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Mit einer prompten Reaktion auf rassistische Zwischenrufe beim Fußballspiel der Kreisliga A Ost Hochrhein (Landkreis Lörrach) zwischen dem FC Weizen und dem SC Lauchringen hat die Mannschaft des SC Lauchringen am letzten Wochenende geantwortet:

Aus Protest und Solidarität mit ihrem weinenden Mitspieler Kebba Mamadou aus Ghana haben sie den Platz verlassen und sind geschlossen in die Kabine gegangen.

Spieler verließen aus Solidarität den Platz

Beim Stand von 4:1 für den FC Weizen bekam Mamadou den Ball an der Seitenlinie und wurde dabei von einigen Zuschauern rassistisch beschimpft, so dass er weinend zur Bank und in die Kabine ging. Der Schiedsrichter wollte das Spiel kurz vor Schluss - unter diesen Umständen - noch unbedingt zu Ende bringen. Die Spieler des SC Lauchringen weigerten sich aber hartnäckig, weiterzuspielen! Nach weiteren Anpöbeleien aus dem Publikum beim Gang in die Kabine fuhr die Mannschaft ungeduscht nach Hause!

 

Die Fußballer des FC Weizen haben sich „vollkommen korrekt verhalten“, so der Trainer des SC Lauchringen. Während der Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter hatte sich der rechte Wortführer der drei maßgeblichen rassistischen Schreihälse feige aus dem Staub gemacht.¹

 

Bisher ist nicht bekannt, ob der verantwortliche Südbadische Fußballverband als Unterorganisation des DFB irgendwelche - eventuell strafrechtliche - Konsequenzen daraus gezogen hat. Die Fußballspieler von Lauchringen sind mit gutem Beispiel vorangegangen. Auf dem Fußballplatz oder anderswo, überall, wo solche faschistoiden Elemente auftreten, gilt es, ihnen mutig entgegenzutreten. Wehret den Anfängen!


Das Aktionsbündnis "Lebenswertes Esslingen" und die Arbeitsgemeinschaft der Bürgerinitiativen laden für den morgigen Samstag, den 22. September 2018, von 10 bis 13 Uhr, zu einer Kundgebung auf dem Esslinger Rathausplatz ein.

Die Initiatoren der Aktion schreiben in einer Pressemitteilung:

 

"Am 19. September wird im Ausschuss Technik und Umwelt und am 8. Oktober im Gemeinderat selbst über den neuen Flächennutzungsplan abgestimmt werden. Diesem Flächennutzungsplan sollen

  • wertvolles Ackerland
  • Frischluftschneisen
  • Regenwasserversickerungsfläche
  • soziale Treffpunkte in Stadtteilen
  • neun Sport-, Bolz- und Spielplätze zum Opfer fallen.

 

Stattdessen bietet uns der Gemeinderat eine weiter zunehmende Verkehrsdichte in den Stadtteilen, hoffnungslos überteuerten Wohnraum, zunehmende Feinstaubbelastung, Parkplatzprobleme, eine kinder- und jugendfeindliche Stadtteilplanung, Zerstörung von Biotopen und Kaltluftentstehungsgebieten, Abschaffung der Landwirtschaft.

 

Allem Widerstand, guten Argumenten sachkundiger Bürger, Umweltgutachten zum Trotz will der Gemeinderat an seinen Plänen der Zerstörung der Lebensqualität für die Esslinger Bürgerinnen und Bürger festhalten. Die Einbeziehung der Bürger im sogenannten Bürgerdialog hat sich als eine Finte erwiesen: die Vorschläge wurden meist nicht umgesetzt, sondern im Gegenteil, die Bebauungspläne noch erweitert.

 

Mit falschen Informationen versuchte man, den Widerstand zu desorganisieren:

  • So wurde die Zahl der benötigten Wohnungen bewusst viel zu hoch angesetzt ...
  • So wurde der Widerstand der Bewohner der Pliensauvorstadt eingeschüchtert, indem man ihnen vortäuschte, es müssten Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden. Die kritischen Bürger wurden als ausländerfeindlich diskreditierte.
  • Mit einem „unabhängigen“ Gutachten wurde die Bebauung von Frischluftschneisen als unproblematisch eingestuft.
  • So wird an alten Bebauungsplänen aus dem Jahr 1982 widersinnig festgehalten, obwohl sich die klimatische (Hitzesommer, Starkregenereignisse) und soziale Situation (zunehmender Zwang zur Mobilität und damit wachsender Verkehr) inzwischen gravierend zugespitzt hat.

