Am 25. November: Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen – weltweit!

Am 25. November: Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen – weltweit!
Junge Migrantinnen am 25.11.2011 in Duisburg

 

Er richtet sich gegen alle Formen der Gewalt an Frauen, auch „gegen Gewalt als Folge imperialistischer Aggressionen und Kriege gegen Völker, in denen Frauen zu Opfern und Kriegstrophäen werden“. Wie notwendig das ist, zeigt der Bombenterror Israels gegen die 1,7 Millionen im Gaza-Streifen „eingesperrten“ Palästinenser.

Mit dem seit Tagen andauernden Bombardement unter dem Vorwand der „Verteidigung Israels“ soll in Wahrheit der Befreiungskampf des gesamten palästinensischen Volks unterdrückt werden. Frauen und Mädchen sind nicht nur Hauptleidtragende des israelischen Staatsterrors, sie haben seit langem auch eine aktive und tragende Rolle im palästinensischen Widerstand. Sie beteiligen sich an den Freitagsdemos gegen Mauerbau und Landraub, führen zum Teil Demonstrationen an. Sie meistern couragiert den Alltagskampf ums Überleben, protestieren gemeinsam mit ihren Männern und Kindern gegen willkürliche Verhaftungen und vieles mehr. Im südlichen Gaza-Streifen betreibt z.B. die Frauenbasisorganisation CFTA unter schwierigsten Bedingungen – auch gegen Einschüchterungsversuche der Hamas-Führer – Zentren für Kinder und Jugendliche sowie ein Frauengesundheitszentrum. Trotz jahrzehntelanger Unterdrückung ist die Kampfmoral der palästinensischen Frauen ungebrochen. Am 25. November muss der Ruf unüberhörbar sein: Sofortige Einstellung der Bombardierung des Gaza-Streifens! Der antiimperialistische Befreiungskampf des palästinensischen Volks ist gerechtfertigt!

 

Imperialistische Aggressionen und Kriege forcieren Gewalt an Frauen

Der reaktionäre Stellvertre-terkrieg in Syrien führte zu bisher über 1,2 Millionen Vertriebenen, davon zwei Drittel Frauen und Kinder. Die Aggressionskriege der NATO-Mächte hinterlassen im Irak und in Afghanistan verwüstete und verstrahlte Städte, die kaum noch oder nur mit bleibenden gesundheitlichen Schäden der Menschen bewohnbar sind. Sie haben keinen Deut an der Lage der Frauen verbessert, im Gegenteil. Auf den Philippinen wehren sich die Frauen gegen die Wiedereröffnung von US-Basen, weil das eine Explosion der Prostitution nach sich zieht.

 

Eine Systemfrage ...

Gewalt an Frauen wird aber nicht nur in imperialistischen Kriegen eingesetzt, sondern auch zu ihrer Demütigung, um den Widerstandswillen zu brechen und zu verhindern, dass eine breite internationale kämpferische Frauenbewegung entsteht. Die Frauenrechtsgruppe „Nasra“ aus Ägypten macht gegen die zunehmenden sexuellen Übergriffe, Belästigungen, Vergewaltigungen auf dem Tahrir-Platz mobil. Sie sind in ihren Augen eine systematische Strategie der Herrschenden, „um Frauen Angst zu machen, sie aus dem öffentlichen Leben zu verbannen und sie für die Teilnahme an den Demonstrationen zu bestrafen“.

Gewalt an Frauen ist Teil der doppelten Unterdrückung der Frau und systemimmanent im Kapitalismus. Der Imperialismus auf der Stufe der Neuorganisation der internationalen Produktion treibt die doppelte Ausbeutung der werktätigen Frauen sowie die doppelte Unterdrückung der Frau und damit auch der Gewalt an

Frauen auf die Spitze.

Das verstärkt auch in Deutschland die strukturelle, alltägliche Gewalt an Frauen, die in enger Verbindung mit wachsender Massenarbeitslosigkeit, Mini- und Teilzeitjobs sowie der Abwälzung von immer mehr gesellschaftlichen Aufgaben auf die Familien steht. „Am häufigsten fühlten sich Frauen durch ständigen Zeitdruck gestresst“, besagt eine aktuelle Studie des Müttergenesungswerks („Süddeutsche Zeitung“, 20. 11. 12). Obwohl die formelle Gleichstellung in Deutschland durchgesetzt ist und angeblich jede Frau Beruf und Familie „vereinbaren“ kann, wird die Bewältigung des Alltags gerade auch für berufstätige Frauen zum „Kunststück“. Immer mehr Frauen müssen bereits während ihres Arbeitslebens Hartz IV beantragen und im Alter von Kleinstrenten leben. Nicht umsonst gehören alleinerziehende Frauen und ältere Frauen zu den am meisten von Armut betroffenen Gesellschaftsgruppen.

Der Sexismus unterdrückt und demütigt die Frauen heute in vielfältiger Weise. Dazu gehört keineswegs nur die Prostitution, deren Legalisierung die Lage der geschätzt rund 400.000 Prostituierten in Deutschland nur noch verschärft hat. Die Zahl der Frauenhäuser, in denen Frauen vor häuslicher Gewalt Zuflucht nehmen können, ist seit 2002 von 400 auf 362 in 2009 zurückgegangen – vor allem aus finanziellen Gründen. Trotz „Gewaltschutzgesetz“ führt das dazu, dass jede zweite Frau, die in solchen Häusern Schutz sucht, zurückgewiesen wird.

