Bis zuletzt stand er ungebrochen zu seiner Überzeugung

Vor 410 Jahren verbrannt: Giordano Bruno

Sieben Jahre lang widerstand er Folter und Einzelhaft, mit denen man ihn zu Widerruf und Geständnis erpressen wollte. Doch er stand ungebrochen zu seinen Überzeugungen. Am 17. Februar 1600 wurde er schließlich im ­Alter von 52 Jahren auf dem Scheiterhaufen in Rom verbrannt. Was befähigte diesen Mann zu einer solchen Kraft?
Geboren wird Giordano Bruno in Nola bei Nea­pel. Als 17-jähriger Novize trat er in den Dominikanerorden ein. Schon als junger Mann kritisiert er die Marienverehrung und die Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes. Mit 28 Jahren muss er wegen seiner freien Ansichten aus dem Kloster flüchten. Es beginnt eine jahrelange Wanderschaft durch Europa, bei der er seinen Verfolgern oft genug nur knapp entkam (siehe Karte). Zeitlebens schwimmt Bruno mutig gegen den Strom der reaktionären Gegenreformation und zieht sich den Hass der Kirche zu. Er ist Mitbegründer der Philosophie der Neuzeit und entwickelt sie in schöpferischer Auseinandersetzung mit dem überkommenen mittelalterlichen Weltbild weiter.