 

Wir protestieren gegen die Pläne der Mehrheit des Gemeinderats, unsere Zukunftsinteressen und unsere Wohn- und Lebensqualität aufs Spiel zu setzen."


AfD-Fraktionschefin Alice Weidel verbreitet die Lüge, "die Sicherheitslage in Deutschland" habe sich "dramatisch verschärft". Dabei bezieht sie sich auf angebliche Zahlen des Bundeskriminalamts. Aber stimmt das?

Dass die Kriminalitätsstatistik bei genauer Betrachtung das gerade Gegenteil beweist, hindert rechte Scharfmacher wie Weidel und Horst Seehofer (CSU), aber auch die faschistischen Hetzer der Chemnitz- und Köthen-Aufmärsche nicht daran, die Tatsachen dreist zu verdrehen.

 

Das Bundesinnenministerium teilte am 8. Mai mit, dass die erfassten Straftaten in Deutschland im Jahr 2017 5,76 Millionen betragen haben. Das entspricht einem Rückgang von 9,6 Prozent oder 610.542 Straftaten und stellt den niedrigsten Stand seit 25 Jahren dar. Noch krasser ist der Rückgang bei den sogenannten nichtdeutschen Tatverdächtigen. Dabei handelt es sich um in Deutschland lebende Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.

 

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik für 2017 (PKS) wurden im letzten Jahr 736.265 Tatverdächtige ermittelt. Die Zahl ist damit um 22,8 Prozent gegenüber 2016 gesunken. Bei den sogenannten tatverdächtigen Zuwanderern, also Asylbewerbern, beträgt die Zahl 300.680 Menschen - ein Minus von 40,7 Prozent gegenüber 2016. Ein vierfach so hoher Rückgang wie im Durchschnitt aller Tatverdächtigen (minus 10,5 Prozent).¹

 

Das sind die realen Fakten. Wer wie die AfD behauptet, die Sicherheitslage in Deutschland habe sich dramatisch verschärft, verbreitet wissentlich Fake-News.

 

„Gefühlt“ ist die Kriminalität in Teilen der Bevölkerung aber trotzdem gestiegen. „Die Bürger haben mehr Angst, obwohl sie weniger Grund dazu haben“, sagt der Kriminologe Thomas Feltes von der Uni Bochum. Das liegt an der massiven rassistischen Hetze von AfD, Faschisten und diversen rechten Kräften, die neben den oben nachgewiesenen allgemeinen Falschaussagen vor allem Migranten und Asylbewerber ins Ziel gerückt haben. Sie haben „den gewaltätigen Einwanderer als Angstfigur“ neu entdeckt.

 

Laut dem Hamburger Medienforscher Thomas Hestermann ist die Berichterstattung der bürgerlichen Massenmedien - vor allem des Fernsehens und der Zeitungen - die Ursache für die zunehmende "gefühlte" Kriminalität.

 

"So habe sich die Zahl der Fernsehberichte über kriminelle Ausländer seit 2014 vervierfacht, während der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in der Kriminalstatistik lediglich um ein Drittel angestiegen sei. In der gleichen Zeit halbierte sich die Zahl der Berichte über ausländische Opfer von Gewalttaten, obwohl die Statistik einen Anstieg ausländischer Gewaltopfer verzeichne", so die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) über Hestermanns Arbeit.² Sprich: Die Herrschenden nutzen Talkshows, Fernsehkrimis oder Serien als bewusste Methode der Einschüchterung und der Angsterzeugung bei den Massen.

 

Unterstützt und ermuntert wird das durch die Rechtsentwicklung der Bundesregierung, wo der untragbare Innenminister Horst Seehofer (CSU) in offen rassistischer Manier die „Migration als Mutter aller Probleme“ bezeichnet, obwohl die eindeutig sinkenden Zahlen aus seinem Ministerium kommen. Nicht wenige Menschen, darunter auch die MLPD, fordern deshalb seinen sofortigen Rücktritt und Neuwahlen der Bundesregierung.

