Alle Nachrichten vor fünf Tagen

Die Novemberrevolution von 1918 in Deutschland beendete nicht nur den I. Weltkrieg und die Monarchie. Sie trotzte dem deutschen Imperialismus neben dem Acht-Stunden-Tag und dem Koalitionsrecht auch das Wahlrecht für Frauen ab.

Im Jahr 1918 waren die Frauen ein aktiver Teil der Streiks und Kämpfe der revolutionären Arbeiterbewegung, die der Novemberrevolution vorausgingen. An dem großen Munitionsarbeiterstreik im Januar 1918 beteiligten sich 400.000 Rüstungsarbeiterinnen. Im Juli 1918 streikten 35.000 Arbeiter und Arbeiterinnen bei Thyssen Mülheim für die Herabsetzung der Wochenarbeitszeit auf 53 Stunden. Am 9. November 1918 gab es während des Generalstreiks in Berlin Massendemonstrationen mit vielen Frauen und Müttern. Viele verteilten Flugblätter und schafften Munition herbei. Sie verlangten Frieden und Brot für ihre Kinder und Familien und ein menschenwürdiges Leben sowie politische und soziale Gleichberechtigung.1

 

Bei den Arbeiter- und Soldatenräten, die sich im November 1918 überall formierten, fanden die Frauen mit ihrer Frauenwahlrechtsforderung offene Ohren. Für die Räte gehörte die Forderung nach dem Frauenstimmrecht zu den Parolen der Revolution.

 

Sowohl die bürgerliche als auch die proletarische Frauenbewegung hatten schon lange das Wahlrecht für Frauen gefordert – das war ein erster wichtiger Berührungspunkt zwischen ihnen. Bekannte Vorkämpferinnen waren unter anderem Hedwig Dohm, Helene Lange, Marie Juchacz und natürlich Clara Zetkin. „Mit Beginn des I. Weltkriegs unterstützte … die Mehrheit der bürgerlichen Frauenbewegung die imperialistischen Kriegsziele. Die Arbeiterbewegung war gespalten und geschwächt. Die Mehrheit der SPD war zur Unterstützung der imperialistischen Kriegspolitik übergegangen. In der Novemberrevolution 1918 dagegen, die von einer erstarkenden revolutionären Arbeiterbewegung getragen wurde, schlossen sich fortschrittliche Teile der kleinbürgerlichen und bürgerlichen Frauenbewegung der revolutionären Bewegung an.2

 

Die Errungenschaften der Novemberrevolution führten nicht bis zum Sozialismus. Die Revolution wurde blutig niedergeschlagen und die imperialistischen Machtverhältnisse blieben unangetastet.

 

Mit dem Antritt der faschistischen Diktatur 1933 wurden Frauen systematisch aus dem öffentlichen Leben vertrieben. „Unter der Losung, dass, Politik etwas der Frau Artfremdes‘ sei … wurde ihnen das passive Wahlrecht, das heißt die Möglichkeit, in öffentliche Funktionen und Ämter gewählt zu werden, entzogen. In großen Bereichen des öffentlichen Dienstes verloren sie jeden Anspruch auf einen Arbeitsplatz.“3

 

Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus schlossen sich Kräfte der proletarischen Frauenbewegung und fortschrittliche Teile der bürgerlichen Frauenbewegung in antifaschistischen und überparteilichen Frauenausschüssen zusammen. Die Kämpfe und Errungenschaften der über 100-jährigen Frauenbewegung haben die Frauen politisiert und das Frauenbewusstsein erweitert. Die MLPD misst dem Kampf um die Befreiung der Frau größte Bedeutung bei: „Der Kampf zur Befreiung der Arbeiterklasse und zur Befreiung der Frau muss identisch werden.“4

 

 

1 Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Kapitel VI, S. 68ff.

