Alle Nachrichten von vorgestern

Am 28. Juli 2020 fand vor dem Oberlandesgericht in München eine Solidaritäts- und Protestkundgebung statt. Anlass war die Urteilsverkündung im TKP/ML-Prozess. Peter Weispfenning, Mitglied des ZK der MLPD, der selbst bei der Kundgebung anwesend war, schreibt "eine notwendige Richtigstellung".



Am 28. Juli wurden in München die Klassenjustiz-Urteile im TKP/ML Prozess gefällt. Viele revolutionäre und fortschrittliche Kräfte, darunter die MLPD, haben über Jahre zusammengearbeitet gegen die staatliche antikommunistische Repression. Große politische Bedeutung hatte das vorbildliche Verhalten der angeklagten Genossen, die sich zu keiner Zeit haben einschüchtern lassen. Während der Verhandlung fand eine Protestkundgebung vor dem Oberlandesgericht München mit etwa 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt, an der auch die MLPD aktiv beteiligt war. Initiiert wurde diese unter anderem von ATIK. Es beteiligte sich ein sehr breiter Kreis der Solidaritätsbewegung. Es gab zeitweise auf dem Platz eine weitere Aktion, unter anderem – wie es bei www.yenidemokrasi7.net heißt – mit Rednerinnen und Rednern von AGEB und Partizan.

 

Zu der Kundgebung am 28. Juli werden im Internet diffamierende, ehrverletzende und unwahre Behauptungen gegen die MLPD verbreitet. So heißt es auf der Homepage www.yenidemokrasi7.net, es hätte „Drohungen der Polizei, gemeinsam mit MLPD-Mitgliedsorganisationen, dass Redner von Partizan und AGEB in Gewahrsam genommen werden, falls sie ihre Reden nicht beenden“, gegeben.

 

Dazu wird kein Beweis vorgelegt. Das ist auch kein Wunder, denn dieser Vorgang hat niemals stattgefunden. In München hat zu keinem Zeitpunkt ein Vertreter der MLPD die Polizei gerufen oder sie gar aufgefordert, gegen AGEB oder Partizan vorzugehen, schon gar nicht, um Redner am Weiterreden zu hindern. Tatsache ist, dass sich Genossinnen und Genossen der MLPD dafür eingesetzt haben, dass Vertreterinnen und Vertreter von AGEB auf dem offiziellen Lautsprecherwagen einer von ATIK initiierten Kundgebung sprechen können, was auch geschah.

 

Es war vor Ort vereinbart worden, dass mit Veröffentlichungen zu dem Vorgang abgewartet werden und zunächst eine interne Klärung erfolgen soll. Dies wurde leider mit der oben genannten Veröffentlichung nicht eingehalten. Bei einem Auswertungstreffen in Nürnberg am 3. September vertrat kein Beteiligter die o.g. Unterstellungen. Die MLPD hat mehrfach öffentliche Rücknahme der haltlosen Vorwürfe verlangt, ohne dass das bisher geschah.

 

Nachdem im Kampf gegen die Kommunistenprozesse in München über vier Jahre lang gemeinsamen Aktivitäten gegen die unsägliche Repression der Bourgeoisie hier in Deutschland organisiert wurden, bedauern und verurteilen wir diese Entgleisungen gegen die MLPD. Wir fordern die Rücknahme der haltlosen Anschuldigungen und eine öffentliche Entschuldigung. Ohne Zweifel werden wir weiter solidarisch sein mit allen Kräften von AGEB und Partizan, die von Repression betroffen sind.




Bei dem regelmäßig im Herbst stattfindenden Manöver »Steadfast Noon« proben Nato-Kräfte derzeit den Einsatz von Atomwaffen. Unter anderem wird die Bestückung von Kampfflugzeugen mit den Atomwaffen geübt. Der Luftwaffenstandort Nörvenich bei Köln gilt als Ausweichort für den Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel. Die Existenz von Atomwaffen in Büchel wird mittlerweile nicht mehr bestritten. Die gut 30 Jahre alten Atomwaffen vom Typ B61-3 und B61-4 sollen in den kommenden Jahren auf den Typ 61-12 modernisiert werden. Verbot und Vernichtung aller Atomwaffen!




Charlie Chaplins Satire, in der er Adolf Hitler der Lächerlichkeit preisgab, hatten die Faschisten nicht verhindern können. Sie war der erste große Anti-Nazi-Spielfilm. Seit Mitte der 1930er Jahre durchgesickert war, dass der weltberühmte Regisseur einen Film über Hitler plante, wurde das Projekt vehement bekämpft. Neben Drohungen deutscher Diplomaten und des nationalsozialistischen German-American Bund übten auch die Briten Druck aus, um ihre Appeasement-Politik gegenüber Hitler nicht zu gefährden. Den Schluss änderte Chaplin kurzfristig aufgrund der aktuellen Entwicklung 1940. Er erinnerte daran, dass die Finsternis vorübergehen wird und appelliert: „Lasst uns kämpfen für die Freiheit.“


Die aggressive Strategie des Daimler-Konzerns im Kampf um die Weltmarktführerschaft in der E-Mobilität fordert den Kampf um Arbeitsplätze und Umweltschutz heraus. Unter den Belegschaften und den breiten Massen entfaltet sich eine breite Auseinandersetzung um die Frage künftiger Alternativen bei den Antriebstechniken und Verkehrssystemen.



Trotz aller Verbesserungen der Verbrennungsmotoren mit höherem Wirkungsgrad, geringerem Partikel-, CO2- und Nox-Ausstoß ist der Verkehr ein Hauptfaktor für den Ausstoß von Treibhausgasen, viele Erkrankungen und den vorzeitigen Tod von Millionen Menschen. Die kapitalistische Verkehrspolitik setzt dagegen aus Profitgründen auf die Sackgasse des Individualverkehrs. Die Arbeiterklasse muss entschieden für den Ausbau eines attraktiven, umweltschonenden Öffentlichen Personennahverkehrs zum Nulltarif und Reduzierung des Individualverkehrs, Verlagerung des Fernverkehrs auf Schienen und Wasserwege und Umstellung auf eine emissionsfreie Mobilität auf Kosten der Profite eintreten.

