Wie viel CO2 absorbiert der tropische Regenwald?

Durch die intensive Befassung einiger Leser mit dem Buch „Katastrophenalarm!“ gibt es einen regen Briefwechsel zur wissenschaftlichen Methode des Buches.

Liebe Genossen,
ich schreibe Euch wegen des Zitats auf Seite 108 aus focus.de über die Ergebnisse der Ökologen Simon Lewis und Paulo Brando.

Das Zitat besagt, dass das Amazonasgebiet normalerweise 1,5 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre absorbiert und damit große Mengen CO2 aus der fossilen Verbrennung „verschwinden“ lässt. Aus dem Zusammenhang des Zitats muss man den Eindruck haben, jedes Jahr würden der Atmosphäre dadurch 1,5 Milliarden Tonnen CO2 entzogen und nicht wieder zurückgegeben. Das kann nicht sein, dann müssten die Wälder längst die gesamte CO2-Menge der Atmosphäre verbraucht haben. Es sei denn, die Biomasse im Amazonasgebiet würde entsprechend wachsen, was ja aber wohl nicht der Fall ist.

Tatsächlich ist es doch so, dass normalerweise das Amazonasgebiet genauso viel CO2 – also wohl 1,5 Milliarden Tonnen – aus der Atmosphäre absorbiert, wie es in Folge der Verrottung wieder in die Atmosphäre abgibt. (Seite 33: Organische Reste werden letztlich zu Wasser, Kohlendioxid und Mineralsalzen abgebaut.) Auf diese Weise existiert ein Teil des Kohlenstoffs als Biomasse und ist damit der Atmosphäre entzogen, der CO2-Gehalt der Atmosphäre bleibt stabil, sofern nicht andere Einflüsse wirken. Wie auf Seite 98 steht, ist sogar die Menge des in Böden, Bäumen und Büschen gespeicherten Kohlenstoffs größer als in der Atmosphäre.

Dann heißt es weiter, dass in Folge der Dürre zwei Jahre lang kein CO2 mehr absorbiert wurde, stattdessen fünf Milliarden Tonnen CO2 frei gesetzt wurden. Das kann nur bedeuten, dass weniger CO2 vom Amazonasgebiet aufgenommen wurden, als durch Verrottung wieder abgegeben wurden, unter dem Strich also dadurch fünf Milliarden Tonnen CO2 zusätzlich in die Atmosphäre gelangten.