 

Die Rechtsentwicklung der Bundesregrierung ist eine Reaktion auf den sich entwickelnden fortschrittlichen Stimmungsumschwung. Dazu schrieb das Rote Fahne Magazin: „Mit der Faschisierung des Staatsapparats und Förderung faschistoider und faschistischer Kräfte wollen die Herrschenden den fortschrittlichen Stimmungsumschwung und die tiefe internationale Solidarität unter den Arbeitern und breiten Massen zersetzen, spalten und einschüchtern und stellt sich der Staatsapparat auf die Unterdrückung von Massenbewegungen ein. Niemand darf die Dimension dieser Rechtsentwicklung unterschätzen. Sie wird das Land gravierend verändern, wenn sie nicht gestoppt wird. Das ist jedoch möglich und nötig, denn sie ist kein unvermeidliches Schicksal!³

Rassismus trifft auf fortschrittlichen Stimmungsumschwung

Der staatlich gefördete Rassismus trifft zugleich auf den fortschrittlichen Stimmungsumschwung unter der breiten Bevölkerung. Das Integrationsbarometer 2018 (Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration) zeigt: „Die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund erleben das Zusammenleben in Deutschland mit großer Mehrheit positiv. ... Quer durch alle Gruppen sprach sich eine große Mehrheit für die weitere Aufnahme von Flüchtlingen aus, aber auch für eine Begrenzung der Zahlen.“⁴

Drei große Demonstrationen in den nächsten Wochen

In den nächsten Wochen sind drei große Demonstrationen gegen Rassismus, gegen den Abbau demokratischer Rechte und für internationale Solidarität geplant: In Berlin: 13. Oktober: „#unteilbar“, Hamburg: 29. September: „We'll Come United“ und München: 3. Oktober: „#ausgehetzt“ und „#noPAG“. Das Internationalistische Bündnis wird sich prägend beteiligen, Arbeiterdelegationen organisieren und Tausende neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewinnen.


Am Dienstag streikten in sechs US-Städten Arbeiterinnen bei McDonald's gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Aktionen fanden in Chicago, San Francisco, Los Angeles, St. Louis, Kasas City und Durham statt. Die Demonstrantinnen fordern, dass das Unternehmen für Manager und Beschäftigte in allen Filialen ein Pflichttraining gegen sexuelle Belästigungen durchführt und ein sicheres und effektives Beschwerdesystem einrichtet. Auf den Demos wurde betont, dass sexuelle Belästigungen vor allem einfache Arbeiterinnen treffen.


US-Präsident Donald Trump verschärft den Handelskrieg mit China. Weitere chinesische Produkte im Wert von 200 Milliarden Dollar belegt er mit Importabgaben. Unterdessen macht China Zugeständnisse an deutsche Monopole, um eine Allianz zwischen USA und Europa zu verhindern. BASF kann in Südchina ohne chinesische Joint-Venture-Partner Werke für zehn Milliarden Dollar errichten. Importzölle für Autos aus dem Ausland wurden von 25 auf 15 Prozent gesenkt. Für aus den USA importierte PKW erhebt China eine 40-prozentige Importabgabe.


Am 15. August verstarb in Montevideo die Genossin Alicia Fernández nach langer schwerer Krankheit. Sie war führendes Mitglied der PCR Uruguays, mit der die MLPD seit vielen Jahren enge bilaterale Beziehungen unterhält. MLPD und ICOR sprachen umgehend ihr herzliches Beileid zu diesem großen Verlust aus. Bei der Beerdigung nahmen Hunderte Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen Abschied von ihr. Die MLPD schickte folgendes Beileidsschreiben an die PCR und ihren Vorsitzenden Ricardo Cohen:

Gelsenkirchen, 21. August 2018

 

Liebe Genossinnen und Genossen der PCR Uruguay,
lieber Ricardo,

 

mit großem Schmerz haben wir von dem Tod eurer Genossin Alicia Fernández erfahren und möchten euch unser herzliches Beileid aussprechen und bitten, es auch an die Freunde, Genossen und Angehörigen von Alicia zu übermitteln.