2 Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel: „Neue Perspektiven für die Befreiung der Frau“, S. 145

3 ebenda, S. 61/62

4 Programm der MLPD, S.108


Über 800 Arbeiter in der chinesischen Shougang Mine in Peru waren nach dem Scheitern der Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag im Oktober in den Streik getreten. Besonders betroffen vom Streik war der Hafen San Juan de Marcona. Die Verschiffung des Eisenerzes wurde durch den Streik stark eingeschränkt. Am 7. November wurde die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die Regierung eine Lohnerhöhung und die Beendigung des Streiks angeordnet hatte.


In den letzten Tagen erhielten Halterinnen und Halter von Dieselfahrzeugen Post vom Kraftfahrt-Bundesamt. Die Briefe gingen an Geschädigte der kriminellen Abgasmanipulation durch die Auto-Konzerne. Endlich die versprochene Hilfe? Weit gefehlt.

„Sehr geehrter Herr …,

unserem Zentralen Fahrzeugregister entnehmen wir die Information, dass Sie als Halter eines Dieselfahrzeugs eingetragen sind, das nicht der neuesten Abgasnorm entspricht und in einer Region zugelassen ist, in der ein Stickstoffdioxid-Jahresmittelwert von mehr als 50 Mikrogramm/Kubikmeter Luft überschritten wird. Daher möchten wir heute die Möglichkeit nutzen Sie über das am 24. Oktober 2018 beschlossene Konzept der Bundesregierung für saubere Luft und die Sicherung der individuellen Mobilität in Innenstädten zu informieren.“

 
Dass nicht der Halter dafür verantwortlich ist, ein Fahrzeug mit manipuliertem Schadstoffausstoß zu besitzen, ist dem Amt keine Silbe wert.

 
Weiter heißt es im Schreiben: „Neben den anderen im Konzept der Regierung vorgesehenen Maßnahmen, (die hier nicht weiter erläutert werden, Anmerkung der Redaktion) bieten die deutschen Fahrzeughersteller in den 15 besonders belasteten Regionen… Umtauschaktionen und technische Lösungen (zum Beispiel Hardware-Nachrüstung) an.“

Staatlich finanzierte Werbeaktion

Tatsächlich handelt es sich bei diesem Brief nicht um eine Hilfe für betrogene Fahrzeughalter. Das Schreiben ist eine reine Werbeaktion für die (wohlgemerkt!) deutschen Autohersteller BMW, Daimler und VW. Damit die Werbung entsprechend erfolgreich ist, werden im Kopf des vom Steuerzahler finanzierten Schreibens einer Bundesbehörde auch gleich die Hotline und E-Mails der Konzerne BMW, Daimler und VW aufgeführt.

 
Mit diesem Schreiben erreicht die Liebedienerei der Bundesregierung gegenüber den deutschen Auto-Monopolen ihren neuesten Höhepunkt. Verschämt verweist das Schreiben im klein gedruckten noch darauf, dass es den Empfängern natürlich unbenommen bleibt, sich auch bei anderen Herstellern zu informieren". Deren Telefonnummer soll man dann aber bitte selbst aus dem Telefonbuch heraussuchen. Wir empfehlen einen Anruf bei der Parteizentrale der MLPD, um Mitglied zu werden.


In Australien entwickelt sich eine Schülerbewegung, die mit Schulstreiks die Öffentlichkeit und die Poliker zum Handeln gegen die Klimaerwärmung zwingen will. Gestartet wurde die Aktion von 13- bis 14-jährigen Schülerinnen in Castlemaine im Bundesstaat Victoria, inzwischen hat sich eine landesweite Bewegung entwickelt unter der Web-Seite www.schoolstrike4climate.com. Die Schulstreiks sind geplant für den 28.,29. und 30. November.


Am 13. November ist es genau 100 Tage her, dass Shahidul Alam, Fotojournalist aus Bangladesch, verhaftet wurde. Zuvor hatte er sich kritisch über den Umgang der Regierung mit den Studentenprotesten geäußert.

