Anpassungsgelder im Bergbau in Frage gestellt

Durch die EU-Beschlüsse zu den Zechenstilllegungen bis 2014 werden auch die ganzen sogenannten „Anpassungsgelder“ in Frage gestellt, auch für die bisherigen Bezieher. Mit einem ganzen System von „Anpassungsmaßnahmen“ war im Bergbau der „Renteneintritt“ immer weiter vorverlegt worden. Es ging dabei aber um nichts anderes, als die Kumpels in trügerischer Ruhe zu wiegen und vom Kampf abzuhalten.
Auf dem Höhepunkt der Kohlekrise wurde 1963 die Knappschaftsausgleichleistung (KAL) in das Reichsknappschaftsgesetz aufgenommen. Damit sollte offenen Massenentlassungen entgegengewirkt werden. Zwischen 1957 und 1963 sank die Zahl der Beschäftigten von 607.000 auf 412.000, davon konnten gerade einmal 2.500 im neu gegründeten Opel-Werk Bochum neue Arbeit finden. Die Möglichkeit, im Alter von 55 Jahren mit der KAL in vorgezogene Rente zu gehen, war angesichts des Zechensterbens dennoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.