 

In den langen Jahren unserer bilateralen Beziehung haben wir Alicia als eine warmherzige und glühende Kämpferin für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung kennengelernt. Wenn wir euch besucht haben, fühlten wir uns sofort wie zu Hause, wurden von Alicia so liebevoll umsorgt und bekamen einen tiefen und lebendigen Einblick in eure Arbeit, nahmen teil an euren Erfahrungen und Kämpfen.

 

Wir möchten hiermit unsere große Hochachtung vor ihrer Lebensgeschichte, ihrem Kampfgeist und der so praktisch gelebten internationalen Solidarität ausdrücken! Mit ihrem selbstlosen, beharrlichen Einsatz hatte Alicia einen maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Arbeit und Entwicklung eurer Partei, in der Jugend- und besonders auch in der Frauenarbeit. Großen Respekt haben wir vor ihrem Mut, den sie auch in der langen Zeit ihrer schweren Erkrankung bis zu ihrem Tod bewahrte.

 

Liebe Genossinnen und Genossen, lieber Ricardo,

 

Der Tod von Alicia ist schwer und ein großer Verlust. Wir wünschen euch die Kraft, die Trauer in Stärke zu verwandeln, in dem Wissen, dass es ein reiches, schöpferisches Leben war, geprägt vom Vertrauen in die Völker, ihren Lebensmut und ihre Zuversicht. Ein Leben, das Spuren hinterlässt, von denen wir lernen können.

 

Solidarische und revolutionäre Grüße
im Namen des Zentralkomitees der MLPD
Gabi Fechtner
Stefan Engel


Am 29. September 2018 wird es in Frankfurt am Main im Rebstockpark eine Kundgebung gegen Rassismus geben. Auf der Kundgebung soll neben verschiedenen Rednern und anatolischen Künstlern auch die antifaschistische Band Grup Yorum auftreten. Das möchte die Stadt Frankfurt nun mit allen Mitteln verhindern.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 beteiligt sich Grup Yorum an den sozialen Kämpfen des Volkes, unterstützt Arbeitskämpfe, stellt sich gegen die Angriffe auf das Volk. In den Liedern Grup Yorums, die auf türkischer, kurdischer und arabischer Sprache gesungen werden, geht es immer um die Unterdrückung der Menschen.

 

Grup Yorum ruft in den Liedern zur Brüderlichkeit unter den Völkern, zu Einheit und Gerechtigkeit auf. Grup-Yorum-Lieder werden bei jedem Streik, bei jedem Trauerfall, bei jeder Beerdigung gespielt. Millionen von Menschen besuchen die Konzerte, wie zuletzt 2015 in Istanbul, als 1,5 Millionen Menschen das Konzert der Gruppe besuchten. Das ist auch der Grund, warum sich Grup Yorum in ihrer 33-jährigen Geschichte immer Repressionen ausgesetzt sah. Alben wurden verboten, Auftritte verhindert, Bandmitglieder inhaftiert. Zur Zeit sind in der Türkei neun Grup-Yorum-Mitglieder in Haft. Dem Mitglied Bergün Varan wurden die Haare vom Kopf gerissen. Auf sechs Mitglieder wurden Kopfgelder zwischen 300.000 und 1 Millionen Türkische Lira ausgeschrieben. Tot oder Lebendig. Dies ist ein Novum: Zuletzt gab es Kopfgelder gegen Künstler im Hitler-Faschismus.

 

Beim Rebellischen Musikfestival im Mai 2018 kippten die Solidarität von Veranstaltern und Bevölkerung sowie ein Gerichtsbeschluss des Verwaltungsgwerichts Meiningen ein Auftrittsverbot. Jetzt macht sich die Stadt Frankfurt am Main zum Komplizen des Faschisten Recep Tayyip Erdoğan.

 

Es ist die Aufgabe aller fortschrittlichen, demokratischen, antifaschistischen Menschen, die Angriffe gegen Grup Yorum zu verurteilen und sich zu solidarisieren.

