1. Mai 2010 – weltweit Millionen auf der Straße

Das internationale Finanzkapital stand im Visier der Millionen Teilnehmer zählenden Kundgebungen und Demonstrationen am 1. Mai auf der ganzen Welt. Zum 120. Mal wurde der internationale Kampftag der Arbeiterklasse gegen Ausbeutung und Unterdrückung begangen. Dieser war 1890 von der 2. Internationalen mit der Perspektive einer sozialistischen Gesellschaft begründet worden. Die Manifestationen des internationalen Proletariats waren in diesem Jahr eine Kampfansage an den Versuch, die kapitalistischen Krisenlasten auf die Massen abzuwälzen. Entsprechend richteten sich die Forderungen sowohl gegen die Monopole wie auch gegen die nationalen Regierungen und gegen internationale Institutionen wie die Weltbank oder die EU, vielfach verbunden mit einer Kritik an der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Repressionen und brutale Polizeieinsätze kündigten zum Teil schärferes Vorgehen der Herrschenden an, aber es gibt auch ein Zurückweichen des Staatsapparats wie z. B. in der Türkei aus Angst vor dem wachsenden Kampf.
Über 2,5 Millionen demonstrierten in Russland. In den USA protestierten Hunderttausende unter anderem gegen eine geplante Gesetzesänderung zur Einschränkung der Rechte von Immigranten. In Asien wurden Forderungen gegen Preissteigerungen, für Mindestlöhne und reguläre Arbeitsplätze gestellt.