Griechenland-Pläne spalten die Regierung

In der Berliner Regierung wachsen Nervosität und Widersprüche angesichts der sich dramatisch verschärfenden Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Angela Merkel kanzelte ihren Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ab, weil dieser gefordert hatte, auch eine „geordnete Insolvenz“ Griechenlands in Erwägung zu ziehen. Daraufhin waren insbesondere die Börsenkurse der in Griechenland engagierten französischen und deutschen Banken erneut eingebrochen.

„Rettungsschirm“ bereits wieder Makulatur
Die rasante Vertiefung der Wirtschaftskrise in Griechenland macht den „Rettungsschirm“ der EU im Interesse der internationalen Großbanken zu Makulatur. Nach einer neuen Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt 2011 um über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Die Folgen sind niedrigere Steuereinnahmen, wodurch das Land nicht in der Lage ist, die Vorgaben der EU und des IWF zu erfüllen. Die Auszahlung der sechsten Tranche über acht Milliarden Euro liegt deshalb derzeit auf Eis. Ohne deren Überweisung würde es Anfang Oktober zu einem offenen Staatsbankrott kommen.