 

SOLIDARITÄT IST DIE ZÄRTLICHKEIT DER VÖLKER!
HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
ES LEBE DIE BRÜDERLICHKEIT DER VÖLKER!
GRUP YORUM IST NICHT ALLEINE!


Der folgende Artikel ist in der aktuellen Ausgabe der Kollegenzeitung für Kollegen in den deutschen VW-, Audi-, Porsche-und MAN-Werken „Vorwärtsgang“ erschienen (Auszüge):

Warum müssen wir 50 Prozent der Produktionsausfälle auf unsere Kappe nehmen? Haben wir den Abgasbetrug organisiert? Nein! … Trotzdem sind wir immer die In-den-Arsch-Gekniffenen! ...

 

Jeder weiß, wer die Verantwortung trägt, aber keiner wird zur Rechenschaft gezogen! Außer uns. Wir bezahlen ständig …

Senkung des Arbeitszeitfixpunktes auf 25 Stunden

Und jetzt diese unsägliche 50:50-Regelung – nichts anderes als eine Abwälzung der Produktionsausfälle auf unser Kosten! Nennt mir ein rechtschaffenes Argument, welches rechtfertigt, dass wir einen Teil davon übernehmen! Warum werden nicht unsere bestehenden Tarifverträge angewandt?

 

Der Arbeitszeitfixpunkt wurde damals genau so begründet: Wenn mal keine Arbeit da ist, reduzieren wir bei voller Bezahlung die Arbeitszeit. Jetzt wird die Arbeitszeit reduziert, aber auf unsere Kosten. Seit über zehn Jahren profitiert VW von dieser unbezahlten Arbeitszeitverlängerung …

 

Wir fordern die Senkung des Arbeitszeitfixpunktes auf 25 Stunden! Jede weitere Absenkung soll zu 100 Prozent von VW vergütet werden! Alle, die nicht im Haustarif 1 sind, sollen 100 Prozent ihrer ausgefallenen Arbeitszeit von VW vergütet bekommen!


Die Behörden stufen den Moorbrand (siehe Rote Fahne News-Meldung) bei Meppen als Katastrophenfall ein. Es werden gesundheitliche Belastungen für die Bevölkerung befürchtet. Der vom Brandherd aufsteigende Qualm ist selbst in Hamburg wahrnehmbar. Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, die sich teils unterirdisch durch das Hochmoor fressen. Dabei werden Unmengen des eh schon knappen Wassers verbraucht. Der Moorbrand, ausgelöst durch einen bei der anhaltenden Dürre völlig verantwortungslosen Raketentest der Bundeswehr, ist aus dem All sichtbar. Nach Berechnungen des Naturschutzbunds sind bislang bis zu 900.000 Tonnen CO2 freigesetzt worden.


Auf dem Victoriasee in Ostafrika ist gestern eine überladene Fähre gekentert. 37 Menschen konnten gerettet werden, mindestens 97 verloren ihr Leben. Die Behörden befürchten weitere Tote, denn an Bord waren wahrscheinlich 300 Menschen. Das Schiff transportierte auch Fracht, darunter Säcke mit Mais und Zement. Überladene Schiffe sind immer wieder Ursache für Schiffsunglücke in dem Gebiet. 1996 ertranken beim Untergang einer Fähre im tansanischen Teil des Sees sogar rund 1.000 Menschen.


AfD-Funktionär Hendrik S. arbeitet beim Inlandsgeheimdienst "Verfassungsschutz" in Sachsen. Er ist zugleich Leiter des AfD-Landesfachausschusses 5 und zuständig für die Erarbeitung von Konzepten im Bereich "Innere Sicherheit, Justiz und Datenschutz". 2014 führte er seine Tätigkeit beim Inlandsgeheimdienst als Argument für einen AfD-Listenplatz ins Feld: "Ich bin Sicherheitsüberprüfter der höchsten Sicherheitsstufe SÜ3 und habe Umgang mit Verschlusssachen mit Einstufungsgrad 'geheim'." Ein weiterer Beleg der engen Verflechtung von Teilen der Geheimdienste mit faschistoiden und faschistischen Kräften.