Die Proteste Ende Juli und Anfang August forderten mehr Sicherheit im Straßenverkehr und drückten einen allgemeinen Unmut gegenüber der Regierung aus. Wegen seiner kritischen Äußerungen wirft die Regierung Shahidul Alam die „Verbreitung falscher Informationen und Propaganda gegen die Regierung“ vor (siehe Rote Fahne News vom 27. August).

 

Grundlage der Verhaftung ist der Paragraph 57 des Gesetzes über Informations- und Kommunikationstechnologie. Mindestens 23 weitere Reporterinnen und Reporter wurden am Tag von Shahidul Alams Verhaftung festgenommen – ein dunkler Tag für die Pressefreiheit im Land!

 

Um für die Freilassung des Fotojournalisten und die Informationsfreiheit im Land zu demonstrieren, ruft Reporter ohne Grenzen zur Demonstration auf. Wir werden uns mit Fotos, die Shahidul Alam geschossen hat, vor der bangladeschischen Botschaft positionieren. Zusammen wollen wir eine Künstleraktion starten, und eine große 57, bestehend aus kleinen Kreide-Stencils, auf die Straße sprühen.

Gemeinsam protestieren wir und fordern Bangladesch auf, Shahidul Alam endlich freizulassen!

Die Aktion findet am Dienstag, den 13. November, von 13 bis 15 Uhr, vor der Botschaft Bangladeschs, Kaiserin-Augusta-Allee 11, Berlin,  statt.


Seit dem 8. November streiken Beschäftigte der Logistik- und Paketdienstbranche in NRW. Die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft ver.di hatte bei DHL Delivery Köln-West und DHL Delivery Essen, bei Schlau Lager und Schlau Logistik in Porta Westfalica, sowie in der Hauptumschlagbasis des DPD in Unna zu Warnstreiks aufgerufen. Mehr als 350 Beschäftigte sind diesem Aufruf gefolgt. Die Warnstreiks wurden gestern in Düsseldorf, Duisburg, Bonn und im Rhein-Erft-Kreis fortgesetzt. ver.di fordert in dieser Tarifrunde für die über 100.000 Beschäftigten der Branche die Erhöhung der Jahressonderzahlung auf ein volles 13. Monatsentgelt, die Erhöhung der Einkommen um 175 Euro, für Auszubildende um 75 Euro und zwei Tage Urlaub mehr für alle.


Am 28. Oktober 2018 trafen sich in Gelsenkirchen 66 Frauen und ein Mann aus dem gesamten Bundesgebiet, um dem 12. Frauenpolitischen Ratschlag, der vom 1. bis 3. November 2019 stattfinden wird, ein Gesicht zu geben.

Der kämpferische Frauenrat hatte dieses Treffen gut vorbereitet, seine ersten Vorschläge kritisch diskutiert und in neue Vorschläge weiterentwickelt, die sich am täglichen Leben aller Frauen orientieren.

Wir müssen den Kampf organisiert führen

Nach lebhafter Diskussion der aktuellen frauenpolitischen Lage waren sich die Anwesenden einig: Wir müssen gegen die Rechtsentwicklung der Regierungen und der Parteien in vielen Ländern der Welt gemeinsam kämpfen. Dafür brauchen wir Frauen Mut und wir müssen diesen Kampf organisiert führen. Daraus entstand der Arbeitstitel: "Couragierte Frauen kämpfen gegen rechte Regierungen - weltweit!“

12. Frauenpolitischer Ratschlag 2019 in Thüringen

Zu den Leitlinien des Frauenpolitischen Ratschlags gehört, dass das bundesweite Vorbereitungstreffen die Vorschläge des kämpferischen Frauenrats demokratisch beschließt: Es ist klar, der 12. Frauenpolitische Ratschlag findet vom 1. bis 3. November 2019 in Thüringen statt.