Antriebe auf Grundlage 100 Prozent erneuerbarer Energien sind möglich

Die MLPD fordert dafür in ihrem Umweltkampfprogramm die Ersetzung aller fossil betriebenen Verkehrsmittel auf Antriebstechnologien auf der Grundlage erneuerbarer Energien sowie ein Produktionsende von Verbrennungsmotoren bis spätestens 2030. Die Grundlage für die Umstellung auf E-Mobilität, Brennstoffzellen- oder Wasserstoff-Verbrennungs-Technik müssen 100 Prozent regenerative Energien sein.

 

Mit einem konsequenten und offensiven Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraft-Energieerzeung wäre das auch möglich. Im ersten Halbjahr 2020 wurden 244 Terawattstunden Netto-Strom erzeugt, hochgerechnet auf das ganze Jahr sind das 488 TWh. Die Nutzung der solaren Energie macht dabei heute gerade mal 11 Prozent an der Nettostromerzeugung aus, die der Windenergie 31 Prozent. Hier sind also noch bedeutende Steigerungen drin, die erkämpft werden müssen. Für eine komplette Umstellung des Individualverkehrs auf Elektro-Autos (2018 46,5 Millionen Autos), was zwar umweltpolitisch überhaupt nicht sinnvoll ist, ergäbe sich ein Bedarf von 180 Twh an elektrischer Energie für den Fahrbetrieb. Mit einer Reduktion des Individualverkehrs und Ausbau des öffentlichen Nahverkehr und Verkehrs auf der Schiene wäre aber deutlich weniger zusätzlicher Strom erforderlich.

Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs - und das für die Massen kostenlos!

Gegen eine wasserstoffbasierte Antriebstechnik wird immer wieder der geringe Wirkungsgrad angeführt. Tatsächlich erfordert sie nach heutigem Stand eine dreifache Menge an Strom im Vergleich zu reinen Elektromotoren wegen des Gesamt-Wirkungsgrades von derzeit ca. 35% (Verbrennungsmotoren max. 30 Prozent). Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft sowie Konkurrenz und Zersplitterung behindern jedoch eine effektive Grundlagenforschung. Im Labormaßstab sind bereits Wirkungsgrade von 60-65 Prozent erreichbar, wofür aber noch zuviel Edelmetalle wie Platin benötigt werden und Ersatzstoffe noch nicht gut genug entwickelt wurden.

 

Jedoch ist zu beachten, dass bei der Gesamtbilanz von Batteriefahrzeugen viel Strom und Lithium für die Herstellung der Batterie (Akku) benötigt wird. Obwohl der Wirkungsgrad der Speicherung elektrischer Energie in einem Akku mit 90% sehr hoch ist, ist auf Grund des hohen Aufwands der Herstellung und der kurzen Zyklenfestigkeit (Lebensdauer) der effektive Wirkungsgrad derzeit auch nur bei bei der Hälfte, also ca. 45%. Auch eine einseitige Fokkusierung auf Batterien ist daher nicht geeignet. Und unter kapitalistischer Verwertung auch höchst problematisch. Auch hier werden Rohstoffe mit äußerst umwelt- und gesundheitsschädlichen Methoden ausgeraubt und vergeudet. Für die riesigen Batteriemassen gibt es gar kein Recycling-System, was aus Profitgründen bisher nicht entwickelt wurde. Verstärkt wird dies auch durch das kapitalistische Chaos an uneinheitlichen E-Auto-Antriebsbatterien. Doch auch hier gibt es Konzepte und Forschungen neuer Batterie- und Akkukonzepte, die z.B. ohne Lithium auskommen und weitere Rohstoffe weitgehend recyclen und wiederverwerten könnten.

Das Festhalten an fossilen Verbrennungsmotoren ist unnötig

BMW, Mazda und MAN hatten bereits in den 1990er Jahren einsatzbereite Fahrzeuge entwickelt und erprobt, die auf direkte Verbrennung von Wasserstoff umgestellt wurden. Mit sehr guten Ergebnissen in der Robustheit, spezifischen Leistungsdichte, Lebensdauer und Herstellungskosten. Dies wurde jedoch aufgrund einer fehlenden und nicht gewollten Wasserstoff-Infrastruktur eingestampft. Auch weil die CO2-Vorgaben mit laxen Abgasvorschriften durch die EU – und dann auch mit den aufgeflogenen betrügerischen Techniken - auch anderweitig erreicht werden konnten. Aber für diese Technik wären schon jetzt die Arbeitsplätze und das Know-how der Automobilarbeiter vorhanden.Das Festhalten an fossilen Verbrennungsmotoren ist absolut unnötig!

 

Eine sehr effektive Technologie ist die direkte Nutzung von Strom über Oberleitung oder Schiene. Was für Strassenbahnen und U-Bahnen, S-Bahnen, usw. oft gängig ist, wird bisher bei Bussen kaum eingesetzt. Oder wurde zugunsten der fossilen Verbrennungsmotoren auch zurückgebaut. So fahren im öffentlichen Nahverkehr in Deutschland nur in Solingen, Eberswalde und Esslingen und weltweit in weiteren 305 Städten Oberleitungsbusse. Sowohl für ihren Bau, als auch den Betrieb würden in Verbindung mit dem massiven Ausbau des ÖPNV Tausende von Arbeitsplätzen benötigt. Ein Mix aus Batterie-, Brennstoffzellen-, Wasserstoff und direkt stromabnehmbaren Fahrzeugen ist notwendig. Und dass dafür die Technologien forciert weiter erforscht und entwickelt werden.

In der Gesamtheit mit kapitalistischen Produktionsverhältnissen nicht vereinbar

Für alle diese konkreten umweltpolitischen Fortschritte lohnt es sich zu kämpfen. Und angesichts der heutigen Möglichkeiten und des wachsenden Umweltbewusstseins der Massen lassen sich konkrete Verbesserungen auf Kosten der Monopolprofite auch durchsetzen. Grundsätzlich aber ist eine Verkehrspolitik in Einheit von Mensch und Natur mit dem Kapitalismus nicht vereinbar. Da darf man sich keine Illusionen machen. Auf Gedeih und Verderb zerstört die von der Gier nach Maximalprofit getriebene kapitalistische Produktionsweise die Lebensgrundlagen der Menschheit. Konsequenter Umweltkampf ist gesellschaftsverändernder Kampf!

