Rote Fahne 21/2017

Es wurde gigantisch viel geleistet

Rechtzeitig zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution gibt die MLPD einen Reader auf CD dazu heraus. Er bietet wichtige Texte von Lenin, Stalin, Krupskaja und Stefan Engel. Die CD hat Monika Gärtner-Engel, Internationalismusverantwortliche der MLPD, herausgegeben. Sie ist ein Beitrag zur gegenwärtigen Spendenkampagne und soll die vertiefende Beschäftigung mit der theoretischen Verarbeitung der Erfahrungen der Oktoberrevolution fördern. Hier ein Auszug

Es wurde gigantisch viel geleistet
Reader auf CD

Sowohl die Anarchisten als auch die kleinbürgerlichen Demokraten (d.h. die Menschewiki und Sozialrevolutionäre als die russischen Vertreter dieses internationalen sozialen Typs) redeten und reden unglaublich viel wirres Zeug über das Verhältnis der bürgerlich-demokratischen zur sozialistischen (das heißt proletarischen) Revolution. Daß wir den Marxismus in diesem Punkt richtig auffassen, daß wir die Erfahrungen der früheren Revolutionen richtig auswerten, das hat sich im Laufe von vier Jahren voll und ganz bestätigt. Wir haben die bürgerlich-demokratische Revolution zu Ende geführt wie niemand sonst. Wir marschieren ganz bewußt, sicher und unbeirrt vorwärts, zur sozialistischen Revolution, in dem Bewußtsein, daß sie nicht durch eine chinesische Mauer von der bürgerlich-demokratischen Revolution getrennt ist, in dem Bewußtsein, daß nur der Kampf darüber entscheiden wird, wie weit es uns (letztlich) gelingen wird, vorwärts zu kommen, welchen Teil der unermeßlich hohen Aufgabe wir erfüllen, welchen Teil unserer Siege wir uns auf die Dauer sichern werden. Die Zeit wird‘s lehren. Aber wir sehen auch gegenwärtig schon, daß beim Werk der sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft – für ein verwüstetes, zerquältes, rückständiges Land – gigantisch viel geleistet worden ist …

 

Wir haben allen nichtrussischen Nationalitäten ihre eigenen Republiken oder autonomen Gebiete gegeben. Bei uns in Rußland gibt es keine solche Gemeinheit, Abscheulichkeit und Niederträchtigkeit wie die Rechtlosigkeit oder nicht volle Gleichberechtigung der Frau, dieses empörende Überbleibsel der Leibeigenschaft und des Mittelalters, das von der eigennützigen Bourgeoisie und dem stumpfsinnigen, eingeschüchterten Kleinbürgertum in ausnahmslos allen Ländern des Erdballs immer wieder aufgefrischt wird …

 

Dies alles ist Inhalt der bürgerlich-demokratischen Revolution. Vor anderthalb und zweieinhalb Jahrhunderten versprachen die fortgeschrittenen Führer dieser Revolution (dieser Revolutionen, wenn man von jeder nationalen Abart des einen allgemeinen Typus sprechen will) den Völkern, die Menschheit von den mittelalterlichen Privilegien, von der Nichtgleichberechtigung der Frau, von den staatlichen Vorrechten dieser oder jener Religion (oder der „Idee der Religion“, der „Religiosität“ überhaupt), von der Nichtgleichberechtigung der Nationalitäten zu befreien. Das Versprechen gaben sie, aber sie hielten es nicht. Sie konnten es nicht halten, weil der „Respekt“ vor dem „heiligen Privateigentum“ sie daran hinderte. In unserer proletarischen Revolution hat es diesen verfluchten „Respekt“ vor diesem dreifach verfluchten Mittelalter und vor diesem „heiligen Privateigentum“ nicht gegeben …

 

Die Sowjetordnung ist das Höchstmaß an Demokratismus für die Arbeiter und Bauern, und zugleich bedeutet sie den Bruch mit dem bürgerlichen Demokratismus und die Entstehung eines neuen, weltgeschichtlichen Typus der Demokratie, nämlich: des proletarischen Demokratismus oder der Diktatur des Proletariats. …

 

Wir haben dieses Werk begonnen. Wann, in welcher Frist, die Proletarier welcher Nation dieses Werk zu Ende führen werden, das ist unwesentlich. Wesentlich ist, daß das Eis gebrochen, daß die Bahn frei gemacht, daß der Weg gewiesen ist.

 

(W. I. Lenin, Zum vierten Jahrestag der Oktoberrevolution, Oktober 1921)

Lenin, Werke, Bd. 33, S. 31–39

 

Der Reader kann bestellt werden bei: MLPD, Schmalhorststr. 1c, 45899 Gelsenkirchen.

 

Die MLPD freut sich über eine Spende dafür in Höhe von 5 Euro oder auch mehr.