50 hochrangigen Staatsgäste aus über 50 Ländern, die sich zur Zeit in Jerusalem versammeln, um des Holocaust zu gedenken, dem Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind?

 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat schon verlauten lassen, was er in der Gedenkstätte Yad Vashem sagen wird: Er will die bleibende Verantwortung Deutschlands für den millionenfachen Mord an Juden zum Ausdruck bringen; die Lehre aus dem Holocausts müsse eine bessere Gegenwart und Zukunft gestalten; … und schließlich will der Bundespräsident ein Bekenntnis zur unverbrüchlichen Solidarität zum Staat Israel und seinen Menschen ablegen.

 

Das übliche Ritual also, hundert- und tausendfach von deutschen Politikern wiederholt. Und deshalb stellen sich genau an diesem Punkt die vielen kritischen Abers ein, die Widerspruch gegen das Gedenken, wie es zur Zeit in Jerusalem stattfindet, unbedingt notwendig machen. Dieser Widerspruch kommt gerade auch von jüdischer Seite, er soll hier zu Wort kommen ...

 

Hier der komplette Kommentar als pdf-Datei




Am 25. Januar 2019 brach ein Staudamm in Brasilien in einer Eisenerzmine nahe Brumadinho. 259 Menschen wurden sofort getötet. Die weiteren Folgen der Giftlawine sind bis heute nicht abzusehen. Die Staatsanwaltschaft stellt fest: "Der Betreiber der Eisenerzmine, der Konzern Vale, und der TÜV Süd haben bewusst zusammengearbeitet, mit dem Ziel, den inaktzeptablen Sicherheitszustand mehrerer Staudämme zu verheimlichen." Gegen elf Beschäftigte von Vale und fünf des TÜV Süd wird jetzt wegen Mordes ermittelt. Es müssen die lückenlose Aufklärung und Bestrafung der Verantwortlichen in den Konzernzentralen erfolgen!


Ausgehend von den Unternehmerverbänden wird gegenwärtig Stimmung gegen den Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) für eine „Grundrente“ gemacht. Er sei "unfinanzierbar" und "unausgereift".



Schon im Dezember legte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) ihr Veto dagegen ein. Die "vollständige Steuerfinanzierung der Grundrente" sei "nicht gewährleistet", heißt es in einer aktuellen Stellungnahme der BDA. Die "erheblichen Kostenrisiken" dürften auf keinen Fall "zu Lasten der Rentenversicherung und damit auch der Beitragszahler" gehen.1

 

Mit "Beitragszahler" meinen die BDA-Verantwortlichen allerdings nicht die versicherten Arbeiter und Angestellten, sondern die Unternehmen, die die gesetzliche Rentenversicherung bislang zur Hälfte finanzieren. Eine Erhöhung der Beiträge wollen sie einzig und allein in ihrem eigenen Profitinteresse verhindern.

Mini-Reform geht Monopolen schon zu weit

Von der BDA kaum ausgesprochen, stimmen bürgerliche Medien, "Rentenexperten" und rechte Politiker in den mahnenden Chor ein. Auch die Rentenversicherung selbst kritisiert, dass die Verwaltungskosten im ersten Jahr wohl "mehrere hundert Millionen Euro und damit mehr als 25 Prozent der Leistungsausgaben für die Grundrente" verschlingen würden.2

 

Die Kampagne gegen den Grundrentenentwurf Heils entbrennt, nachdem das Kanzleramt vergangene Woche grünes Licht dafür erteilte und er nun in das Ressortabstimmungsverfahren geht. Vor dem Hintergrund der eingeleiteten Weltwirtschafts- und Finanzkrise gehen den Unternehmerverbänden offenbar selbst solche geringfügigen Zugeständnisse schon zu weit.

 

Um dieses im Koalitionsvertrag von 2018 vereinbarte Gesetz wurde in der Regierung lange gestritten. Erst am 11. November 2019 einigten sich die Koalitionsparteien mühsam auf einen „Kompromiss“.

Überfällig - aber unzureichend

Angesichts der empörenden Tatsache, dass immer mehr Menschen trotz lebenslanger Arbeit im Alter in die Grundsicherung auf Hartz-IV-Niveau fallen oder nur eine minimale Rente erhalten, war dies ein überfälliger Schritt. Eine vom DGB im Mai 2019 gestartete Online-Petition für das Grundrente-Gesetz unterzeichneten in kurzer Zeit über 40.000 Menschen. Allerdings ändert dieses Gesetz nichts an der wachsenden Altersarmut auch derjenigen Menschen, die aus verschiedensten - oft gesellschaftlich bedingten Gründen - nicht auf 35 Rentenbeitragsjahre kommen (mehr dazu).

 

Ab Inkrafttreten der Grundrente im Jahr 2021 sind für die Finanzierung 1,39 Milliarden Euro jährlich eingeplant. Unbezahlbar? Allein eines der vier von der Bundesmarine bestellten neuen Mehrzweckkampfschiffe soll die gleiche Summe kosten! Die von Bundesfinanzminister Olaf Scholz geplante Finanzierung der Grundrente durch eine "Finanztransaktionssteuer" lässt dagegen die Spekulationsgewinne weitgehend unangetastet. Die lächerlichen 0,2 Prozent Steuern auf bestimmte Aktienkäufe sind für die Kapitalspekulanten "Peanuts".

