„Das Leben in Griechenland ist sehr schwer geworden“

Interview mit Soula Papanikolaou, Delegierte der Weltfrauenkonferenz aus Griechenland

Rote Fahne: Wie geht es der Bevölkerung Griechenlands, insbesondere den Frauen?

Soula: Das Leben ist sehr schwer geworden. Löhne und Renten sind gesunken, es gibt sehr viele Arbeitslose. Auch die Gesundheitsversorgung ist schlecht: Um zum Arzt zu gehen, brauchst du Geld. Die Krankenhäuser verschwinden. Das Gleiche gilt für den Bildungssektor, die Schulen, die privaten Nachhilfeschulen, ohne deren Besuch man den Schulabschluss nicht schafft: Für all das muss man bezahlen.

Die Frauen in Griechenland tragen eine schwere Last sowohl als Frauen wie als Mütter. Sie tragen die Verantwortung für das Finanzielle des Haushalts, soweit sie können. Sie halten das Geld, das die Familie für Essen, Strom und Steuern braucht, zusammen. Die Frauen versuchen, auf die Straße zu gehen. Sie organisieren eine Art Aufstand, um die Dinge zu verbessern. Die berufstätigen Frauen sind in den Gewerkschaften organisiert. Sonst gibt es regionale Organisationen.

Wie arbeitest du an deinem Ort mit den Frauen zusammen?

Wir sprechen in unseren Häusern und auf Veranstaltungen, die wir organisieren, um die Probleme zu diskutieren und Lösungen zu finden. Unsere Treffen sind ungefähr monatlich. Sie finden in Räumen statt, die die Gemeinde für öffentliche Treffen zur Verfügung stellt. Themen sind vor allem die Arbeitslosigkeit, besonders unter Jugendlichen, die Schule und die Gesundheit, Themen, die alle in Griechenland betreffen.