 

Der Programmablauf des Ratschlags:

  • Der 31. Oktober 2019 wird Anreisetag zur kulturellen Erkundung Thüringens
  • Am 1. November 2019 Begrüßung durch den kämpferischen Frauenrat, anschließend  sechs verschiedene Foren. Für jedes Forum meldeten sich erste Verantwortliche.
  • Themen werden sein: 1. Frauen und Arbeit, 2. Jugend und Bildung, 3. Internationales, Geflüchtete und Migration, 4. Natur und Umwelt, 5. Familie und Lebensformen, 6. Gesellschaftliche Perspektiven und Visionen
  • Abends „Feuerwerk der Frauentalente“, Jung und Alt präsentieren ihre  kulturellen  Fähigkeiten.
  • Am 2. November morgens Demonstration, Fortsetzung der Foren. Abends ein  Mitbring-Buffet, parallel dazu ein Candle-light-Café und Live-Musik zum Tanzen und Feiern.
  • Am 3. November Abschlussplenum mit Rechenschaftslegung des Kämpferischen Frauenrats und Wahl eines neuen. Dem schließt sich ein erstes Nationales Vorbereitungstreffen zur 3. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen an.

Internationaler Charakter

Der Ratschlag ist ein Gemeinschaftsprodukt  aller beteiligten Frauen und Organisationen. Deshalb übernimmt jede eine Gemeinschaftsaufgabe zur gesamten Organisation. Sie werden auf der Homepage www.frauenpolitischerratschlag.de veröffentlicht.


Um den internationalen Charakter des Ratschlags Wirklichkeit werden zu lassen,  werden internationale Gastfrauen eingeladen.
Einstimmig verpflichten sich die anwesenden Frauen alles dafür zu tun, um den nach Italien abgeschobenen Flüchtling Alassa Mfouapon und seine Frau auf dem 12. Frauenpolitischen Ratschlag begrüßen zu können.

 

Drei Resolutionen schlossen das erfolgreiche Treffen ab. Rote Fahne News wird sie dokumentieren. Das nächste bundesweite Vorbereitungstreffen ist am 23. Juni 2019 in Thüringen.    


Der Bundesvorstand von ATIF (Konföderation der ArbeiterInnen aus der Türkei in Deutschland) erklärt zum Bündniskongress Thüringen des Internationalistischen Bündnisses, der am morgigen 11. November in Erfurt stattfindet¹:

Wir werden die Konferenz in Thüringen mit einer kleinen Delegation unterstützen. (…)

 

Im Bezug auf die gefährliche Rechtsentwicklung in der 2. GroKo-Regierung, dem gegenwärtig wachsenden Zuspruch der AfD in der Gesellschaft und die neuen Expansionsziele des deutschen imperialistischen Staates können wir sagen, dass es mittlerweile unerlässlich ist, eine wirklich internationalistische Einheit überall in Deutschland herzustellen.

Wenn der Kampf der Ausgebeuteten und Unterdrückten diffamiert wird, müssen wir alle Zusammen gegen unsere Klassenfeinde in die Offensive

Bundesvorstand von ATIF

In einer Zeit, in der jeder demokratische und revolutionäre Kampf der Ausgebeuteten und Unterdrückten von den bürgerlichen Regierungen als „terroristisch“ diffamiert, und gleichzeitig versucht wird, sogar seine Berechtigung repressiv zu bekämpfen, müssen wir alle zusammen gegen unsere Klassenfeinde, mehr denn je, gemeinsam agieren und in die Offensive gehen. Denn wo das Unrecht zu Recht wird, wird der Widerstand zu unserer Pflicht!

 

Deshalb ist es unsere gegenwärtige, als auch zukünftige Aufgabe, eine gemeinsame politische Schlagkraft der Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland, egal welcher nationalen oder ethno-kulturellen Herkunft, fleißig und zielgerichtet aufzubauen.