 

  • Kampf um Arbeitsplätze und Umweltschutz!
  • Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs und Verkürzung der Taktzeiten und Einsatz von Werksbussen zu Großbetrieben!
  • Schnellstmögliche Umstellung auf ein Verkehrssystem, das auf die Nutzung fossiler Brennstoffe verzichtet!
  • Ersetzung aller fossil betriebenen Verkehrsmittel auf Antriebstechnologien auf der Grundlage erneuerbarer Energien!
  • Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft!
  • Vorwärts zum echten Sozialismus!

Philippinische Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger in Deutschland stehen im Umgang mit Covid-19 einer vollkommen neuen Situation gegenüber.



Aufgrund vieler Überstunden und der ständigen Ansteckungsgefahr nehmen die seelischen und körperlichen Belastungen der Pflegekräfte enorm zu. Gleichzeitig wächst die Solidarität und Verbundenheit zwischen den Arbeitskolleginnen und -kollegen. Zu Freunden und Familie in Deutschland und in den Philippinen ist der Kontakt aufgrund der medizinischen Verantwortung und der Distanz auf Videoanrufe und soziale Medien beschränkt. Von philippinischen Freunden und Familienmitgliedern wird den philippinischen Krankenpflegerinnen und -pflegern große Wertschätzung zuteil.

 

Viele Seeleute arbeiten seit 13 Monaten pausenlos, ohne Perspektive auf den für sie wichtigen Crew-Wechsel. Dies beruht auf einem weltweiten Erlass, dass Schiffsbesatzungen aufgrund des Ansteckungsrisikos ihre Schiffe nicht mehr verlassen dürfen. Gleichzeitig warten viele angeheuerte Seeleute in den Philippinen auf ihre Einsätze. Ein Viertel der 1,6 Millionen Seeleute weltweit sind Filipinos. Viele philippinische Kreuzschifffahrtsangestellte sind derzeit in deutschen Seehäfen gestrandet.

 

Die Situation der am meisten prekär Beschäftigten, der philippinischen LKW-Fahrer in Europa, hat sich durch die Corona-Pandemie weiter verschlimmert. Viele von ihnen sind mit Monatslöhnen von maximal 600 Euro bei europäischen Leiharbeitsfirmen angestellt. Teils zahlen die Speditionen an die philippinischen Fahrer keine Löhne mehr aus. Die Fahrer haben keine finanziellen Ressourcen für eine Rückkehr in die Philippinen oder zur Unterstützung ihrer Familien.

 

Gleichzeitig verloren über 323.500 "Übersee-Beschäftigte" aus den Philippinen zwischen Februar und Mai 2020 ihre Arbeit und kehrten in die Philippinen zurück.


Drei Stunden wurde am Donnerstag bei MAN Steyr (Österreich) die Arbeit niedergelegt. Das ganze Werk stand still.



Statt der erwarteten 2000 bis 3000 kamen über 4000 Menschen zur Kundgebung auf dem Marktplatz in Steyr. Vertreten waren auch Delegationen von BMW und Voest Alpine. Deutlich wurde: "Wer einen von uns angreift, greift uns alle an!" Im Mittelpunkt stand die Empörung über die Profitgier der MAN-Bosse. "Der Eigentümer kennt nur die Gier, deshalb kämpfen wir heute hier" steht auf einem Transparent von Kollegen.

 

Vonseiten der Gewerkschafts- und Betriebsratsspitze wird die geplante Schließung des Werkes als "Missmangement" bezeichnet. Dabei gehört die Erzielung von Maximalprofit und die Vernichtung von Produktivkräften, wozu gerade die Menschen, Arbeiter und Angestellten zählen, zu den Gesetzmäßigkeiten, wie der Monopolkapitalismus auf seine Krisen reagiert. Vonseiten der Revisonisten und des Gewerkschaftlichen Linksblocks (GLB) wird auf die Verstaatlichung und alternative Produkte orientiert, als ob das die Profitgesetze und die internationale Konkurrenz aufheben würde. Verstaatlichung unter den Bedingungen des staatsmonopolistischen Kapitalismus, wo Staat und Monopole verschmolzen sind und sich die Monopole den Staat untergeordnet haben, ist eine Sackgasse.

 

Das spüren die Kollegen vor Ort auch, denn eine Losung von ihnen war: "Wir sind alle MAN und wir bleiben es auch!" Darin drückt sich einerseits die Ablehnung der von Bundes- und Landesregierung propagierten nationalen "Lösung" (Übernahme des Betriebes durch ein österreichisches Konsortium) aus, aber auch die Bereitschaft, den Kampf über Standort- und Ländergrenzen hinweg zu führen. Die geplante Schließung des Werkes in Steyr ist Ausdruck eines Gesamtplanes, der nur von den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam - ob in Deutschland, Österreich oder Polen - bentwortet werden kann.


Der große Erfolg vom 1. August verlangte nach einer Fortsetzung. Und die gab es heute am 17. Oktober: Der zweite Flohmarkt an der Horster Mitte in Gelsenkirchen hat wieder mit einer guten Beteiligung stattgefunden.



Auch diesmal hatten Nachbarn, Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen und Menschen aus ganz Gelsenkirchen ihre insgesamt um die 40 Stände rund ums Dienstleistungszentrum Horster Mitte und rund um die Gelsenkirchener Lenin-Statue aufgebaut.

 

Zur großen Freude aller Beteiligten: „Ich bin so froh. Durch Corona bekommt man immer mehr Angst, sich überhaupt draußen zu bewegen. Es findet auch kaum etwas statt. Deshalb ist es so schön, dass es euren Flohmarkt jetzt gibt. Das macht mir richtig gute Laune und zeigt mir, dass man trotz dieser gefährlichen Krankheit gesellschaftlich zusammen sein kann.“ Wie beim letzten Mal auch, so fand auch dieser Flohmarkt selbstverständlich unter Corona-Bedingungen statt: Mund-Nasen-Schutz war verpflichtend und wurde auch von allen diszipliniert getragen, die nötigen Abstände wurden eingehalten. Durch ein bereits bewährtes Hygienekonzept mit genauer Wegeregelung kam man sich nicht zu nahe, konnte sich aber trotzdem austauschen und bekam auch alles vom Flohmarkt zu sehen.

 

Von Gläsern über Sammeltassen, DVDs, Bücher, Kleidung in gutem bis sehr gutem Zustand etc. war alles vertreten, was das Trödlerherz begehrt. Diverse schöne Sachen bekamen einen glücklichen neuen Besitzer. Dazwischen unter anderem der Verlag Neuer Weg mit seinem interessanten Medienprogramm, bei dem viele Besucherinnen und Besucher stehen blieben. Der Jugendverband REBELL mit tollen T-Shirts und vielen interessanten Angeboten, die Bauernplattform im Internationalistischen Bündnis mit diversen interessanten Sachen aus der Landwirtschaft usw. und so fort.

