Erfolge der kurdischen Verteidiger in Rojava – erste Familien kehren zurück

Kurz vor Jahresende gibt es für die internationale fortschrittliche und revolutionäre Bewegung gute Nachrichten. Nach den Erfolgen in der Verteidigung der Stadt Kobanê in Rojava (Westkurdistan in Syrien) wurde jetzt die Stadt Sinjar im Nordirak von vereinten kurdischen Kräften zurückerobert. Die faschistischen IS-Milizen wurden zurückgedrängt und erlitten eine empfindliche Niederlage. …

Erst Anfang August hatten IS-Truppen dieses Gebiet überrannt, Tausende Menschen ermordet, Frauen vergewaltigt und versklavt. Mindestens 100.000 Menschen flüchteten in das nahegelegene Sinjar-Gebirge. Der größte Teil von ihnen wurde von bewaffneten und mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbundenen Einheiten gerettet und in Flüchtlingslager geleitet. Fast 10.000 harrten immer noch im Gebirge aus und können nun in ihre Heimat zurück.

In den bürgerlichen Medien – wie der „Bild“-Zeitung – wird der Erfolg vor allem als Verdienst der von der irakisch-kurdischen Barzani-Regierung befehligten Peschmerga und der US-Luftwaffenangriffe dargestellt. Das ist eine Verdrehung der Tatsachen. Tatsächlich waren es vor allem vereinte kurdische Kräfte, die in einer gemeinsamen Offensive den Sieg erringen konnten.

Aus Rojava waren es die militärischen Kräfte von YPG und YPJ (Volks- und Frauenverteidigungseinheiten), aus weiteren Teilen Kurdistans die Volksverteidigungskräfte HPG und die Frauentruppen von YJA Star, alles militärische Einheiten, die der PKK nahestehen. Sie arbeiten eng mit den yezidischen Volksverteidigungseinheiten YGS aus Sinjar zusammen. Mit ihnen zusammen kämpften auch Peschmerga-Einheiten der Regierung Barzani aus der autonomen Kurdenregion im Irak, die eng mit dem türkischen Regime und dem US-Imperialismus verbunden ist. Diese waren im August vor den faschistischen IS-Milizen geflohen, was auf heftige Kritik auch in den eigenen Reihen stieß.