Wir werden am 11. November in Erfurt sein

Daher werden wir am 11. November in Erfurt sein, um den regionalen Aufbau des Internationalistischen Bündnisses voranzutreiben und die Wahlbeteiligungsarbeit der Bündnisträger dort, im Rahmen unserer Möglichkeiten, aktiv zu unterstützen.


Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet erntet für seine Aussage, dass Fahrverbote für alte Diesel „unverhältnismäßig“ seien, scharfe Kritik. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Köln zu Fahrverboten für Diesel in Köln und Bonn erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch: „Herr Laschet opfert die Lungen der Bürger in den stark belasteten Städten den Profitinteressen der Automobilindustrie.“ Auch das Kölner Urteil ist ein Zugeständnis an die wachsende Empörung über den kriminellen Abgasbetrug der Autokonzerne und ihren Versuch, die Folgen auf die Massen abzuwälzen. So nützlich Fahrverbote in einzelnen Fällen auch sein mögen, so wenig lösen sie schlussendlich das Problem. Notwendig ist die massenhafte Umrüstung SCR-Katalysatoren auf Kosten der Konzerne.


Morgen vor 100 Jahren jährt sich der Tag, an dem die kriegsführenden Mächte des I. Weltkriegs im Wald von Compiègne das Ende des bis dato schlimmsten Völkergemetzels aller Zeiten besiegelten. Beendet wurde der Krieg durch eine Welle von Revolutionen, die über Russland und Österreich/Ungarn bis nach Deutschland zog. Dem Kriegsende unmittelbar voraus ging der Höhepunkt der Novemberrevolution mit der Ausrufung der sozialistischen Republik in Berlin. Wenn sich am heutigen 10. November die Staatschefs der imperialistischen Mächte Deutschland, USA und Frankreich zu offiziellen Gedenkveranstaltungen zusammenfinden, wird davon keine Rede sein. Stattdessen präsentieren sie sich heuchlerisch als "Bewahrer des Friedens", obwohl sie in aller Welt imperialistische Kriege führen und neue Kriege vorbereiten. Ausdruck davon ist auch der Streit zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, nachdem dieser den Aufbau einer eigenen europäische Armeen unter anderem mit der wachsenden Konkurrenz zwischen der EU und den USA begründete.


Die Novemberrevolution 1918 in Deutschland erkämpfte das Ende des I. Weltkriegs, den Sturz des Kaiserreichs und wichtige bürgerlich-demokratische Rechte und Freiheiten. Sie setzte auch das Frauenwahlrecht durch, für das sich die Frauenbewegung in Deutschland - die proletarische und die bürgerliche - seit Jahrzehnten eingesetzt hatte.

Vor genau 100 Jahren, einen Tag nach der revolutionären Erhebung der Massen, entsandten die revolutionären Arbeiter- und Soldatenräte den Rat der Volksbeauftragten. In seinem Aufruf „An das deutsche Volk“ wurde mit der großen Wahlrechtsreform auch das Frauenwahlrecht bekanntgegeben.

Wenige Wochen später, am 30. November 1918 verankerte der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger in der Verordnung über die Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung. Frauen durften wählen und in alle Ämter gewählt werden.

 

Es beendete das in Preußen geltende Dreiklassenwahlrecht. Das Gewicht der Stimmen war darin nach dem Steueraufkommen bemessen: so hatte die Stimme reicher Männer 17-mal mehr Gewicht von Armen.

Frauen aktiv an revolutionären Aktionen beteiligt

Frauen beteiligten sich aktiv an den Streiks und Kämpfen der revolutionären Arbeiterbewegung, die der Novemberrevolution vorausgingen, allein 400.000 Rüstungsarbeiterinnen an dem großen Munitionsarbeiterstreik im Januar 1918. Im Juli 1918 streikten 35.000 Arbeiter und Arbeiterinnen bei Thyssen in Mülheim für die Herabsetzung der Wochenarbeitszeit auf 53 Stunden.

