„Umstieg 21“: Ausweg aus der Sackgasse „Stuttgart 21“

Das unnütze Großprojekt Stuttgart 21 gerät immer mehr in die Sackgasse: Stand die Kostenprognose anfangs bei 2,8 Milliarden Euro, liegt sie jetzt schon bei 10 Milliarden. Harald Andre, Architekt, Aktivist gegen Stuttgart 21 und Direktkandidat für die Internationalistische Liste/MLPD, erörtert die Zusammenhänge

Die halbe Stuttgarter Innenstadt ist inzwischen aufgewühlt. Zehn Jahre Chaos, Dreck und Lärm. Ein neues Geheim-Gutachten bestätigt unkalkulierbare Risiken bei den 60 Kilometern Tunnelbauten, davon 15 Kilometer im riskanten Anhydrit-führenden Gipskeuper. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann (Grüne) regt sich darüber auf, als ob er noch nie davon gehört hätte. Doch die Risiken thematisieren wir im Widerstand gegen Stuttgart 21 seit zehn Jahren.

Selbst Bahnchef Rüdiger Grube versucht, sich aus der Affäre zu ziehen: „Ich habe S21 nicht erfunden und hätte es nicht gebaut.“ Warum also nicht sofort Baustopp? Seit Jahren wird wie ein Mantra verbreitet, Stuttgart 21 sei unumkehrbar. Es sei schon zu viel Geld ausgegeben. Wahr ist, dass bisher 1,5 bis zwei Milliarden Euro vergraben wurden. Wahr ist aber auch, dass bis zur Fertigstellung in sechs oder acht Jahren weitere acht Milliarden hinterhergeworfen werden müssten.

Ein Ausstieg ist nötig und jederzeit möglich.