Kurdische Flüchtlinge erzwingen Einreise in die Türkei

Tausende kurdische Flüchtlinge, darunter viele Kinder, erzwangen am Sonntagabend an der syrisch-türkischen Grenze ihre Flucht in die türkische Stadt Akcakale.

Zuvor hatten türkische Polizisten und Militärs seit Samstag bei brütender Sommerhitze mit Wasserwerfern und Warnschüssen immer wieder versucht, die Flüchtlinge vom Grenzzaun fernzuhalten.

Unterstützt wurden sie dabei auf syrischer Seite von faschistischen IS-Schergen, die ebenfalls versuchten, die Flüchtlinge am Grenzübergang zu hindern. Trotzdem gelang es diesen letztlich, den Grenzzaun niederzureißen und sich einen Weg in die Türkei zu bahnen.

Die örtlichen türkischen Behörden in Akcakale erlaubten daraufhin offiziell den Flüchtlingen die Einreise, obwohl der türkische Vizeministerpräsident Numan Kurtulmus zuvor im Sender CNN-Turk darauf beharrt hatte, „die Menschen müssen im eigenen Land bleiben“.

Zu Recht bezeichnet die kurdische Nachrichtenagentur Amed insbesondere die Zusam­menarbeit der türkischen Sicherheitskräfte mit dem IS als „Kriegsverbrechen“. Ist doch der aktuelle Anlass für das Flüchtlingsdrama der erfolgreiche Vormarsch der kurdischen Kämpfer auf die vom IS besetzte grenznahe syrische Stadt Tal Abjad. So war die Stadt von den kurdischen YPG-Kämpfern und YPJ-Kämpferinnen eingekesselt und es stand  bevor, dass der IS vollständig aus der Stadt vertrieben wird.