Alle Nachrichten vor vier Tagen



In Ang Snuol in der kambodschanischen Provinz Kandal streiken seit Montag, den 8. Juli 2019, 2000 Arbeiterinnen der Bowker Garment Fabrik, nachdem eine Gewerkschafterin entlassen worden war. Diese hatte sich für eine andere Kollegin eingesetzt, die angeblich Kleider gestohlen haben soll. Die Streikenden haben 18 Forderungen gestellt: neben der Wiedereinstellung geht es vor allem um bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehört auch die Entlassung des Verwaltungschefs.




Tausende folgen seit Tagen dem Aufruf "Niemals wieder", der ein Ende der Internierungslager und der reaktionären Flüchtlings- und Migrantenpolitik des faschistoiden US-Präsidenten Donald Trump fordert. Jüdische Organisationen gehören zu den Initiatoren des Aufrufs. Dass Trump für das Wochenende angekündigt hatte, dass bis zu 2000 Menschen, die ohne gültige Papiere in den USA leben, festgenommen werden sollen, hat die Empörung weiter geschürt. Gestern attackierte Trump mehrere demokratische Politikerinnen mit rassistischen Tweets.




Gemeinsam trainieren chinesische und deutsche Militärs in Niederbayern (Feldkirchen) - angeblich für "humanitäre UN-Einsätze". In Wahrheit geht es um imperialistische Auslandseinsätze. Ein Oberstleutnant, der namentlich nicht genannt werden will, sagt: "Wenn die USA kein verlässlicher Partner mehr sind, muss man sich eben nach neuen Allianzen umschauen." Und China sei nun einmal eine Weltmacht - ob einem das gefalle oder nicht.

 

 


Wie die Nachrichtenagentur "ANF" mitteilt, hat ein türkisches Gericht in Alanya Untersuchungshaft gegen die HDP-Kreisvorsitzende Safiye Dalgıç angeordnet. Der Politikerin wird “Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ vorgeworfen.



Weiter schreibt ANF: „Dalgıç, die Ko-Vorsitzende des Kreisverbands der Demokratischen Partei der Völker (HDP) in der Stadt an der türkischen Südküste ist, war am Montag wegen des Vorwurfs der ‚Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung‘ festgenommen worden.

 

Im Rahmen der Ermittlungen nahm die Polizei auch Abdulhekim Aktaş aus dem HDP-Kreisvorstand sowie Tefra Akçin von der DBP (Partei der demokratischen Regionen) fest. Ihnen wird zur Last gelegt, im Rahmen von Besuchen im Hochsicherheitsgefängnis von Alanya die ‚Kommunikation von politischen Gefangenen mit der Außenwelt‘ gewährleistet zu haben. Alle drei Politikerinnen und Politiker wurden bereits am Freitagabend an das Typ-L-Gefängnis überstellt.


Am 12. Juli um 16 Uhr stürmte die faschistische AKP-Polizei in Ankara das Idilcan Kültür Merkezi (Idilcan Kulturzentrum) von Halk Cephesi (Volksfront).



Unterdessen haben Polizisten versucht, vor dem fortschrittlichen Kulturzentrum die Bevölkerung mit ihren Waffen einzuschüchtern. Es wurden Yürüyüs-Magazine und Bücher aus dem Boran Yayınevi Verlag beschlagnahmt.

 

Solidarität mit dem Idilcan Kulturzentrum!




Zum traditionellen "Schnäppchentag" beim Versandhändler Amazon (Prime-Day) treten in dieser Woche Beschäftigte an sieben Standorten in Deutschland für mindestens zwei Tage in den Streik. Die Ausstände begannen in der Nacht von Sonntag auf Montag (14./15. Juli). Unter dem Motto „Kein Rabatt mehr auf unsere Einkommen“ fordern die Beschäftigten Tarifeinkommen wie im Einzel- und Versandhandel. Gestreikt wird an den Amazon-Standorten in Werne, Rheinberg, Leipzig, Graben, Koblenz sowie an den zwei Standorten in Bad Hersfeld.


Der Streik bei LSG Sky Chefs gegen den geplanten Verkauf des Unternehmens und gegen die Vernichtung von Arbeitsplätzen läuft weiter.¹



Neben den Inlandsflügen betrifft der Ausfall des Caterings bzw. ein verringertes Catering aufgrund des selbständigen Streiks bei LSG Sky Chef jetzt auch die internationalen Flüge. Lufthansa wird empfindlich getroffen, da die internationalen Flüge das profitabelste Geschäft sind. Diese Flüge wollte Lufthansa vor den Streikfolgen bewahren.