 

Für jeden war etwas dabei: Natürlich auch für die kleinen Trödlerinnen und Trödler, die sich auf dem Kinderflohmarkt in einem breiten Angebot aus schönen Sachen wiederfanden. Zusätzlich sorgte das Gastronomie-Team der Horster Mitte für zufriedene Gesichter. Bei knusprigen Grillhähnchen, original Thüringer Rostbratwürsten und Kaffee und Kuchen blieb kein kulinarischer Wunsch offen.

 

Kurz gesagt: Erneut eine gelungene Veranstaltung rund um den Gelsenkirchener Lenin, die sich so langsam im Kalender des Stadtteils eingebürgert hat.


Dr. Günther Bittel, Dr. Willi Mast und Günter Wagner von der Medizinerplattform im Internationalistischen Bündnis wenden sich angesichts der alarmierenden Entwicklung der Corona-Infektionen mit einem offenen Brief an das Robert-Koch-Institut (RKI).



Die Corona-Neuinfektionen erreichen in Deutschland mit 7830 den dritten Tag in Folge einen Höchstwert. Bundeskanzlerin Angela Merkel appelliert an die Bevölkerung, Kontakte und Reisen einzuschränken. Das ist sicher zum Teil sinnvoll, aber sicher nicht ausreichend. Das Krisenmanagement der Bundesregierung wird immer chaotischer. Eine Ursache liegt in der unzureichenden wissenschaftlichen Qualität der RKI-Statistiken, die auch zur Verwirrung der Massen beitragen. Unter der Überschrift "Qualität der vom RKI veröffentlichten Statistiken und dringender Verbesserungsbedarf" schreiben die Ärzte:

 

Sehr geehrter Herr Professor Wieler, sehr geehrte Damen und Herren, wir schreiben Ihnen diesen offenen Brief als Repräsentanten der Medizinerplattform im Internationalistischen Bündnis und in großer Sorge anlässlich der aktuellen Pandemie-Entwicklung. Von Ihrer Behörde werden sicher eine Fülle von nützlichen Daten erhoben und zur Verfügung gestellt. Mit der Einführung des Corona-Dashboard und der Bezugnahme der Entwicklung auch auf je 100.000 Einwohner sowie der Erfassung der wöchentlichen PCR-Tests (PCR = Polymerase-Ketten-Reaktion, d. Red.) ist ein Bemühen erkennbar, die Entwicklung differenzierter zu erfassen.

 

Dennoch haben wir unverändert Kritik am Gesamt-Niveau der Erfassung. Als zentralen Kritikpunkt möchten wir hier die Schätzung der „Genesenen“ anführen, was allein von der Methodik her nicht geht. Sie ziehen einfach die Verstorbenen nach einer gewissen Zeit von der Zahl der Infizierten ab und betrachten den Rest als „genesen“. Die Wirklichkeit ist aber eine andere! Dass die WHO genauso auf Hellseher-Niveau vorgeht, macht die Sache nicht besser. Die Zahl der chronischen Verläufe liegt nach den bisherigen Publikationen und auch unseren eigenen Erfahrungen bei 10 Prozent oder höher! Mit großer Sorge sehen wir
schwere bleibende Folgeschäden an Lunge, Herz, Zentralnervensystem, peripherem Nervensystem und dem Gefäßsystem. Auf Grundlage der Covid-19-Endothelitis (= systemische Gefäßentzündung) müssen wir von einer relevanten Zahl von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Lungenembolien ausgehen, auch bei Patienten, die vorher gar nicht auf SARS-CoV-2 getestet wurden.

 

Durch den Befall der T-Zellen gibt es offensichtlich auch immunologische Spätschäden bis hin zu einem schwereren Verlauf bei einer Zweit-Infektion. Wir fordern deswegen dringlich und unter strikter Wahrung des Persönlichkeits- und Datenschutzes ein zentrales Melderegister zu chronischen Folgen und Spät-Mortalität nach Covid-19-Infektionen. Prinzipiell sollte auch bei allen an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Lungenembolie erkrankten oder verstorbenen Patienten auf SARS-CoV-2 getestet werden (Bronchialsekret, Antikörper, eventuelle Gewebsproben).

 

Bei den akut Erkrankten muss die Schwere und Dauer der akuten Symptome, Behandlung und Komplikationen erfasst und dokumentiert werden. Die Meldung sollte anonymisiert und verpflichtend über die Hausärzte bzw. bei tödlichem Verlauf stationärer Patienten von der behandelnden Klinik erfolgen und (angemessen für den Zeitaufwand) extrabudgetär vergütet werden. Weiterhin sollten Zweitinfektionen mit SARS-CoV-2 verbindlich durch eine entsprechende Codierung als solche gekennzeichnet werden und zentral bei Ihnen erfasst und gelistet werden.

 

Das Gleiche gilt für das Ergebnis von Antikörpertests. Auch hier sollte differenziert werden:

  • Antikörper-Test und PCR positiv
  • Antikörper-Test negativ, PCR positiv
  • Antikörper-Test positiv, PCR negativ

 

Hier wie bei den PCR-Untersuchungen muss das Ergebnis einen klaren statistischen Bezug enthalten auf die Anzahl der durchgeführten Untersuchungen und nach den verschiedenen Anlässen differenziert werden (klinischer Verdachtsfall, Kontaktpersonen-Test, Reiserückkehrer, Berufsgruppen-Reihenuntersuchung, epidemiologische Untersuchung für Studien).

 

Bei SARS-CoV-2 positiv getesteten Personen sollten unabhängig von der Schwere der Akutphase Nachbeobachtungen durchgeführt werden, die Beschwerden, klinische Befunde und Entwicklung von Laborwerten (Antikörper, D-Dimer, CRP, Großes Blutbild, Lymphozyten-Differenzierung …) erfassen. Hier müsste zumindest eine repräsentative multizentrische Großstudie organisiert werden!

