Lokführer, Erzieherinnen, Postler … – Streiks im Aufwind

Eine Welle von Streiks hat Deutschland in den letzten Wochen und Monaten erfasst. Erst traten Lokführer und Zugpersonal in den Streik, dann die Beschäftigten der Erziehungs- und Sozialdienste und jetzt die Kolleginnen und Kollegen bei der Post. Dazu kommen viele weitere Kämpfe der Lehrer, der Amazon-Beschäftigten usw. Am 9. Juni gingen rund 6.000 Kolleginnen und Kollegen bei Siemens auf die Straße – im Rahmen eines seit langem erstmals wieder durchgeführten konzernweiten Aktions- und Streiktages. Sie protestierten gegen das Arbeitsplatzvernichtungsprogramm „Vision 2020“. Bei HSP in Dortmund streikte die Belegschaft am 1. Juni selbständig 24 Stunden lang gegen die geplante Werksschließung. Am 16. Juni führte sie eine kämpferische Demonstration in Salzgitter sowie anschließend neue Streiks durch. Die unermüdliche Kleinarbeit der MLPD und ihrer Betriebsgruppen zur Stärkung des Geists der Arbeiteroffensive trug zu dieser gesamten Entwicklung bei.

Kampfwille wächst
Vor allem die gewerkschaftlichen Streiks beleben sich. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft fielen 2015 bisher 500.000 Arbeitstage durch gewerkschaftliche Streiks aus. Das sind dreimal mehr als im gesamten Vorjahr. Der letzte Höhepunkt gewerkschaftlicher Streiks war in den Jahren 1992/1993. 1993 fielen insgesamt 600.000 Arbeitstage durch gewerkschaftliche Kämpfe aus.