In beiden LSG-Werken wird selbständig gestreikt

In Frankfurt am Main wird nun in beiden LSG-Werken gestreikt. Jetzt sind auch Auslandsflüge betroffen - zum Beispiel die japanische Fluggesellschaft JAL. JAL wirbt mit der hohen Qualität ihrer Gerichte. Sie musste aber nun ihre Interkontinental-Flüge infolge des Streiks ohne das entsprechende Catering antreten. Das setzt die Lufthansa unter Druck. Neben den Transportbeschäftigten sind auch Arbeitskräfte der kalten und warmen Küche in den Streik einbezogen. Auch in München und in Düsseldorf beteiligen sich Beschäftige am Streik.

 

Eine Schwierigkeit liegt in der Konkurrenz zweier Gewerkschaften in der LSG, die beide stark im Betriebsrat vertreten sind. Es handelt sich dabei um die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die "Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr e.V." - AGIL. Letztere vertritt neben dem Bodenpersonal eben auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei LSG. Die kämpferischen Kräfte ringen darum, die Einheit im Kampf herzustellen, alle Kolleginnen und Kollegen für den Streik zu gewinnen. Die Zusammenarbeit im selbständigen Streik muss eine neue Stufe erreichen.

Bisher gelingt der Einsatz von Steikbrechern nicht

Lufthansa versucht über andere Betriebe Streikbrecher einzusetzen. So über das Dienstleistungsmonopol WISAG und auch über den Flughafenbetreiber Fraport. Das gelingt ihnen bisher nicht, da auch Betriebsräte dieser Unternehmen ihre Zustimmung für Streikbrecherarbeiten verweigern. Bei WISAG gab es im Juni ebenfalls einen Streik bei der Bodenabfertigung am Frankfurter Flughafen, was zu Flugausfällen führte. Die LSG setzt jetzt für den Transport des Caterings in die Flugzeuge leitendes Personal ein, das es aber nicht nach Plan schafft.

 

Lufthansa erhöht den Druck, und Schichtleiter in Frankfurt drohen: „Das ist ein illegaler Streik“. Sie betreiben Spaltung. Sie tun alles, um herauszubekommen, wer hinter dem Streik steht und wollen die „Organisatoren“ herauspicken: „Wer hat das alles organisiert?“ Sie gehen die Kollegen an: „Haltet euch an die Gewerkschaft, … ver.di hat nicht zum Streik aufgerufen“.

 

Was fällt diesen Leuten ein, wenn Arbeiterinnen und Arbeiter für berechtigte Forderungen kämpfen, diese zu bedrohen und einzuschüchtern?

Solidarität

Die Vorgänge machen deutlich: Die Arbeiterklasse braucht in Deutschland ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht. Diese Forderung muss jetzt auf die Tagesordnung, weil aktuell in etlichen Konzernen Kämpfe um Arbeits- und Ausbildungsplätze bevorstehen. Die Lufthansa-Geschäftsleitung weiß sehr gut, dass eine Gewerkschaft während eines laufenden Tarifvertrags überhaupt nicht zum Streik aufrufen darf.

 

Die Belegschaft der LSG Berlin hat an die Streikenden im Werk I und II in Frankfurt Solidaritätsadressen geschickt und sichert Unterstützung zu. Damit stärken sie das Selbstbewusstsein, den Streik mutig weiterzuführen.


Die Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt lädt Anwohner und Interessierte zum Gedenken an die Ereignisse des Altonaer Blutsonntags am 17. Juli 1932 ein . Die Gedenkveranstaltung findet am Mittwoch, den 17. Juli 2019, 17 Uhr, statt. Veranstaltungsort ist am Gedenkstein im Hof des Altonaer Gerichtsgebäudes (Zugang Ecke Max-Brauer-Allee / Gerichtsstraße).