 

Am 9. November 1918 gab es während des Generalstreiks in Berlin Massendemonstrationen mit vielen Frauen und Müttern. Sie verteilten Flugblätter und schafften Munition herbei, verlangten Frieden und Brot für ihre Kinder und Familien, ein menschenwürdiges Leben sowie politische und soziale Gleichberechtigung.1

 

Bei den Arbeiter- und Soldatenräten, die sich im November 1918 überall formierten, fanden die Frauen mit ihren Forderungen offene Ohren. Sie machten das Frauenstimmrecht zu einer der Parolen der Revolution (mehr dazu).

Erfolg des jahrzehntelangen Kampfs der Frauenbewegung

Das mit der Revolution durchgesetzte demokratische Recht war auch Ergebnis eines jahrzehntelangen internationalen Kampfs der Frauenbewegung. Das Frauenwahlrecht war zuvor in Finnland, Norwegen, Dänemark und den Niederlanden erkämpft worden - und mit der Februarrevolution 1917 auch in Russland. Es folgten Großbritannien, Polen und Österreich noch im Jahr 1918.

 

Es musste sich gegen überholte Moralvorstellungen durchsetzen, die Frauen die intellektuelle Fähigkeit zur politischen Tätigkeit absprachen. Ihre Verfechter rechtfertigten dies unter anderem damit, dass Frauen wegen ihrer überwiegenden Tätigkeit im Hause keine politische Kenntnisse und Erfahrungen hätten.

 

Dass sie zu dieser Situation durch die bürgerliche Gesellschaftsordnung gezwungen waren, scherte sie wenig. Aber auch biologistische "Argumente" musste herhalten, nach denen das Gehirn der Frauen zu klein wäre und durch die Gebärfähigkeit ihre "natürliche" Bestimmung der private Bereich in Haushalt und Familie sei.

Auch bürgerliche Frauen zuvor weitgehend rechtlos

Schon lange forderte die bürgerliche Frauenbewegung unter anderem das Recht auf Beteiligung an Wahlen. Im Kaiserreich hatten vor allem verheiratete Frauen sehr wenige Rechte. Bürgerliche Frauen, die Vermögen in die Ehe brachten, verloren dies mit der Unterzeichnung des Ehevertrags.

 

Tatsächlich behinderten die unter Bismarck eingeführten Sozialistengesetze auch bewusst die politische Tätigkeit von Frauen im Kaiserreich. Erst 1908 wurde die Bestimmung im Vereinsgesetz, die seit 1850 Frauen die Teilnahme an Vereinen und Versammlungen verbot, aufgehoben.

Clara Zetkin: Unermüdliche Streiterin für das Frauenwahlrecht

Die massenhafte Einbeziehung von Arbeiterinnen in die industrielle Produktion war eine materielle Basis für die Entstehung der proletarischen Frauenbewegung, für die Karl Marx und Friedrich Engels die wissenschaftlichen Grundlagen gelegt hatten. Arbeiterinnen schufteten in den Fabriken unter neben ihren Männern. In den Kriegsjahren mussten sie die Männer in den Fabriken sogar ersetzen.

 

Clara Zetkin gehörte zu den unermüdlichen Streiterinnen in der damals noch revolutionären SPD für das Frauenwahlrecht. Sie nahm als einzige Partei in Deutschland die Forderung nach dem Frauenwahlrecht in ihr Parteiprogramm auf. Unter dem Eindruck der russischen Revolution und der dadurch in Russland beschlossenen weitgehenden rechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern schlossen sich 1917 die bürgerliche und proletarische Frauenbewegung zu einer einjährigen Propaganda-Aktion zusammen.

 

Die Durchsetzung des Frauenwahlrechts heftet sich die SPD heute noch als Erfolg an ihre Brust. Ihre revisionistisch entarteten Führer wollten 1918 jedoch die Novemberrevolution verhindern und sich mit einer konstitutionellen Monarchie begnügen. Als sie sich nicht aufhalten ließ, setzten sie sich erst wortradikal an die Spitze, um sie dann mit militärischer Gewalt ersticken zu lassen.