Kapitalisten sollen Sozialversicherungsbeiträge voll bezahlen

Die MLPD hat dagegen seit Jahren klare Vorschläge zur Finanzierung der Rentenversicherung auf Kosten der Monopolprofite. Die Kapitalisten sollen eine etwa sechsprozentige Sozialsteuer zahlen. Allerdings umsatz- und nicht personalbezogen, so dass Handwerksbetriebe mit niedrigem Umsatz wenig einzahlen und die Monopole mit hohem Umsatz den Hauptanteil finanzieren. Damit sind die Kosten aller Sozialversicherungen abdeckbar: der Renten-, Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung.

 

Eine weitere Kernforderung der MLPD ist, das Renteneintrittsalter auf 60 Jahre für Männer und auf 55 Jahre für Frauen sowie für Schicht- und Schwerarbeiter herabzusetzen - bei vollem Rentenausgleich. Diese Forderungen weiten zugleich den Blick auf eine sozialistische Gesellschaft, in der der gesellschaftlich geschaffene Reichtum zum Nutzen der Menschen und der Natur eingesetzt wird und nicht länger bei den Monopolen landet.

Kämpfen wie in Frankreich

Warum sollen wir heute nicht von den französischen Gewerkschaftern lernen, die mit harten Streiks gegen die massive Verschlechterung der Rentenbestimmungen kämpfen?

 

Dass die Macron-Regierung diese Verschlechterungen mit dem "deutschem Vorbild" begründet, ist ein Grund mehr, sich auch in Deutschland nicht mit den Einschnitten der letzten Jahre in der Rentenpolitik abzufinden. Die Arbeiterinnen, Arbeiter, Rentnerinnen, Rentner und Jugendlichen müssen sich hierzulande ebenfalls auf einen harten Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten einstellen und offensiv für Verbesserungen eintreten, die über die Grundrente hinausgehen.

Klare Kante gegen AfD-Demagogie!

Wenn jetzt faschistoide und faschistische Kräfte um die AfD mit sogenannten "Fridays gegen Altersarmut"-Demonstrationen (mehr dazu) auftreten wollen, ist das an verlogener Demagogie kaum zu überbieten. Bei der AfD sind die Rentenbelange der Arbeiter und breiten Massen am denkbar schlechtesten aufgehoben.

 

Ihr Bundesvorsitzender Jörg Meuthen schlug im Herbst 2018 vor, die Lebensarbeitszeit zu verlängern, die beitragsfinanzierte gesetzliche Altersversicherung schrittweise abzuschaffen und durch eine steuerfinanzierte "Mindestabsicherung" knapp über dem Existenzminimum zu ersetzen.3 Solche Vorschläge lassen Kapitalistenherzen höher schlagen. Damit wird Altersarmut massiv verstärkt und nicht bekämpft!

 

Hier gibt es den MLPD-Flyer „Menschenwürdige Rente – unbezahlbar oder unverzichtbar?"


Die Leitung der Kinderorganisation ROTFÜCHSE hat die folgende Solidaritätserklärung an Zozan aus Oberhausen geschrieben, die gestern das Sorgerecht für ihre Kinder behalten hat.¹



„Liebe Zozan, wir sind empört, dass Dir der Entzug des Sorgerechts Deiner Kinder droht, weil Deine Tochter mit Dir an einer Aktion für die Freiheit von Abdullah Öcalan teilnahm.

 

Das ist ein unglaublicher und menschenverachtender Vorgang. Er wirft ein Schlaglicht auf das Demokratieverständnis der treibenden Kräfte, allen voran des Verfassungsschutzes. Im Grunde wird von Dir verlangt, Deine politische Identität aufzugeben bzw. Deine Kinder nicht im Sinne Deiner Überzeugungen zu erziehen. Der berechtigte kurdische Befreiungskampf wird damit, ganz im Sinne Erdoğans, in die Ecke des ‚Terrorismus‘ gestellt und Du als Mutter wirst auf perfide Weise mit Deinen Kindern erpresst ...

 

Wir wollen Dir den Rücken stärken. Das ist unsere gemeinsame Angelegenheit. Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass es kriminalisiert werden soll, dass Kinder von klein auf lernen, sich gegen Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen. Es gibt nichts moralischeres, als seine Kinder im Sinne der internationalen Solidarität und Völkerfreundschaft zu erziehen. Dazu gehört untrennbar der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung ...

 

Bei der Kinderorganisation ROTFÜCHSE kennt jeder Rotfuchs den Befreiungskampf des kurdischen Volkes. Bei uns sind Kinder von sechs bis zwölf Jahren organisiert; sie lernen voneinander und kämpfen für Frieden und Freiheit ...

 

Wir stehen absolut solidarisch hinter Dir! Sie wollen Dich Einschüchtern, aber wir werden jetzt nur noch lauter!“

 

Mehr dazu hier auf Rote Fahne News!