Die Freunde von der Kultur- und Geschichtswerkstatt schreiben: "Anlässlich des 87. Jahrestages der damaligen Nazi-Provokation und dem 'Vergessen' durch den Hamburger Senat laden wir ein zur Gedenkveranstaltung am Gedenkstein - dem Ort der Hinrichtung der vier Altonaer Kommunisten. Ein halbes Jahr vor der Errichtung des Faschismus wurde damals vorexerziert, was Faschismus bedeutet: Terror als Herrschaftsmethode gegen jede demokratische Opposition, vor allem gegen die Arbeiterschaft. Die Gedenkveranstaltung ist auch der Auftakt für eine Unterschriftensammlung zur Anbringung einer Gedenktafel und von Hinweisschildern. Die Anbringung wurde bisher vom Bezirksamt Altona wegen angeblich fehlendem öffentlichen Interesse abgelehnt."

Wehret den Anfängen!

Das soll auf der Gedenktafel stehen: "Wehret den Anfängen – Gedenken des 'Altonaer Blutsonntag', dem 17. Juli 1932.

 

Genehmigt durch den Altonaer Polizeipräsidenten Otto Eggerstedt und unter dem Schutz der Polizei drangen an diesem Tag 5000 bis 6000 Faschisten in das Hamburger Arbeiterviertel Altona ein. Die Bevölkerung protestierte heftig. 16 Antifaschisten und Anwohner wurden meist durch Polizeikugeln ermordet, 70 schwer verletzt. Daraufhin wurden unter der 1933 errichteten faschistischen Diktatur vier junge Altonaer Kommunisten durch ein Sondergericht beim Landgericht Altona unter Landgerichtsdirektor Dr. Block abgeurteilt. Am 1. August 1933 wurden Karl Wolff, August Lütgens, Walter Möller und Bruno Tesch im Hof des Altonaer Gerichtsgefängnisses auf staatliche Anordnung ermordet. Wie die Prozessakten belegen, wurden die sogenannten Beweismittel gefälscht und Zeugen massiv eingeschüchtert. Die Schand-Urteile wurden nach 1945 in der Bundesrepublik erst 1992 aufgehoben, vor allem durch den hartnäckigen öffentlichen Druck von Angehörigen und Antifaschisten."

 

Kontakt Hamburger Geschichts- und Kulturwerkstatt: Griesbaum-HH@web.de


Am heutigen 15. Juli veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Studie, die die Schließung von über 8oo Krankenhäusern (von heute bestehenden 1400) als entscheidende Verbesserung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung rechtfertigen soll.



Scheinbar werden in der Studie der Bertelsmann-Stiftung, die eine Reduzierung der Krankenhäuser empfiehlt, berechtigte Kritiken an Personal- und Geräteausstattung kleinerer Krankenhäuser aufgegriffen. Die Krankenhausschließungen würden jedoch insbesondere die akute medizinische Notfallversorgung, vor allem in ländlichen Gebieten, massiv beeinträchtigen.

 

Das „Berliner Institut für Gesundheits- und Sozialforschung“ (IGES-Institut) erstellte diese Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. IGES definiert sich selbst in seinem Internetauftritt: „Wir bieten kreative Lösungen für Fragen der Versorgung, Qualität, Finanzierung und für die Gestaltung des Wettbewerbs öffentlicher Güter und Dienstleistungen.“ (Kurzprofil IGES). Und in der Tat: Einen Mangel an Kreativität kann man diesem Institut nicht vorwerfen. Allerdings: Mit Verbesserungen im Gesundheitswesen hat all das nichts zu tun.

IGES sagt: „Nur Kliniken mit größeren Fachabteilungen und mehr Personal haben genügend Erfahrung für eine sichere Behandlung“. Viele Komplikationen und Todesfälle ließen sich durch eine Bündelung von Ärztinnen, Ärzten und Pflegepersonal sowie Geräten in weniger Krankenhäusern vermeiden. Kleine Kliniken verfügten dagegen häufig nicht über die nötige Ausstattung und Erfahrung, um lebensbedrohliche Notfälle wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall angemessen behandeln zu können.¹