Subtiler, aber umso massenhafter sind z.B. die Auswirkungen der vom Sexismus beeinflussten Schönheitsideale. In Form der kleinbürgerlich-sexistischen Denkweise führt das vor allem unter Mädchen und jungen Frauen zum ständigen Zwang, anderen – vor allem Männern – zu gefallen. Das Altern gilt als Makel. Es sind nicht nur die sichtbaren, sondern auch die unsichtbaren Ketten der Unterdrückung der Frau, die am Tag gegen Gewalt an Frauen angegriffen werden.

Es gibt aber auch zunehmende Unterdrückung und Mobbing gegen kämpferische Frauen, die sich in Betrieben gewerkschaftlich und politisch engagieren. Dagegen entwickelt sich inzwischen vielfältiger und meist erfolgreicher Widerstand.

 

Zerstörerische Wirkung des Umschlags zur Umweltkatastrophe

Der drohende Umschlag der Umweltkrise in eine globale Umweltkatastrophe fordert auch die kämpferische Frauenbewegung heraus, sich einzubringen in die Widerstandsfront zur Rettung der Umwelt. So hat der Mega-Wirbelsturm „Sandy“ auf Haiti 180.000 Hütten der Ärmsten der Erdbebenopfer erneut zerstört und lässt die Familien, besonders Frauen und Kinder mit der Aufgabe zurück, ihr Leben unter schwierigsten Bedingungen wieder aufzubauen.

 

Frauenbewegung weltweit herausgefordert

In vielen Ländern haben Frauen und Mädchen den Kampf gegen Gewalt, Sexismus, gegen ihre besondere Unterdrückung und Ausbeutung aufgenommen:

• 2.500 Arbeiterinnen der Ocean-Garment-Fabrik in Kambodscha streikten im August und verlangten die Entlassung eines Managers, der vier Frauen sexuell belästigt hatte.

• Eine breite Protestwelle entstand, als im Oktober in Pakistan die 14-jährige Malala Youbufzai von Talibans durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt wurde. Sie ist Friedensaktivistin und eine der bekanntesten Verfechterin für Mädchenbildung sowie Vorbild für viele junge Mädchen in Pakistan, für das Recht auf Bildung einzutreten.

• Nachdem der kanadische Bergbaukonzern HudBay Dörfer der Maya in Guatemala gegen den Widerstand der Bewohner räumen ließ, und dabei elf Frauen von Polizeikräften vergewaltigt, ein Anführer der Maya ermordet und andere schwer verletzt wurden, wird dagegen zum internationalen Protest aufgerufen.

 

Industriearbeiterinnen mit an der Spitze der Kämpfe

Die Neuorganisation der internationalen kapitalistischen Produktion hat mit dem internationalen Industrieproletariat auch die Kraft heraus gebildet, die diese imperialistische Politik besiegen kann, wenn sie sich weltweit vereint und mit den Millionenmassen der Unterdrückten auf der Welt zusammenschließt. Industriearbeiterinnen machen inzwischen einen Großteil des internationalen Industrieproletariats aus, in manchen Ländern wie Bangladesch bilden vor allem junge Textilarbeiterinnen die Mehrheit der Arbeiterklasse und haben selbstbewusst die Bühne des internationalen Klassenkampfs betreten. Bergarbeiterfrauen, Stahlarbeiterfrauen, Automobilarbeiterinnen und -frauen in Griechenland, Spanien, Südafrika oder Deutschland stehen in den letzten Monaten unerschrocken in der ersten Reihe der Kämpfe gegen Massenentlassungen und wie in Südafrika gegen mörderischen Polizeiterror gegen die Bergarbeiter.

Um sich zu organisieren, müssen die Frauen oft mit einer Prägung fertig werden, die Schuld für ihre Situation bei sich selbst zu suchen und zu versuchen, individuell damit fertig zu werden. Junge Frauen und Mädchen fühlen sich oft gar nicht „unterdrückt“, was allerdings auch mit einer Verinnerlichung subtiler Formen dieser Unterdrückung einher geht. Die gesellschaftlichen Ursachen der doppelten Unterdrückung der Frau können aber nur organisiert und gemeinsam mit engagierten Männern überwunden werden.

 

MLPD steht für konsequenten Kampf gegen Gewalt an Frauen

„Die Befreiung der Frau ist identisch mit der Überwindung der bürgerlichen Familienordnung, die wiederum nur überwunden werden kann, wenn die kapitalistische Lohnarbeit überwunden, wenn der Kapitalismus durch den Sozialismus ersetzt ist“, heißt es in der Rede von Stefan Engel, Vorsitzender der MLPD, und weiteren Vertretern des Zentralkomitees auf der Großveranstaltung am 3. November.

Es gibt keine Befreiung der Arbeiterklasse ohne die Befreiung der Frau – ebenso wie es keine Befreiung der Frau ohne Befreiung der Arbeiterklasse gibt.

Die MLPD steht für einen konsequenten Kampf gegen Gewalt an Frauen, gegen alle Formen der besonderen Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen. Sie fordert die Bestrafung sexueller Ausbeutung und Gewalt und das Verbot und die strafrechtliche Verfolgung von Gewalt- und Kinderpornografie!

Mit ihrem frauenpolitischen Profil der Befreiung der Frau im echten Sozialismus wird die MLPD auch zur Bundestagswahl 2013 antreten. Sie ist mit 43 Prozent die Partei mit dem höchsten Frauenanteil in Deutschland und freut sich über kämpferische Frauen und Mädchen, die den 25. November zum Anlass nehmen, Mitglied der MLPD bzw. des Jugendverbands REBELL zu werden oder sich in der kämpferischen Frauenbewegung zu organisieren. (jf/sal)