Rote Fahne 12/2022

Rote Fahne 12/2022

Studierende in der Armutsfalle

Die Inflation trifft die Studierenden in einer oftmals eh schon prekären Lage besonders schwer

Von (gos)
Studierende in der Armutsfalle
Erst Corona, jetzt Preisexplosionen – da sind Richtungsentscheidungen herausgefordert (Studierendendemo in Berlin, Juni 2020)

Ohnehin lebten schon bisher knapp 30 Prozent von ihnen unter der Armutsgrenze – doppelt so viel wie bei der Gesamtbevölkerung. Mit maximal 861 Euro im Monat reicht das BAföG (Bundes-Ausbildungsförderungs-Gesetz) in vielen Städten nicht zum Leben. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen für Azubis im bundesweiten Gesamtdurchschnitt bei 987 Euro pro Monat. Wie allgemein bekannt, erreicht das BAföG aktuell nicht einmal mehr 11 Prozent der Studierenden.

 

„Die Pandemie hat bestehende soziale Schieflagen verschärft und Studierende, insbesondere jene, die an der Armutsgrenze leben, hart getroffen. Indem der Heizkostenzuschuss an den BAföG-Bezug geknüpft wird, lässt auch die neue Bundesregierung erneut nur 11 Prozent der Studierenden überhaupt Hilfe zukommen und die restlichen frieren angesichts der steigenden Energiekosten.“  erklärte Lone Grotheer vom Vorstand des fzs (freier zusammenschluss von student*innenschaften)

 

Auch bei den Entlastungspaketen der Regierung fallen Studierende durch alle Raster. Die 300 Euro, die es als einmaligen Zuschuss wegen der steigenden Energiepreise gibt, erreichen die Studierenden nicht:  Sie sind in der Regel nicht einkommenssteuerpflichtig, viele arbeiten in Minijobs und erhalten deshalb den Zuschuss nicht. Oder das 9-Euro-Ticket: Viele Studierende haben sich längst ein Semester-Ticket für bis zu 200 Euro kaufen müssen – ihnen nützt das 9-Euro-Ticket jetzt gar nichts mehr.

 

Schon lange und angesichts der Inflation jetzt erst recht fordern der REBELL und die Hochschulgruppen der MLPD: Erhöhung und Ausweitung der Ausbildungsforderung für Schüler und Studierende!