Es ist eine Illusion, zu denken, in den großen Krankenhäusern läuft alles gut

Uschi Gerster, MTLA am Uniklinikum Essen

Zynisch werden hier Todesfälle angesprochen, ohne die möglichen Todesfälle durch angestrebte Schließungen ebenfalls zu thematisieren. Warum sollte es nicht möglich sein, in allen Häusern optimale Bedingungen zu schaffen. Das sieht auch Uschi Gerster ähnlich. Die Essener MTLA* ist Sprecherin der ver.di-Vertrauensleute am Uniklinikum in Essen. Sie berichtet gegenüber Rote Fahne News, sie halte es "für eine Illusion, zu denken, in den großen Krankenhäusern mit ihren teuren Apparaten läuft alles gut und im Sinne der Beschäftigten und Patienten. Nicht umsonst haben gerade große Kliniken wie die Charité in Berlin oder wir am Uniklinikum Essen und Düsseldorf usw. bereits wochenlang gestreikt. Verbesserungen müssen wir uns immer erkämpfen. Natürlich ist es richtig, dass man erfahrener und sicherer wird beim Operieren, je mehr Praxis jemand hat. Aber auch die Ärzte in den großen Krankenhäusern fangen mit einer ersten OP an und müssen dabei lernen. Falls das wirklich ein Problem ist, kann und muss das anders gelöst werden."

 

Die Studie ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht der Krankenhausbeschäftigten, sondern stellt die Tatsachen auf den Kopf. Denn gerade in den genannten Notfällen ist der Zeitfaktor für die Erstbehandlung von entscheidender Bedeutung. Da nutzt den Patienten die angeführte „durchschnittliche Fahrzeit“ bis zum nächsten Krankenhaus gar nichts, wenn tatsächlich der Krankentransport langwierig über verstopfte Straßen in die nächste Großstadt erfolgen muss.

Nur noch Krankenhäuser mit mindestens 600 Betten?

Dass solche Aussagen nicht aus Unkenntnis erfolgen, wird spätestens deutlich, wenn die Studie sagt, was sie sich als Alternative vorstellt. Übrig bleiben sollen nur noch Krankenhäuser mit mindestens 600 Betten sowie etwa 50 Großkliniken mit mindestens 1500 Betten. Zum Vergleich: Der Durchschnitt heute liegt bei unter 300 Betten. Bei einer solchen „Gestaltung des Wettbewerbs“ (Kurzprofil IGES) lassen Krankenhauskonzerne wie Helios oder Rhön-Klinikum grüßen. Denn als international tätige Übermonopole sind hauptsächlich sie in der Lage, die notwendigen Mittel für solche Großkliniken aufzubringen und in profitträchtige Anlagen zu verwandeln.

 

Kliniken des öffentlichen Dienstes, die keine Gewinnmargen erreichen werden, werden durch diese Studie besonders bedroht und als Konkurrenz für die Monopole ausgeschaltet. Für diese Krankenhäuser der Monopole würde sich damit die Fallzahl lukrativer Behandlungen erhöhen. Außerdem werden Gelder für Subventionen frei, die sonst in die Verbesserung der Ausstattung von kleineren oder öffentlichen Krankenhäusern fließen müssten.

 

Bereits 2003 analysierte das Buch „Götterdämmerung über der 'neuen Weltordnung'“ treffend: „Die internationalen Monopole halten fieberhaft Ausschau nach neuen Anlagemöglichkeiten für ihr überschüssiges Kapital. Dabei entdeckten sie auch das staatliche Sozialwesen, vor allem die Bereiche Gesundheit, Pflege, Bildung und Kinderbetreuung. Die US-amerikanische Investitionsberatungsgesellschaft Whistler lenkte im Jahr 2002 mit einer Werbekampagne das Augenmerk der Investoren auf diese gewinnträchtigen Sektoren: '... Gegenwärtig konzentrieren wir uns auf Marktbereiche, die unserer Meinung nach erhebliche und dauerhafte Potenziale bieten, unter anderem die Märkte für Kinderbetreuung, Gesundheitsversorgung, Altenpflege, Bildung und Immobilien.‘ (Werbeblatt der Anlagegesellschaft Whistler Manager vom Oktober 2002)“²

Eine Bankrotterklärung gegenüber der medizinischen Versorgungskrise 

Ein zweites Argument der Studie ist eine offene Bankrotterklärung gegenüber der medizinischen Versorgungskrise, die in dem massiven Mangel an medizinischem Personal zum Ausdruck kommt: „Es gibt zu wenig medizinisches Personal, um die Klinikzahl aufrechtzuerhalten“, schreibt Bertelsmann-Projektleiter Jan Böcken.³

 

Daran dachte auch Uschi Gerster heute als Erstes und erzählt: "Als ich das heute Morgen im Radio hörte, dachte ich spontan: Auch eine Methode, für mehr Personal in den übrig bleibenden Krankenhäusern zu sorgen. Aber im Ernst. Hier wird mit dieser Studie Stimmung gegen kleine Krankenhäuser gemacht, damit die großen Konzernkrankenhäuser auf Kosten der kleinen und der breiten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung weiter gute Gewinne machen können."

