Gesetze/Regelungen: Was sich am 1. Januar ändert

Dank sinkender Erdölpreise erlebt Deutschland die niedrigste durchschnittliche offizielle Inflationsrate seit 2010 – aber Post, Bahn und Kommunen erhöhen 2015 wieder einmal die Preise, Gebühren und Abgaben. Sinkende Beiträge für die Kranken- und Rentenversicherung, aber auch steigende Beiträge zur Pflegeversicherung. Dazu der Einstieg in den Mindestlohn und eine minimale Erhöhung der Hartz-IV-Sätze. Was bringt 2015 den Werktätigen? Glaubt man den offiziellen Prognosen der Regierung, dann wird es nicht nur mit der Wirtschaft, sondern für „alle“ bergauf gehen. Davon kann allerdings keine Rede sein, auch wenn verschiedene höhere Freibeträge Geringverdienende etwas entlasten.

Davon haben die 6,1 Millionen Hartz-IV-Betroffenen sowie die weiteren Millionen, die auf Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen sind, nichts. Ihre Bezüge steigen 2015 um rund 2 Prozent, was unter dem Anstieg der Lebensmittelpreise im letzten Jahr bleibt. Für einen alleinstehenden Hartz-IV-Betroffenen bedeutet das eine „Erhöhung“ um 8 Euro auf 399 Euro im Monat, für Kinder je nach Alter zwischen 5 bis 7 Euro auf 234 bzw. 320 Euro im Monat.

Selbst der kaum den minimalen Lebensunterhalt deckende Mindeststundenlohn von 8,50 Euro gilt nicht sofort für alle Geringverdiener. Hartz-IV-Betroffene, falls sie eine Arbeitsstelle finden, haben erst nach sechs Monaten Anspruch auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro. Beschäftigte in Branchen mit bestehenden „Branchenmindestlöhnen“ und Leih­arbeit-Beschäftigte mit fest­gelegten sogenannten „Lohnuntergrenzen“ sowie Zeitungszustellerinnen und -zusteller haben erst 2017 bzw. 2018 Anspruch auf die 8,50 Euro Stundenlohn.