8. Mai 1945 – ein Sieg des Sozialismus

70 Jahre nach dem 8. Mai 1945 erleben wir in Deutschland eine im Umfang bisher nie da gewesene Auseinandersetzung um die Bedeutung dieses Tages. Warum?

89 Prozent der Menschen in Deutschland sehen heute den 8. Mai als Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus – so das Ergebnis einer Forsa-Umfrage Ende April. Heute kann sich kein bürgerlicher Politiker mehr erlauben, diesen Tag einfach zu ignorieren. Das ist alles andere als selbstverständlich.
Bundeskanzler Ludwig Erhard sah noch 1965 am 8. Mai lediglich einen Tag so kalt und grau, wie viele vor und nach ihm. Erst 1985 nahm mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker erstmals ein westdeutscher bürgerlicher Spitzenpolitiker das Wort „Tag der Befreiung“ auch nur in den Mund. Aber bis heute wird der tatsächliche Charakter dieses Tages vernebelt und verfälscht.

2015 besuchte Angela Merkel als erste bundesdeutsche Regierungschefin eine Gedenkfeier in Dachau. Mit betroffener Miene warnte sie am 3. Mai vor Rassismus und Antisemitismus. Niemand wird widersprechen, wenn sie sagt, „jüdisches Leben sei Teil deutscher Kultur“. Die Vernichtung von Millionen Menschen jüdischen Glaubens ist eines der größten Verbrechen des Hitler-Faschismus.

Dass Merkel allerdings ausgerechnet in Dachau kein Wort über die Rolle der Kommunisten, der gesamten Arbeiterbewegung und den kommunistischen Widerstand verlor, ist nacktes Kalkül und schlicht unverschämt. Dachau war das erste Konzentrationslager auf deutschem Boden, in den ersten Jahren waren knapp 90 Prozent der Gefangenen Kommunisten oder der Sympathie mit dem Kommunismus Verdächtige.