 

Notwendig sind weiterhin: Bei akut Erkrankten die exakte Erfassung der Dauer des positiven PCR und des Nachweises vermehrungsfähiger Viren als Großstudie. Ebenso bei symptomlosen Personen mit positivem PCR Großstudie über den Nachweis bzw. Nichtnachweis vermehrungsfähiger Viren über einen ausreichenden Zeitraum. Das würde es ermöglichen, dringende Fragen über die wirkliche Häufigkeit der Infektion, der Infektiosität und der Ansteckungswege, Mortalität und Letalität und der Langzeitfolgen immer besser zu erfassen. Für Behandlungs-Strategien wie für die Erfassung der Wirkung und Nebenwirkung der demnächst eventuell durchgeführten Impfungen wäre das von größter Bedeutung!

 

Wir sehen Ihrer Rückäußerung entgegen und haben Ihnen auch unser Buch "Covid-19 - neuartig - gefährlich - besiegbar" beigelegt.

 

Mit freundlichen Grüßen, im Auftrag der Medizinerplattform
Dr.med. Günther Bittel, Dr.med. Willi Mast, Günter Wagner




ver.di NRW hat für kommende Woche eine Ausweitung der Warnstreiks angekündigt. Landesweit werden Beschäftigte am kommenden Dienstag (20.10.) zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Für Dortmund, Essen und Köln sind Streikversammlungen unter Einhaltung der Corona-Richtlinien geplant. Gabriele Schmidt, Landesbezirksleiterin ver.di NRW: „Das heute von der Arbeitgeberseite abgegebene Angebot ist für die Kolleginnen und Kollegen eine echte Provokation. Man könnte glauben, es handele sich um einen Fake: die sechs Nullmonate bis März 2021, die dann folgenden niedrigen prozentualen Steigerungen mit je 1 Prozent und gleichzeitige Verschlechterungen, die wir in einem Jahrzehnt nicht wieder aufholen können, sind für uns nicht verhandelbar. Wir werden deshalb in der kommenden Woche noch einmal ein deutliches Zeichen setzen." Bisher haben sich in NRW bereits über 50.000 Menschen an den Warnstreiks beteiligt.


Auf großes Interesse war die Bürgerversammlung des Internationalistischen Bündnisses Essen-Mülheim gegen die Schließung von Marienhospital und St.Vincenz-Krankenhaus unter vielen Anwohnern gestoßen. Die Teilnehmer solidarisierten sich mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen des ÖPNV, auch wenn deswegen manche nicht kommen konnten.



Lebhaft wurde diskutiert, warum überhaupt und in Corona-Zeiten notwendige und wohnortnahe Krankenhäuser geschlossen werden sollen. Viele Menschen aus dem Essener Norden schätzten die kleineren Kliniken mit ihrer zum Teil familiäreren Atmosphäre, in der sie sich gut aufgehoben fühlten. Dem Gesundheitskonzern Contilia geht es um höheren Profit statt um die Bedürfnisse der Menschen, denn stationäre Versorgung und Pflege ist im Kapitalismus nur „Kostenfaktor“.

 

Eine Übernahme in städtische Hand mit einem Bürgerbegehren wird weder Betten noch Arbeitsplätze retten. Statt mit Geldern aus dem „Strukturfonds“ von Bundes- und Landesregierung die Schließung von Abteilungen in Krankenhäusern oder ganzer Standorte zu subventionieren, müssen die vorgesehenen Investitionen zu 100% statt zu 45% in die Kliniken. Es ist sicher kein Zufall, dass das Marienhospital jetzt vorzeitig geschlossen wurde, nachdem Ende September die gesetzlichen Zusatzgelder für jedes Bett wegen der Corona-Pandemie ausgelaufen sind.

 

Gegenüber den Beschäftigten hat die Contilia von Anfang an eine menschenunwürdige Behandlung und Spaltungspolitik betrieben. Einige erfuhren aus der Presse von den Schließungsplänen oder wurden schnell in die Tochtergesellschaft „Perse“ mit Niedriglohn abgeschoben. „Nach meinem Urlaub stand ich auf einmal vor der geschlossenen Abteilung und mir wurde gesagt, ich solle neue Arbeit suchen“, erzählte eine empörte Kollegin. Ältere bekamen zu hören, dass „sie nicht mehr interessant sind“, während jüngere in andere Krankenhäuser, auch von Contilia, abgeworben wurden. Jetzt schon sind die Folgen der Schließung des Marienhospitals spürbar. Im Elisabeth-Krankenhaus finden nun täglich Geburten von der Stange statt. Einer Frau wurde nach 1,5 Stunden eine Spritze zur Geburtsbeschleunigung verabreicht, weil der Platz im Kreißsaal gebraucht würde!

 

Die Bürgerversammlung war sich einig: Wir dürfen es nicht hinnehmen, dass die Bedürfnisse und Gesundheit der Menschen aufgrund der Profitlogik mit Füßen getreten werden. Wir brauchen eine wohnortnahe stationäre Gesundheitsversorgung und jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz zu guten Bedingungen! Es wurde beschlossen, breit für eine Kundgebung und Demonstration am Samstag, dem 31. Oktober 2020, um 11 Uhr in Altenessen (vor Allee-Center) mit Flyern und Plakaten zu werben. Am 20.10. werden um 16.30 Uhr (Karlsplatz) Plakate gemalt und um 18.30 beim nächsten Treffen die Durchführung der Aktion besprochen.


Zwei Jugendliche von den "Prolos Nürnberg" wurden wegen angeblichem Widerstand gegen Polizeibeamte zu hohen Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt. Dieses Urteil reiht sich ein in die Rechtsentwicklung innerhalb der Justiz. Es soll offensichtlich ein Exempel statuiert werden. MLPD und REBELL Nürnberg haben den beiden veurteilten Jugendlichen eine Solidaritätserklärung geschickt.



In einer Pressemitteilung schreiben die "Prolos Nürnberg":

 

"Wegen einer Auseinandersetzung zwischen Parknutzern und Polizei auf dem Jamnitzer Platz in Nürnberg im Juni 2019 wurde diesen Herbst vor dem Amtsgericht Nürnberg verhandelt. Der Vorwurf: Widerstand gegen die Staatsgewalt. Der Prozess offenbarte einen politisch motivierten unbedingten Verurteilungswillen, der auf Kosten der Wahrheitsfindung durchgesetzt wurde. Einer der beiden Angeklagten wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, der andere zu einem Jahr und drei Monaten. Beide Freiheitsstrafen wurden nicht zur Bewährung ausgesetzt.

