In Würde altern – im Sozialismus keine leeren Worte

In dem Pflegeheim, in dem mein Schwiegervater gelebt hat, gibt es eine Reihe von Initiativen, die Fähigkeiten der Bewohner zu fördern und den würdevollen Umgang mit ihnen zu ermöglichen, sei es der einmal wöchentlich stattfindende Singkreis unter Leitung einer Rentnerin aus der Nachbarschaft, das gemeinsame Backen von Weihnachts- oder Ostergebäck, Klaviernachmittage auch zum Mitsingen, Sportangebote auch für Bewohner im Rollstuhl, die Kooperation mit einem Kindergarten im Stadtteil mit Vorführungen der Kinder, die den Bewohnern Lebensmut geben und zum Mitmachen anregen, Beteiligung an der Gartenarbeit oder eine sehenswerte Kunstausstellung mit Bildern von Heimbewohnern. Allerdings können diese Initiativen vorhandene schwere Mängel in der Pflege nicht verdecken. Sie zeigen aber auch Möglichkeiten, wie ein Pflegeheim zum „neuen Lebensmittelpunkt“ werden kann, wie es in der Eigenwerbung des Hauses heißt, in dem mein Schwiegervater gelebt hat. Die Unterordnung der Altenpflege – wie überhaupt der gesamten Lebensverhältnisse der Massen – unter das kapitalistische Profitsystem ist das Haupthindernis auf diesem Weg.