Der für die Verhöre der streikenden Bauarbeiter des dritten Istanbuler Flughafens zuständige Staatsanwalt hat von den noch inhaftierten Kollegen 15 unter Auflagen freigelassen und gegen die übrigen 28 Haft beantragt.

An den vor dem Gerichtsgebäude in Gaziosmanpaşa wartenden Familien und einigen HDP-Abgeordneten vorbei wurden die 28 in Zweiergruppen ins Gebäude gebracht. Auf dem Weg dahin riefen sie „Direne direne kazanacağız!“ (Wir kämpfen und wir werden siegen), „İnşaat işçisi köle değil-dir!“ (Bauarbeiter sind keine Sklaven) und „İnsanlık onuru işkenceyi yenecek“ (Die Menschenwürde besiegt die Folter).

 

Die Gendarmerie versuchte sie am Rufen zu hindern, indem sie ihnen die Münder zupressten. Als Begründung für den Haftantrag gab der zuständige Staatsanwalt unter anderem an, die Beschuldigten hätten bei WhatsApp eine Plattform mit dem Titel „Grup Direnis“ (Gruppe Widerstand) eingerichtet.

 

Der Untersuchungsrichter ließ vier weitere Arbeiter ebenfalls unter Auflagen frei, für die übrigen 24 ordnete er Haft an.

 

Die Gewerkschaft İnşaat İş hat bei Twitter unter pic.twitter.com/ZN7OxERvfy die Namen der betroffenen Kollegen veröffentlicht.


Nachdem SPD-Chefin Andrea Nahles innerhalb ihrer eigenen Partei - bis in den in den Vorstand hinein - wegen ihrer Zustimmung zum Maaßen-Deal (siehe Rote Fahne News) heftig unter Druck geraten war, will sie dies jetzt nachverhandeln. Das erklärte sie in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU). Damit ist der nächste Sprengsatz innerhalb der GroKo platziert, der die Koalition zum Platzen bringen kann. Laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa sprachen sich 47 Prozent der Befragten für Neuwahlen aus.


In New Orleans demonstrierten am Donnerstag, 20. September,  rund 1.200 Schülerinnen und Schüler gegen die große Verbreitung von Schusswaffen. Allein im Jahr 2017 wurden in New Orleans 50 Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren ermordet. Besonders gedacht wurde einem 15-Jährigen, der Mitte August in New Orleans erschossen worden war. Die Forderungen der Jugendlichen: Verschärfung der Waffengesetze in den USA.


Am Dienstag, 18. September, legten mehr als 45.000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Swasiland für drei Tage die Arbeit nieder. Sie fordern 6,5 Prozent mehr Lohn. Der Streik legte die Hauptstadt Mbabane und die Geschäfte in anderen Städten weitgehend lahm, denn die Arbeiter und Angestellten blockierten Straßen. Am Mittwoch, 19. September,  kam es zu Übergriffen der Polizei auf streikende Terxtilarbeiterinnen und Textilarbeiter. Die 10.000 Arbeiterinnen und Arbeiter von fünf Textil- bzw. Bekleidungsfabriken waren vor zwei Wochen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen in den Streik getreten.


Rund 4.000 Lehrerinnen und Lehrer streikten in Zypern am Dienstag und Mittwoch für bessere Arbeitsbedingungen. Sie kämpfen für bessere Arbeitszeiten, bessere Infrastruktur und das Recht gewerkschaftlicher Vertreter, innerhalb ihrer Arbeitszeit tätig zu werden. Bisher kam es bei den Verhandlungen zu keinem Ergebnis.


In Guatemala City demonstrierten am Donnerstag erneut Zehntausende gegen Präsident Morales und seine Bemühungen, die Arbeit der UN-Kommission zur Untersuchung der Korruption in Guatemala zu beenden. Studenten, Bauern, Kirchenvertreter, Akademiker und andere zogen durch die Straßen und verlangen, dass die Kommission weiterarbeiten kann. Im Jahr 2017 hatte die UN-Kommission eine Korruptionsuntersuchung gegen Familienangehörige von Morales begonnen, Morales selbst wird der illegalen Wahlkampffinanzierung verdächtigt.