 

Den beiden Angeklagten wurde vorgeworfen, am 28. Juni 2019 am Jamnitzer Platz einer weiteren schikanösen Polizeikontrolle - gemeinsam mit vielen anderen Nutzerinnen und Nutzern des Platzes - ein frühzeitiges Ende beschert zu haben – und das lediglich mit verbalen Unmutsbekundungen. Zeuginnen und Zeugen der Polizei und Staatsanwalt waren sich einig, dass es zu keiner Anwendung von Gewalt kam. Die eingesetzten Beamten wurden nicht einmal berührt. Auch in der Pressemitteilung der Polizei zu eben jenem Tag war lediglich von "lauter Ruhestörung" die Rede.

 

Nichtsdestotrotz wurde das Ereignis im Nachhinein von Polizei und Medien zu einem Versuch der Errichtung von "rechtsfreien Räumen" stilisiert. Im Prozess hat sich herausgestellt, dass dieses Konstrukt auch von Staatsanwaltschaft und Gericht übernommen wurde. Selbst der Staatsanwalt gab in seinem Plädoyer zu, dass es eher um die Verurteilung der Meinung der Angeklagten gehe, als Sachverhalte und Wahrheit aufzuklären. ...

 

Das Anschreien von Polizeibeamten möchte das Amtsgericht Nürnberg aber mittlerweile mit Haftstrafen ohne Bewährung ahnden. Der Prozess wurde vonseiten der Staatsanwaltschaft mit Hilfe der Staatsschutzpolizei äußerst politisch geführt. Die Verurteilung der beiden Angeklagten und die Strafmaße stellen ein Skandalurteil jenseits von Gut und Böse dar. Bei einer Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude begleiteten 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Prozess solidarisch.


Die Stellungnahme der MLPD zur Bewegung „Gib Antikommunismus keine Chance!“ steht als Flyer gedruckt und online zur Verfügung. Die MLPD positioniert sich hier klar zu dieser wichtigen Bewegung, die massenhaft in die gesellschaftliche Diskussion einwirkt und weiter einwirken wird.



Im Statement der MLPD zur vom Internationalistischen Bündnis initiierten Bewegung "Gib Antikommunismus keine Chance!" heißt es: „Wie soll es in dieser Gesellschaft weitergehen? Es bahnt sich eine gesamtgesellschaftliche Krise des imperialistischen Weltsystems an. Das fordert neue Perspektiven und Entscheidungen. Der Sozialismus als DAS alternative Gesellschaftssystem zum Kapitalismus gewinnt an Ansehen. Aber: Bei der Suche nach einer Alternative stößt früher oder später jeder auf die Hürde des Antikommunismus. Er verzerrt das Bild des Sozialismus in der öffentlichen Meinung darüber und macht eine sachliche Diskussion zum Tabu-Thema. Er verunglimpft Marxisten-Leninisten als 'Extremisten', spaltet, unterdrückt mit Berufsverboten oder Gewerkschaftsausschlüssen, bevormundet, gibt Denkverbote und fördert Resignation.


Der Antikommunismus ist Staatsreligion in Deutschland. Er bildet ein ganzes System weltanschaulicher, politischer und gefühlsmäßiger Unterdrückung. Er manipuliert die öffentliche Meinung durch Lügen, Totschweigen der MLPD und Geschichtsfälschung. Antikommunismus ist reaktionär und gegen jeden gesellschaftlichen Fortschritt gerichtet. So wie Rassismus, Faschismus und Antisemitismus allgemein gerichtet sind, so gilt es auch, den Antikommunismus zu ächten! Wir rufen Euch und Sie in diesem Sinne auf, Teil der Bewegung 'Gib Antikommunismus keine Chance!' zu werden.“

Die MLPD ruft in ihrem Statement auf:

  • Für die offene, demokratische, gesellschaftliche Diskussion über die Alternative des Sozialismus!
  • Kampf der Manipulierung der öffentlichen Meinung durch den Antikommunismus!
  • Gegen antikommunistische Bespitzelung, Repression und Verfolgung!
  • Gegen die Diffamierung und Kriminalisierung revolutionärer Befreiungskämpfe!
  • Unterstützt die Bewegung "Gib Antikommunismus keine Chance!"
  • Werdet Mitglied in der MLPD und ihrem Jugendverband REBELL!“


Den gedruckten Flyer beim Verlag Neuer Weg bestellen

Der Flyer als pdf-Datei


Aus dem neuen Flüchtlingslager Camp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos erreichte uns ein neuer Bericht.



Hallo Politiker der EU, sehr her! Das neue Camp Kara Tepe versinkt im Schlamm. Ein Regenguss reicht aus, um alles zu überfluten. 7.714 Asylbewerber leben in dem Lager und versanken im Schlamm. Wir haben vor diesem Ort gewarnt. Statt nach dem Brand die Menschen ordentlich unterzubringen, wurde hastig ein Lager aufgebaut, das ungeeignet ist. Der Schlamm ist inzwischen ausgetrocknet, aber wir steuern auf den Winter zu und der Regen und die Kälte stehen vor der Haustür.

 

Seit Monaten arbeiten die Moria-Weißhelme (Selbstorganisation) mit der lokalen Firma Agritellis zusammen, um den Müll (und die Wasserflaschen) zusammenzubekommen. Sobald der Regen vorbei war, haben sie zunächst mit ihren Händen, mit einfachen Werkzeugen, und ein paar Tagen später mit Baggern das Chaos beseitigt, das der Schlamm und das Wasser hinterlassen haben. Es wurden Gräben geschaufelt und eine Entwässerung ins Meer geschaffen.

 

Ein Aktivist von den Weißhelmen sagte auf der letzten Versammlung der Selbstorganisationen, die wöchentlich stattfinden: „Wenn Griechen und Flüchtlinge zusammenarbeiten, finden sie immer Lösungen. Daran glaube ich tief, und das beweisen wir täglich und das macht uns alle stark.“

 

Die griechische Regierung sagte anfänglich, dass dieses Lager nur für sechs Monate bestehe; inzwischen sprechen sie vom Sommer 2021. Sie haben auch ein neues Grundstück. Das neue EU-Lager soll neben der Deponie innerhalb der Verwaltungsgrenzen der Gemeinde Mytilene aufgebaut werden. Sie versuchen alle Schritte zu verheimlichen. Immer wieder tauchen Führungskräfte der EU und der griechischen Regierung auf und schauen sich verschiedene Plätze an. Diese Geheimniskrämerei hat den Hintergrund, dass Arbeiterverbände und jetzt der Verwaltungsrat von ELME (Verband der Lehrer) auf Lesbos entschieden haben, sich an den Streiks in Griechenland am 15.10. zu beteiligen. Eine wichtige Forderung dabei war „Kein Sammellager für Flüchtlinge! Menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge in ganz Europa!