 

Und in der Tat: Die Entlassung Zehntausender Beschäftigter aus den zu schließenden Kliniken eröffnet den verbliebenen Konzernen ganz neue Möglichkeiten zur Lohndrückerei in den verbleibenden Krankenhäusern. Statt Mangel an Fachkräften - auf einmal ein Überangebot! Da können die Sektkorken knallen. Halb so schlimm, dass der Personalschlüssel bezogen auf die Patienten dadurch auch nicht ein Jota besser wird. Denn die Studie stellt gleichzeitig fest, dass wir in Deutschland sowieso besonders wehleidig seien und wegen jeder Kleinigkeit ins Krankenhaus rennen. Was kümmert es, wenn die einweisenden Ärztinnen und Ärzte da offensichtlich ganz anderer Ansicht sind.

 

Auch die Menschen in den Städten und auf dem Land sind anderer Ansicht. So gehören Initiativen gegen Krankenhausschließungen heute oft schon zum kommunalpolitischen Alltag. Ihnen redete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erst Anfang des Monats nach dem Mund: „Ein Krankenhaus vor Ort ist für viele Bürger ein Stück Heimat.“⁴ Für 120 Kliniken auf dem Land versprach er eine Förderung von je 400.000 Euro im Jahr. Von einem Tropfen auf den heißen Stein zu sprechen, wäre hier geprahlt. Und: Was ist mit den anderen Kliniken?

MLPD: Krankenhausschließungen müssen abgelehnt werden

Eine Genossin der MLPD, die an einem Klinikum in Duisburg als Krankenpflegerin arbeitet, berichtet: "Seit Jahren wird uns auf Betriebsversammlungen erzählt, wir müssten 'konkurrenzfähig' sein, weil es 'einfach zu viele Krankenhäuser' in Deutschland und konkret auch in Duisburg gäbe. Wir haben dann konkret gefragt: 'Für wen zu viel?'  Darauf bekommt man dann keine Antwort. Aber klar ist, dass das Gesundheitswesen vom kapitalistischen Standpunkt Profite für die entsprechenden Konzerne abwerfen muss. Dazu wird die Verweildauer der Patienten massiv verkürzt und die Ausbeutung der Beschäftigten erhöht. Um diesen Konzentrationsprozess zu steigern, wird nun scheinbar wissenschaftlich belegt, dass die Krankenhäuser schließen 'müssten'. Die Forderung nach der Schließung der Krankenhäuser ist auf jeden Fall abzulehnen!"

 

Die MLPD steht auf der Seite der Menschen, die für ihre Kliniken kämpfen. In ihrem Kampfprogramm fordert sie eine gründliche und kostenlose Gesundheitsvorsorge, Betreuung und Behandlung für alle dauerhaft in Deutschland Lebenden!“




In der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel werfen die Autoren eines Artikels die Frage auf, ob die beiden Vereine "WerteInitiative" und "Nahost Friedensforum - Naffo" im Auftrag der israelischen Regierung agieren. Sie haben offenbar mit aggressiven Lobbymethoden versucht, Einfluss auf Bundestagsabgeordnete zu nehmen, damit diese für die Bundestagsresolution gegen die BDS-Bewegung stimmen. Umgehend schaltete sich Felix Klein ein, Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung. Er bezichtigt den Spiegel des Antisemitismus.


Dieser Offene Brief gegen antikommunistische Hetze und Spalterei wird aktuell in Albstadt als Flugblatt verteilt:



Die Rekord-Temperaturen und Waldbrände im Juni zeigen, wie wichtig die Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) ist. Der Kampf gegen die Klimakatastrophe erfordert eine breite, internationale und überparteiliche Umweltbewegung. Die FFF-Bewegung, zu der ihr in Zollernalb schon einige Aktionen organisiert habt, hat aufgerüttelt und schon einiges bewirkt.

