Pfingstjugendtreffen

Power-Wochenende der rebellischen Jugend

Quirlig, bunt, internationalistisch – von einer Superstimmung geprägt war das 18. Internationale Pfingstjugendtreffen am 3./4. Juni auf der Trabrennbahn in Gelsenkirchen

Von Matthias Sauter
Power-Wochenende der rebellischen Jugend
Wagenrennen beim "Spiel ohne Grenzen" (rf-foto)

Der Zentrale Koordinierungsausschuss hatte das Pfingstjugendtreffen seit Monaten ehrenamtlich und gestützt auf viele örtliche Kräfte vorbereitet, die Gemeinschaftsaufgaben übernahmen.

„Das war gelebte internationale Solidarität und Freundschaft statt Hetze und Spaltung“ Wanja Lange, der das Festival mitorganisiert hat.

Deutlich mehr als bisher schon war das diesjährige Pfingstjugendtreffen getragen von den verschiedenen Kräften der Jugendrebellion, die sich unter anderem in der Jugendplattform des Internationalistischen Bündnisses zusammengeschlossen haben. Sie stellten gemeinsam mit vielen weiteren Trägern des Pfingstjugendtreffens und Kräften der kämpferischen Opposition ein vielfältiges Programm auf die Beine. Damit hätte man locker noch mal so viele Tage füllen können.

1000 Stimmen für die Zukunftsdemo

Mit über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern startete am Samstag um 10 Uhr die traditionelle Zukunftsdemo zu Beginn des Pfingstjugendtreffens in Essen. Sie war geprägt von den zentralen Fragen der Zukunft der Jugend: Frieden, internationale Solidarität, Bildung, Ausbildung und Arbeit, eine intakte Umwelt und Gesundheit, eine Zukunft ohne Ausbeutung und Unterdrückung im Sozialismus. Jubel und Stolz herrschte über die in dieser Woche erkämpfte Aussetzung der Abschiebungen nach Afghanistan. Viele der Anwesenden, darunter der REBELL – Jugendverband der MLPD – haben großen Anteil an der Protestbewegung.

2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Rund 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen bis einschließlich Sonntagabend nach Gelsenkirchen. Stände mit zahlreichen köstlichen Spezialitäten luden zum Essen.

Etwa 150 Besucher folgten im proppevollen Treffpunkt „Hugo Hauer“ den Ausführungen von Stefan Engel bei der Jugendbildungsveranstaltung „Das imperialistische Weltsystem nimmt Kurs auf Krieg und Reaktion“. Eine zentrale Frage war die Herausbildung neuimperialistischer Länder und die damit verbundene Herausforderung an die internationale Friedensbewegung und revolutionäre Arbeiterbewegung, sich ausnahmslos gegen alle Imperialisten zu richten.

Gabi Gärtner stellt sich Fragen aus dem Publikum

Überzeugend beantwortete die MLPD-Vorsitzende Gabi Gärtner bei einer späteren Veranstaltung Fragen aus dem Publikum. Eine Teilnehmerin wollte wissen, wie es ist, als Frau Vorsitzende einer revolutionären Partei zu sein. Gabi Gärtner legte dar, dass dies in der internationalen revolutionären Bewegung zwar noch eine Ausnahme, für die MLPD aber alles andere als „exotisch“ sei. Statt auf formale Frauenquoten setzt sie auf systematische Frauenförderung – mit dem Ergebnis, dass sie außer der Partei „Die Frauen“ den höchsten Frauenanteil aller Parteien in Deutschland hat.

Zusammenhalt von Jung und Alt

Alles in allem zeigte das Pfingstjugendtreffen, was man im Zusammenhalt von Jung und Alt auf die Beine stellen kann. Während von den Herrschenden heute vor allem Konkurrenz, Neid und Egoismus verbreitet werden, bewiesen auch diese zwei Tage eindrucksvoll die Überlegenheit von Solidarität und Hilfsbereitschaft. Sie gaben dem kämpferischen Zusammenschluss der Jugend einen wichtigen Schub, zeigten aber auch, welch große Aufgaben noch vor uns stehen.

Nachdem bereits am Samstagabend beim Open-Air-Konzert tolle Bands und Künstler aufgetreten waren – Grup Yorum, Heinz Ratz, Shekib Mosadeq und Koma Sehid Welat mit The Boom – endete das Pfingstjugendtreffen
nicht weniger „hochkarätig“. Zur Musik von Omas Zwerge, Chango Leon, Gehörwäsche und Narcolaptic klang es mit Kultur, gemeinsamem Feiern und Tanzen aus.