 

Die letzte antifaschistische Demonstration in Mytilene war ein voller Erfolg. Die Antifaschisten zeigten mit ihrer Losung „Faschisten einsperren, Solidarität mit den Flüchtlingen" ihre Verbundheit mit den Flüchtlingen.

 

Die Freitagsaktionen der Flüchtlinge, unter Anweisung der Bürgermeister der Kommunen verschiedene kommunale Arbeiten zu unterstützen, gehen der Regierung in Athen zu weit. Sie fürchten, dass sich damit der Schulterschluss zwischen den Flüchtlingen und der griechischen Bevölkerung intensiviert. Das ist die wirkliche Ursache, dass die Regierung eine General-Quarantäne für das ganze Camp auf unbefristete Zeit durchführen will. Scheinheilig behaupten sie, es bestehe eine große Gefahr der Ausbreitung des Coronavirus.


Aufkündigung von Zukunftsverträgen, Stellenstreichungen, Verlagerung ins Ausland oder Schließung ganzer Werke – die Industriearbeiter in Deutschland sind heute wie lange nicht herausgefordert diese Angriffe offensiv zu beantworten. Die Diskussionen in Pausenversammlungen oder bei Protestkundgebungen machen deutlich, dass die Bereitschaft zu streiken wächst.



Tausend Fragen sind jedoch zu klären: „Machen die nicht eh was sie wollen?“, „Ist es nicht schon zu spät?“, „Wer führt den Kampf?“, „Kriegen wir Kurden und Türken, Kommunisten und Christen überhaupt unter einen Hut?“

 

Obwohl jeder Kollege, jede Kollegin mehr oder weniger mit den gleichen Tatsachen konfrontiert ist, gibt es doch verschiedenste Meinungen darüber. Wie dieser Meinungsstreit entschieden wird, ob für den gemeinsamen Kampf um die Zukunftsinteressen der Arbeiter oder dafür, einen individuellen Ausweg zu suchen, hängt wesentlich vom Kampf um die Denkweise ab.

 

„Die Menschen waren in der Politik stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klasse zu suchen.“ (Lenin Werke Bd. 19, S. 8) Je besser wir es verstehen, die Klasseninteressen hinter den Phrasen von „Zukunftsprogrammen“ oder „Sozialverträgen“ oder hinter der antikommunistischen Hetze gegen die angeblich „stalinistische MLPD“ zu erkennen, desto mehr wächst auch das Verständnis, dass wir nicht mit Konkurrenzdenken und Egoismus – also der Spaltung durch die kleinbürgerliche Denkweise -, sondern nur mit dem Zusammenschluss der Arbeiter auf Grundlage der proletarischen Denkweise im Kampf vorankommen. Das ist der entscheidende Weg, um sich einig zu werden.

 

Um wirklich Durchblick zu bekommen, muss man die Gesetzmäßigkeiten des Kampfs um die Denkweise richtig studieren. Die MLPD hat sie analysiert und im Buch „Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung“ zusammengefasst. Es gehört deshalb in die Hand jedes kämpferischen Kollegen, jeder kämpferischen Kollegin, die nicht bereit sind, sich weiter an der Nase herumführen zu lassen!

 

Gemeinsame Lesegruppen und Studienabende werden von den Ortsgruppen der MLPD organisiert, denn: „Gegen diesen in stets neuer Form auftretenden Druck (des kleinbürgerlichen Einfluss auf die Arbeiter – d. Verf.) hilft nur eine feste theoretische Grundlage, hilft nur die beständige Auswertung und Verarbeitung aller Erfahrungen mit Hilfe der Theorie des Marxismus-Leninismus. Das geht nicht ohne den proletarischen Ehrgeiz, um unermüdlich eine selbständige Orientierung in jeder Frage zu erkämpfen und ein sozialistisches Bewußtsein zu erlangen.“ („Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung“, S. 257)

 

Hier kann "Der Kampf um die Denkweise in der Arbeiterbewegung" gekauft werden!

 

Hier geht es zur Homepage des theoretischen Organs der MLPD, REVOLUTIONÄRER WEG!


Das ölreichste Land der Welt zieht seit jeher das gesteigerte Interesse nicht nur des US-Imperialismus, sondern auch der EU, Russlands, Chinas u.a.m. auf sich. Vor allem in Zeiten immer knapperer Ressourcen. Ein direkter Putschversuch der USA zum Sturz der Regierung Maduro durch eine Söldner-Truppe Anfang Mai, von Kolumbien aus, scheiterte jedoch kläglich.



Die revolutionäre Weltorganisation ICOR mit ihren 58 Organisationen organisierte sofort internationale Solidaritäts-Aktivitäten mit Venezuela. Monika Gärtner-Engel, Hauptkoordinatorin der ICOR, rief auf der Kundgebung am 9. Juni vor der Horster Mitte in Gelsenkirchen dazu auf: "Solidarität mit dem venezolanischen Volk, auch mit der Regierung, gegen solche imperialistischen Interventions-Versuche, Putsch-Versuche, Verleumdungen wie vonseiten der USA, zu entwickeln und mit ganzem Herzen solidarisch an der Seite des venezolanischen Volkes zu stehen".

 

Gleichzeitig kritisierte sie aber auch die Regierung Maduro, die verantwortlich dafür ist, dass inzwischen aus Mangel an Raffinerie-Möglichkeiten Benzin vom faschistischen Iran als "solidarische Geste" angenommen werden muss. "Wenn diese Regierung sich sozialistisch nennt, ist das eine Diskreditierung des Begriffs Sozialismus", sagte Monika Gärtner-Engel. Venezuela ist inzwischen mit Milliarden bei China und Russland verschuldet, mit dem es sogar eine strategische Partnerschaft eingegangen ist und so die Präsenz des russischen Imperialismus in der Karibik verstärkt hat.


