Kostenlose Gesundheitsversorgung – im Sozialismus selbstverständlich

Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln erhebt seit 1. Juli als erste Krankenkasse von ihren Versicherten Zusatzbeiträge von 8 Euro pro Monat. Für die Zeit nach den Bundestagswahlen wird bereits damit gerechnet, dass die Kassen auf breiter Front solche Zusatzbeiträge kassieren. Empörend daran ist vor allem, dass die Regierung die Kürzung von Kassenleistungen und die Einführung eines „Gesundheitsfonds“ stets mit der beabsichtigten „Deckelung der Beiträge“ rechtfertigte. Gedeckelt werden dadurch lediglich die Beiträge der Unternehmer.

In den USA wurde Präsident Barack Obama von Unternehmervertretern schon des „Sozialismus“ bezichtigt, weil er die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherungspflicht versprach. Ihre Hetze gegen Obamas angeblich „sozialistischen Einheitsbeiträge“ sollte vor allem Angehörige kleinbürgerlicher Zwischenschichten dagegen aufbringen.

Mit einem zukünftigen System der Finanzierung des Gesundheitswesens im Sozialismus haben weder eine solche Krankenversicherung noch „Einheitsbeiträge“ etwas gemein. Das trifft genauso für das oft als „sozialistisch“ bezeichnete Gesundheitswesen in Großbritannien zu, das chronisch unterfinanziert und zu Leistungskürzungen gezwungen ist. So sind für einen wachsenden Teil früher kostenloser Leistungen auch dort längst Zuzahlungen erforderlich.