Acht Morde an Frauen pro Monat

„Keine Einzige mehr“ – eine Protestbewegung in Peru gegen Gewalt an Frauen. Die Rote Fahne sprach darüber mit Vilma Silva, Mitglied der Frauenorganisation „Micaela Bastidas“

Rote Fahne: Unter der Losung „Keine Einzige mehr“ gab es in Peru diesen Sommer breite Proteste gegen die zunehmende Gewalt an Frauen. Wie bewertest du diese Bewegung?

Vilma Silva: Natürlich war diese Bewegung sehr wichtig – nicht nur, weil sie die Ablehnung der Frauen gegen Gewalt öffentlich ins Blickfeld gerückt hat. Sie hat vor allem die Positionen der chauvinistischen Denk- und Handlungsweise des bürgerlichen Systems zerpflückt, um eine Lösung gegen den Ballast des Patriarchats anzupacken. In dieser Bewegung kommen vielfältige Richtungen zusammen, die die Gewalt gegen Frauen ablehnen. Eine der schwersten Gräueltaten gegenüber den Menschenrechten in unserer Zeit. Wir haben weder alle denselben grundsätzlichen Hintergrund noch dieselbe Meinung, wie die Gewalt gegen Frauen beendet werden soll. Der liberalen Richtung geht es einfach darum, den Frauen mehr Beachtung zu schenken, den reformistischen und feministischen Bewegungen darum, die Gleichstellung zu verbessern. Aber für die revolutionären Kräfte muss die Gewalt gegen Frauen beendet werden, indem die kapitalistische Lebensweise und das Patriarchat beendet werden – und mit dem Aufbau des Sozialismus im ununterbrochenen Übergang zum Kommunismus.