Montagsdemo Köln trauert um Werner Schneider

Köln (Korrespondenz): Die Montagsdemo Köln trauert um ihren Mitstreiter Werner Schneider. Werner fiel einem brutalen und vollkommen sinnlosen Raubmord zum Opfer, denn bei Werner gab es nichts zu holen. Sein ganzes Leben lang hatte er entweder mit Geringsteinkommen oder zuletzt mit einer Kleinstrente auskommen müssen. Werner lebte allein. Er hatte seinen zukünftigen Mörder vorübergehend in seine Wohnung aufgenommen. Nur weil der mutmaßliche Täter mit seiner Tat in einer Kneipe prahlte, fiel die Tat überhaupt auf, und Werners Leiche wurde gefunden. Mittlerweile hat die Polizei einen möglichen Komplizen festgenommen, aber die Tat ist noch nicht aufgeklärt. Die Montagsdemo am 25. Mai wurde zur öffentlichen Trauerfeier. Mit Gedichten, Liedern und einem Nachruf wurde Werners gedacht. Am offenen Mikrofon erinnerten sich die Teilnehmer ihrer Erlebnisse mit Werner. In diesem Mord spiegeln sich die Destruktivkräfte einer kaputten Gesellschaft, die abgeschafft gehört, meinte der Sprecher der MLPD. Werner wurde Opfer, und dennoch war sein Leben Teil des Kampfs um eine lebenswerte Gesellschaft. Teilnehmer und Passanten spendeten für eine Todesanzeige in der örtlichen Presse.

In der letzten Ausgabe der „Roten Fahne“ haben wir versehentlich ein falsches Bild in dieser Traueranzeige abgedruckt. Der abgedruckte Montagsdemonstrant Thomas Franzen hielt in dem uns zugesandten Foto bei der Trauerfeier ein Bild des Verstorbenen in der Hand, ohne dass dies für die Redaktion deutlich gekennzeichnet war. Wir bitten um Entschuldigung.