Noch 2009 konnte sich Venezuela selbst mit Treibstoff versorgen und ihn auch exportieren. Inzwischen aber produzieren die drei größten Raffinerien des Landes nicht mal mehr den Tagesbedarf von Caracas. In einem ähnlich desaströsen Zustand ist die an sich fortschrittliche Stromerzeugung von etwa 80 Prozent durch Wasserkraft. Immer wieder kommt es zu landesweiten Stromausfällen, wie zuletzt Ende September, als Caracas 60 Stunden ohne Strom war.


Die Armut in Venezuela ist riesengroß. Während es aber in den Reichenvierteln in Caracas gegen Devisen fast alles zu kaufen gibt, stehen die Menschen vor den Supermärkte und Tankstellen Stunden, um einige der notwendigen Dinge des täglichen Bedarfs zu astronomischen Preisen zu ergattern. Oder um etwas Benzin für einen halben Dollar pro Liter zu tanken, wenn es denn mal welches gibt.


Das einst für die Massen vorbildliche Gesundheitswesen ist zerschlagen. Viele Medikamente fehlen und viele Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht mehr. Die Hygiene in den Klinken ist sehr problematisch. Die Beschäftigten sind völlig überlastet. Und die Infektionszahlen der Corona-Pandemie steigen.


Die Spekulationen der US-Imperialisten, mit der Not und Verzweiflung der Menschen einen Regimewechsel zu ihren Gunsten herbeizuführen, sind bisher nicht aufgegangen. Die Proteste gegen die Regierung Maduro sind nicht weiter eskaliert, sondern zurückgegangen - eine Folge auch der Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Corona.


Die bürgerliche Opposition ist gespalten. Sie konnte bisher die Massen nicht überzeugen und berechtigterweise kein Vertrauen aufbauen. Der von den USA, der EU und insgesamt 60 Regierungen anerkannte selbsternannte Oppositions-Interimspräsident Guaidó "spielt“ bisher nur Regierung, konnte sich aber nicht durchsetzen.


Wie kürzlich durch den Londoner Energie-Informationsdienst Argus Media*) bekannt wurde, beabsichtigen die USA, ihr schon lange andauerndes Embargo gegen Venezuela nun auch auf Unternehmen in der EU und in Asien auszuweiten. Damit soll die gesamte Versorgung mit Benzin unterbunden werden, die jetzt schon am Tropf der Tanker aus Iran hängt. Das wäre der völlige Kollaps des Versorgungssystems.


Vor diesem Hintergrund versucht die EU mit Maduro ins Geschäft zu kommen, nachdem Maduro die EU um Wahlbeobachter für die von ihm für den 6. Dezember angesetzten Parlamentswahlen ersucht hat. Die EU fordert jedoch eine Verschiebung der Wahlen, damit der Opposition mehr Zeit gegeben wird, die bisher zwischen Boykott und Teilnahme an den Wahlen schwankt und auch gar kein gemeinsames Programm hat.


Seit Wochen hat sich der Strom der venezolanischen Flüchtlinge nach Kolumbien umgekehrt. Die Menschen sind verzweifelt und desillusioniert. Tausende waren dort letztlich als Bettler gestrandet. Ihre Situation hat sich durch die dramatisch steigenden Infektionszahlen weiter verschärft. Sie versuchen irgendwie über hunderte von Kilometern zu Fuß zurück nach Venezuela zu kommen.


In venezolanischen sozialen Netzwerken verbreiten sich derzeit Videos von Menschen, die für Benzin anstehen. Einige dieser Videos zeigen die Solidarität und die Bindungen, die entstehen, wenn man hier gemeinsam Tage und Nächte ausharrt. Doch man sieht auch die Wut und die Konflikte, die der Treibstoffmangel in Venezuela hervorruft.

 

Die Menschen in Venezuela stehen vor gewaltigen Herausforderungen. "Null Toleranz gegen jeden Putsch-Versuch der USA, Kolumbiens und anderer reaktionärer Kräfte gegen das venezolanische Volk und auch gegen die Regierung Maduro", fordert Monika Gärtner-Engel. "Aber kämpfen wir für eine echte sozialistische Alternative in Venezuela gemeinsam mit den ICOR-Organisationen. Das ist nur auf revolutionärem Weg möglich und diesen revolutionären Weg unterstützen wir".


Die "Rote Fahne Redaktion" erreichte die folgende Zuschrift einer Leserin aus Halle an der Saale zum Artikel „Der Gegner sind die Vorstände der Stahlkonzerne“



Liebe Freunde, liebe Stahlarbeiter! Ich bin gerade auf dem Seminar zur marxistisch-leninistischen Frauenarbeit und habe den Artikel am 12. Oktober, „Der Gegner sind die Vorstände der Stahlkonzerne“ auf Rote Fahne News mit Spannung gelesen. Dabei fiel mir auf, dass die Angriffe auf die Familien der Stahlarbeiter zwar erwähnt werden, dass man aber nicht erfährt, wie die Familien und vor allem die Frauen der Stahlarbeiter die Vernichtung der Arbeitsplätze sehen, was sie dazu sagen? Und es interessierte mich, wie sie in den Kampf um die Übernahme nach der Ausbildung, in den Kampf um den Erhalt der Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie in den Kampf um den Schutz der natürlichen Umwelt einbezogen werden? Leider steht dazu nichts.

 

Dieser „harte gemeinsame Kampf der Stahlarbeiter“ braucht aber die uneingeschränkte Unterstützung der Partnerinnen, Ehefrauen, Mütter und Omas, wie im Kampf bei Opel Bochum. Hier standen die „BASTA-Frauen“ beispielhaft an der Seite Ihrer Partner.

 

Die Arbeiterbewegung braucht die kämpferische Frauenbewegung an ihrer Seite und umgekehrt, um für unsere gemeinsamen und besonderen Interessen zu kämpfen, uns gegenseitig zu stärken und uneingeschränkt die Solidarität praktizieren.

 

Ich bin sehr gespannt wie Euer Streik- und Protesttag ausgehen wird und der weitere Kampf der Stahlarbeiter. In diesem Sinne viel Erfolg, bei der Einbeziehung der Frauen und herzliche und couragierte Grüße aus dem Thüringer Wald.

 

P.S. Solltet Ihr mit Euren Familien Kraft und Energie tanken wollen für die bevorstehenden Kämpfe, ist ein Aufenthalt hier in Truckental gut geeignet. Auch unter Corona-Schutzmaßnahmen.