Es brodelt im Süden Afrikas

Südafrika erlebt die größte Streikwelle seit Ende der  Apartheid vor 20 Jahren. Gegen alle Versuche der Regierungsparteien und der internationalen Monopole, diese einzudämmen, weitet sie sich aus. Sie erfasst mehr und mehr das internationale Industrieproletariat in allen Kernindustrien des Landes. Am Kap blitzt das Potenzial einer revolutionären Weltkrise auf.

Kampf gegen Abwälzung der Krisenlasten
Der unmittelbare Ausgang der Streikwelle mit selbständigen ökonomischen und politischen Kämpfen war im Frühjahr. Die Einführung einer Autobahnmaut und die Ausweitung der Leiharbeit steigerte die schon lange gärende Unzufriedenheit der Massen im Land. Damit wollte die Regierung von ANC, Gewerkschaftsführung Cosatu und der revisionistischen Kommunistischen Partei (SACP) die Krisenlasten auf die Bevölkerung abwälzen. Die Führung der Cosatu sah sich zu einem landesweiten Aktionstag gezwungen. Sie wollte eine unkontrollierte Entfaltung von Kämpfen verhindern. Sie rief zu Streiks im Bergbau und bei den Autofabriken, unter anderem bei Volkswagen, General Motors, Ford und Daimler auf. In vielen Städten gab es Demonstrationen.