Die technische Zukunft der Stahlproduktion, neue Technologien – und ihre kapitalistischen Grenzen

Seit Wochen bestimmt die Diskussion über „sauberen“ europäischen und „schmutzigen“ chinesischen Stahl den Blätterwald der bürgerlichen Massenmedien

Seitens der EU, der europäischen – vor allem aber der deutschen  Stahlmonopole, wird im trauten Chor mit der Bundesregierung das Lied gesungen, dass deutscher „sauberer Stahl“ ein Beitrag zum weltweiten Klima- und Umweltschutz sei – und gegen „dreckigen Stahl“ aus China geschützt werden müsse. Auch die rechte IG Metall-Führung stimmt in diesen Singsang ein. Aber das Lied ist falsch und soll die deutschen gegen die chinesischen Stahlarbeiter ausspielen.

Stahl ist ein zu hundert Prozent recycelbarer, wertvoller Grundstoff und wird auch für eine sozialistische Gesellschaft unverzichtbar sein. Heute trägt die weltweite Stahlproduktion fünf Prozent zur Gesamtmenge der Treibhausgase bei. Integrierte Hüttenwerke (vom Roheisen bis zum Stahl) gehören weltweit zu den größten punktuellen CO2-Produzenten. 80 bis 90 Prozent der CO2-Emissionen entstehen beim Hochofenprozess, bei dem aus Eisenerz Roheisen wird. Von 1990 bis 2014 hat die deutsche Stahlindustrie ihre CO2-Emission um 19 Prozent gesenkt. Das geht zum einen auf die Stilllegung veralteter Anlagen unter anderem in Ostdeutschland zurück, aber auch auf den Druck der Umweltbewegung und das wachsende Umweltbewusstsein der Massen. Ein wesentliches weiteres Motiv ist die Senkung der Energiekosten.

Trotzdem ist der deutsche Stahl alles andere als sauber. Zur Verringerung des Koks-Einsatzes wird Altöl in den Hochofen geblasen – oder Plastikmüll wie beim neuen Groß-Hochofen von tkS in Duisburg. Damit werden die Energiekosten gesenkt – und der Profit gesteigert.