 

Wir haben großen Respekt vor der FFF-Bewegung, ihrer Ausdauer und Hartnäckigkeit. Wir von MLPD und Jugendverband REBELL haben FFF von Anfang an aktiv unterstützt. Doch während bei den ersten Aktionen alle Beteiligten willkommen waren, wird es Leonie Luippold und Jeremy Ude vom Orga-Team offenbar immer wichtiger, um jeden Preis ein offenes Auftreten von Mitgliedern des Jugendverbands REBELL und der MLPD zu unterbinden.

 

Bei der Kundgebung am 24. Mai in Balingen hatten sie sich abgesprochen: „Die lassen wir heute nicht reden!“ Uns wurde verboten, einen Flyer zu einem Pfingstjugendtreffen zu verteilen (wo unter anderem ein Erfahrungsaustausch zu FFF stattfand). Den Schülern wurde gesagt: „Schmeißt das weg, lest das nicht!“ Es wurde mit Polizei gedroht, falls wir das Verteilen der Flyer nicht beenden. Unsere vier Schilder mit Klimaforderungen und der Aufschrift „MLPD/REBELL“ sollten verschwinden, sonst würde der Eindruck entstehen, die Kundgebung (160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ca. 40 Schilder) wäre eine „MLPD-Kundgebung“ …

 

Wir fordern euch vom Orga-Team auf, die antikommunistische Hetze und Spaltung zu unterlassen, und die FFF-Aktionen wieder auf wirklich überparteiliche und gleichberechtigte Grundlage zu stellen …

 

Das Flugblatt als pdf-Datei


Am 11. Juli fiel in Düsseldorf mit ca. 1000 Studierenden der Startschuss für eine neue Protestbewegung gegen die aktuelle Studiensituation und gegen das neue Hochschulgesetz.



Zur Demonstration aufgerufen hatte das Landes-Asten-Treffen. Es kamen Studierende aus vielen Städten Nordrhein-Westfalens. Viele politische Organisationen waren vertreten: Linksjugend, Jusos, SDAJ, REBELL, DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsgegnerInnen) und andere.

 

Auf besondere Kritik stößt bei den Studierenden der Versuch der Landesregierung, mit dem neuen Hochschulgesetz die Zivilklausel abzuschaffen. Das wurde bei der Zwischenkundgebung vor der CDU-Landeszentrale auch von einem Vertreter der DFG-VK besonders herausgestellt. Die Zivilklausel bedeutet, dass die Hochschulen angehalten sind, nicht für die Rüstungsindustrie und militärische Nutzung zu forschen. Die Abschaffung dieser Klausel erhöht gleichzeitig die Militarisierung der Gesellschaft. Es bedeutet auch, dass die Monopole noch unmittelbareren Einfluss auf die Hochschulen bekommen.

 

Die Organisatoren riefen dazu auf, sich an den Orten in Bündnissen zusammenzuschließen, um gemeinsam eine neue, starke Bildungsprotestbewegung aufzubauen.

 

Siehe auch Erklärung des Jugendverbands REBELL gegen das neue Hochschulgesetz




Am Samstag, den 13. Juli, demonstrierten in verschiedenen Städten des Sudan wieder Zehntausende Menschen und forderten Gerechtigkeit. 40 Tage noch dem Massaker vom 3. Juni hatte das Gewerkschaftsbündnis SPA zu den landesweiten Protesten aufgerufen. Die Demonstranten riefen Sprechchöre gegen den regierenden Militärrat und forderten auf Plakaten "Gerechtigkeit für die Märtyrer".




Am Freitag, den 12. Juli, starb in einer Fabrik in Surat im indischen Bundesstaat Gujarat ein 45-jähriger Arbeiter durch einen Stromschlag während der Arbeit. Mehr als 500 Arbeiter versammelten sich vor dem Betrieb zum Protest und forderten, dass das Unternehmen der Familie eine Entschädigung von umgerechnet knapp 13.000 Euro bezahlt. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Tränengas gegen die Arbeiter vor, die sich mit Steinen wehrten.




Rund eintausend Arbeiter der PT London Sumatera (Lonsum) Plantage bzw. Fabrik in Bulukumba auf der indonesischen Insel Sulawesi sind am Montag in den Streik getreten. Die Arbeiter in der Ölpalmen- bzw. Gummiproduktion fordern die Zahlung des Bonus wie in den vergangenen Jahren, nämlich drei Monatslöhne. Lonsum will jedoch nur 0,75 Monatslöhne zahlen.