Profitjagd verursacht Ölkatastrophe

Zwei Tage nach einer starken Explosion war die brennende Ölbohrinsel „Deepwater Horizon“ von BP am 22. April vor der US-Küste im Golf von Mexiko gesunken. Auf der Plattform befanden sich zweieinhalb Millionen Liter Öl, die ins Meer gelangten. Aus dem unverschlossenen Bohrloch von 25 cm Durchmesser sprudeln seither Rohöl und Erdgas mit großem Druck in 1.600 Meter Tiefe unkontrolliert ins Meer. Nach Angaben von BP sollen täglich 800.000 Liter Öl austreten. Umweltschützer halten diese Angaben für beschönigend, da der Ölteppich bereits 10.000 Quadratkilometer groß ist. Die Nahrungs- und Arbeitsgrundlage einer ganze Region droht in einer zähen schwarzen Brühe zu versinken. Die US-Bundesstaaten Louisiana, Florida, Mississippi und Alabama haben den Notstand ausgerufen. Das Öl kann auch die Mangrovenwälder ersticken und damit die Grundlage des Ökosystems im Golf von Mexiko. Es ist eine Umweltkatastrophe von bisher unabsehbaren Ausmaßen.