Sechs grundlegende Elemente der Strategie und Taktik der Arbeiteroffensive

Das Gelingen der Arbeiteroffensive ist entscheidend von ihrer Strategie und Taktik abhängig. Dazu findet sich eine fundierte Analyse im Buch „Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution“, die wir hier in Auszügen wiedergeben (S. 406–418).


Die Strategie und Taktik der Arbeiteroffensive ist das zentrale Element der allgemeinen Strategie und Taktik des Übergangs von der Etappe der nichtrevolutionären Situation zur Etappe der revolutionären Situation im Klassenkampf. Sie enthält sechs grundlegende Elemente.
1. Der Kampf um Tagesforderungen und Teillosungen muss auf offensive Art geführt werden, um ihn höherentwickeln zu können. Das betrifft Inhalt und Form. Defensive Forderungen und Losungen wie „Kampf um jeden Arbeitsplatz“ haben vor allem Bedeutung für die klassenmäßige Orientierung des Kampfs gegen Stilllegungen und Entlassungen und gegen den von Monopolen und reformistischer Gewerkschaftsführung angepriesenen individuellen Ausweg über einen Sozialplan. Sie sind geeignet, die breite Mehrheit der Arbeiterklasse, also auch rückständige Teile, in den Kampf zur Verteidigung der Arbeitsplätze einzubeziehen. Der Kampf um Reformen als Schule des Klassenkampfs bekommt so seinen Massencharakter. Defensive Forderungen und Losungen greifen aber die Ursachen der chronischen Arbeitsplatzvernichtung nicht an, beschränken sich auf die Aufrechterhaltung des Bestehenden. Bei defensiven Forderungen und Losungen stehen zu bleiben liefe deshalb auf eine reformistische Strategie und Taktik hinaus. Um dem Kampf der Arbeiter eine gesellschaftliche Perspektive zu verleihen, muss er mit offensiven Klassenforderungen verbunden werden …
2. Der ökonomische muss mit dem politischen Kampf verbunden bzw. in den politischen Kampf übergeleitet werden. Ökonomische Forderungen haben ihre grundlegende Bedeutung darin, dass sie die unmittelbaren materiellen Interessen der Arbeiterklasse berühren und geeignet sind, die ganze Klasse in den Kampf einzubeziehen. Politische Forderungen sind wesentlich für die Höherentwicklung des Kampfs um Reformen zum Klassenkampf im eigentlichen Sinn. Erst dieser richtet sich gegen die herrschende Klasse insgesamt und gegen den Staat als Instrument der bürgerlichen Klassenherrschaft. Klassenkämpfe sind im Wesentlichen politische Kämpfe, auch wenn sie mit ökonomischen Forderungen verbunden bleiben …
3. Die Einzelkämpfe müssen zu Massenkämpfen zusammengefasst und höherentwickelt werden. Einzelne Arbeiter oder Belegschaften können gegen die Kapitalisten nichts ausrichten; als Klasse sind die Arbeiter jedoch eine überlegene Kraft und der entscheidende gesellschaftsverändernde Faktor im Klassenkampf. Deshalb versuchen die Herrschenden alles, um die Entfaltung dieser überlegenen Kraft zu verhindern …
4. Gegebenenfalls muss der gewerkschaftliche Rahmen durchbrochen werden und die Arbeiterklasse muss zu selbständigen Kämpfen übergehen. Die Entfaltung der gewerkschaftlichen Kampfkraft ist eine wichtige Basis, auf der sich das Klassenbewusstsein herausbildet. Gewerkschaftliche und ökonomische Kämpfe spielen deshalb in allen Etappen des Klassenkampfs zur Einbeziehung breiter Schichten der Arbeiter eine grundlegende Rolle, auch wenn politische Kämpfe immer mehr zur Hauptseite werden. Deshalb kämpfen Marxisten-Leninisten entschieden dafür, dass die Gewerkschaften zu Kampforganisationen für die Verteidigung und Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen werden und dass sie ihre ganze Kampfkraft entfalten. Das schließt sachliche Kritik an der Klassenzusammenarbeitspolitik der reformistischen Gewerkschaftsführung ein. Mit der „Dortmunder Erklärung“ haben sich seit Juni 2009 viele Tausend Gewerkschafter für eine kämpferische Gewerkschaftsarbeit gegen die Abwälzung der Krisenlasten ausgesprochen …
5. Die Arbeiterklasse muss das gesellschaftlich organisierte System der kleinbürgerlichen Denkweise angreifen, damit sich ihr Klassenbewusstsein entfalten kann und damit sich ihre Kämpfe zum Klassenkampf im eigentlichen Sinn höherentwickeln können. Die Politik der Klassenzusammenarbeit von Monopolen und reformistischen Gewerkschaftsführungen soll die Arbeiter überzeugen, dass der Klassenfrieden in ihrem eigenen Interesse läge …
Der Kampf um die Denkweise der Massen ist die Leitlinie der systematischen Kleinarbeit der marxistisch-leninistischen Partei. Nur wenn sie bewusst die dialektische Methode anwendet, um das Klassenbewusstsein der Arbeiter zu wecken und höherzuentwickeln, können Arbeiterkämpfe ausgelöst und geführt, kann die Arbeiteroffensive organisiert werden. In dem Maß, wie die Arbeiteroffensive vorankommt, wird sich wiederum die proletarische Denkweise unter den Arbeitern entwickeln. Dann gewinnt die Arbeiterbewegung größere Selbständigkeit und größere Sicherheit, mit den schädlichen Wirkungen der kleinbürgerlichen Denkweise fertig zu werden …
6. Die internationale Arbeitereinheit gegen Ausbeutung und Unterdrückung durch das internationale Finanzkapital und das imperialistische Weltsystem muss entwickelt werden. Damit sich eine länderübergreifende Arbeiteroffensive entfalten kann, muss das internationale Industrieproletariat immer besser mit dem internationalen System der Klassenzusammenarbeit fertig werden, vor allem mit Antikommunismus und Sozialchauvinismus …