Weltklimakonferenz endet im Desaster

Internationaler Widerstand formiert sich

Das Abschlussplenum der Weltklimakonferenz endete am 19. Dezember mit wütenden Protesten und Anklagen abhängiger Länder. In nächtlicher Sitzung hatte sich ein exklusiver Club von 25 Staats- und Regierungschefs unter Führung der G20-Staaten sowie unter Ausschluss der Mehrheit der vertretenen 193 Staaten auf eine völlig unverbindliche Deklaration geeinigt.

Barack Obama, der den Vorschlag dazu unterbreitet hatte, lobte sie vorauseilend als „bedeutend“ und „wichtigen ersten Schritt“. Doch die Erklärung beteuert lediglich die – bereits inakzeptable – Begrenzung des Anstiegs der Durchschnittstemperatur in der Welt auf zwei Grad und enthält keinerlei verbindliche Festlegungen über die weitere Reduzierung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase noch irgendwelche Kontrollmechanismen.
Die Delegierte Venezuelas und der bolivianische Delegierte sprachen von einer „diktatorischen“ Weise, wie den Delegierten das Papier zur Abstimmung präsentiert worden sei. Ähnlich äußerten sich Kuba und Nicaragua. Der Delegierte aus dem Sudan erklärte, die Zwei-Grad-Grenze sei der sichere Tod für Millionen Afrikaner und warf dem dänischen Konferenzleiter Lars Rasmussen vor, einseitig im Sinne der reichen Länder gehandelt zu haben. Ian Fry vom pazifischen Inselstaat Tuvalu klagte mit bebender Stimme die den „Entwicklungsländern“ angebotenen Summen an: „Es sieht so aus, als würden uns 30 Silberlinge angeboten, um unser Volk und unsere Zukunft zu verraten. Doch unsere Zukunft steht nicht zum Verkauf.“