Der Fall Emmely: „Kämpfen, bis du dein Recht hast!“

Emmely, kämpferische Kassiererin bei Kaisers-Tengelmann in Berlin, erzählt der „Roten Fahne“, wie sie aus dem Job gemobbt wurde und ihren Kampf bis zum Ende führen wird.
Der Blick aus dem Fenster ist nicht sehr erhellend. Dichte graue Wolken lassen Berlin im Nebel verschwinden, gründlicher als der Verhüllungskünstler Christo das je schaffen würde. Drinnen im gemütlichen Wohnzimmer ist alles ganz anders. Da sitzen mir zwei Frauen gegenüber, immer bereit zum Lachen, voller Wärme und Leben und Mut, trotz Erfahrungen im Beruf, die alles andere als leicht und ermutigend waren. Zwei Frauen aus Berlin, die sich auch unter härtestem Druck nicht verbiegen lassen. „Emmely“ (Barbara E., 50), eine kämpferische Gewerkschafterin, die 31 Jahre lang zuverlässig und untadelig bei der Kaisers-Tengelmann AG als Verkäuferin und Kassiererin gearbeitet hat, erhielt ihre fristlose Kündigung, weil sie angeblich zwei Getränkepfand-Bons im Gesamtwert von 1,30 Euro falsch abgerechnet hatte. Ihre Gastgeberin bei unserem Gespräch, die Krankenpflegerin Brigitte Heinisch, flog bei der Vivantes GmbH auf die Straße, weil sie vor Gericht und in ihrem Buch „Satt und sauber“ die Zustände in der Pflege alter und kranker Menschen anprangerte. Beide wollen für ihr Recht kämpfen, bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. Die „Rote Fahne“ informierte in ihrer letzten Ausgabe bereits nachrichtlich über beide Fälle.