Miese Methoden gegen den Lokführerstreik

Vom Versuch, eine kämpferische Gewerkschaft zu disziplinieren

In einem Grundlagentarifvertrag vom 8. März 2008 erkannte die Deutsche Bahn das Recht der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum Abschluss eigenständiger Tarifverträge für die bei ihr organisierten Lokführer an. Im Gegenzug verpflichtete sich die GDL, für das weitere Fahrpersonal keine Tarifverträge zu fordern. Nachdem dieser Grundlagentarifvertrag am 30. Juni 2014 ausgelaufen war, machte die GDL von ihrem Recht als Gewerkschaft Gebrauch, nun über die Lokführer hinaus auch für ihre Mitglieder anderer Berufsgruppen des Zugpersonals einen Tarifvertrag zu fordern. Was darauf folgte und bis heute anhält, ist ein Lehrstück, wie die Herrschenden heute vorgehen, um wirkungsvolle Streiks zu verhindern und Gewerkschaften zu disziplinieren, wenn sie sich den Regeln von Klassenzusammenarbeit und Co-Management nicht unterwerfen. Ein Wechselspiel aus Tricks, Verschleppungstaktik und Manipulation der öffentlichen Meinung, organisiert in einer konzertierten Aktion.