19. Januar 1919: Frauen konnten das erste Mal wählen

Am 19. Januar 1919 konnten Frauen zum ersten Mal in Deutschland reichsweit bei der verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung wählen und gewählt werden. 300 Frauen kandidierten. 37 Frauen - insgesamt gab es 423 Abgeordnete - werden schließlich gewählt.

 

Die heute in Deutschland erreichte formale rechtliche Gleichstellung der Frauen hebt allerdings die im Kapitalismus systemimmanente besondere Unterdrückung aller Frauen und die besondere Ausbeutung der Masse der Frauen nicht auf. So besteht immer noch ein gravierender Lohnunterschied von durchschnittlich 21 Prozent zwischen Frauen und Männern.

MLPD: Partei des Kampfs für die Befreiung der Frau

Die Überwindung dieser besonderen Ausbeutung und Unterdrückung erfordert einen eigenständigen Kampf für die Befreiung der Frau, der von den Marxisten-Leninisten systematisch gefördert wird.

 

Der Kampf um Gleichberechtigung zielt auf die Gleichstellung der Frauen gegenüber ihrer Diskriminierung in der kapitalistischen Gesellschaft. Er muss Schule des Kampfs für ihre vollständige Emanzipation im Sozialismus/Kommunismus sein.


Die Kollegenzeitung bei Hella "Der Scheinwerfer" hat aktuell folgendes veröffentlicht:

Jetzt sollen wieder die Montiererinnen und Montierer bluten. Ab 1. Dezember fünf Stunden weniger pro Monat ohne Lohnausgleich, also etwa minus 15 Prozent Lohn! Für die Montiererinnen und Montierer sind das weitgehende Einschnitte, Mieten, Benzin- und Lebensmittelpreise bleiben ja. Die Kürzung wirkt sich auch später auf die Rente aus. Betroffen sind vor allem Frauen, die auf der Lohnskala eh oft ganz unten stehen.

 

Für Hella ist das Portokasse angesichts ihrer Umsätze und Gewinne. Der Hauptgrund ist weniger der reine Euro-Betrag, sondern das Ziel, die Belegschaft auf die Unterordnung unter ihre Profitwünsche einzuschwören. Was können wir für weniger Gewinn? Wir verzichten nicht! ...

 

Wie wir in der Produktion arbeiten, egal welche EG, ob Avitea, Hella oder Logistik - so müssen wir auch Hand in Hand zusammen kämpfen, wenn ein Teil von uns angegriffen wird. Die schlimmste Ungerechtigkeit für Leiharbeiter ist ja nicht der Lohn, sondern die Angst um den Arbeitsplatz. Sollen wir uns davon zu Duckmäusern machen lassen?

 

Die Meinung: "Ich kämpfe nicht für andere" ist fehl am Platz. die Kapitalisten sind wenige; sie haben solange die Macht, wie wir nicht vereint sind. Alle Abteilungen, in denen Leiharbeiter gekündigt wurden, oder werden sollen - protestiert! Bringen wir den Protest gegen die Lohnkürzung der Montierer auf die Betriebsversammlung. Macht Gruppengespräche, sprecht Eure Vertrauensleute an, macht als Gruppe einen gemeinsamen Gang zum Betriebsrat! ...

 

Entscheidend ist, dass wir uns besser organisieren. Für jeden gibt es das "passende" Engagement: ob in der IG Metall und im Vertrauenskörper, in der Umweltbewegung, bei der Montagsdemo. Wer sich für eine gesellschaftliche Alternative einsetzt gehört in die MLPD und in den Jugendverband REBELL. Es kommt auf jeden an. Hoffen auf andere ist passé, Vertrauen auf die eigene Kraft ist angesagt.